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Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung

Man kann gegen solche verdeckten Angriffe aus dem Hinterhalt nur auf zwei Arten wirksam millitärisch vorgehen:

1. Man schickt langfristig massiv Bodentruppen in das Feindgebiet. Was aber die Inkaufnahme hoher eigener Verluste bedeutet, da man sich gegen Angriffe aus dem Hinterhalt nur sehr vorsichtig reaktiv verteidigen kann, da es sonst einen Shitstorm wegen getöteter Zivilisten gibt, und die Dschihadisten ihre Verluste noch leichter durch Zulauf ausgleichen können.
Dies ist aber bei einer Geburtenrate unter 2 und friedensverwöhnten Wählern ohne Opferbereitschaft praktisch nicht durchführbar. Man kann sich eigene Verluste schlicht nicht leisten.

2. Man scheißt auf das Völkerrecht und betrachtet die lokale Zivilbevölkerung, welche die Huthis ja ermöglicht, und von diesen als Kampfmittel eingesetzt wird, als dadurch leider notwendiges Opfer, und macht mit modernen Waffen unterschiedslos alles platt, so dass den Huthis die Grundlage ihrer Taktik entzogen würde.
Das ist aufgrund der erwartbaren innenpolitischen und internationalen Auswirkungen aber auch nicht durchführbar. Mal abgesehen von der Unmenschlichkeit dürfte es in den ganzen islamischen Kulturkreis hinein eskalieren.

Im Endergebnis gibt es für zivilisierten Industriestaaten aktuell keine praktikable, millitärische Lösung gegen asymetrische Angriffe von Islamisten, welche eigene zivile Opfer als leicht ersetzbare Märtyrer in Kauf nehmen, und dabei von der eigenen Bevölkerung gedeckt werden.

Man hat es unter anderem in Afghanistan erlebt, und Israel versucht sich aktuell irgendwie im Gazastreifen zwischen 1. und 2. hindurchzumanövrieren. Wobei sie noch den Vorteil einer ebenfalls relativ hohen Geburtenrate, und von opferbereiten, religiös motivierten Bevölkerungsteilen haben. Aber am Ende werden höchstwahrscheinlich wieder gestärkte, vermehrte Islamisten und zerstörtes politisches Ansehen bei den Liberalen dabei heraus kommen, ohne das man etwas gewonnen hat.

Einziger Game changer wäre gegebenenfalls die Entwicklung von zahllosen KI gesteuerten Drohnen als leicht ersetzbare "Bodentruppen". Die damit einhergehende Totalüberwachung wird aber auch ein Problem sein.
Skynet lässt grüßen.

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    • SockenPuppe_1

    mehr als 1000 Beiträge seit 17.12.2015

    Antwort auf Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung von ollid.

    ollid schrieb am 19.06.2024 12:25:

    Man kann gegen solche verdeckten Angriffe aus dem Hinterhalt nur auf zwei Arten wirksam millitärisch vorgehen:

    1. Man schickt langfristig massiv Bodentruppen in das Feindgebiet. Was aber die Inkaufnahme hoher eigener Verluste bedeutet, da man sich gegen Angriffe aus dem Hinterhalt nur sehr vorsichtig reaktiv verteidigen kann, da es sonst einen Shitstorm wegen getöteter Zivilisten gibt, und die Dschihadisten ihre Verluste noch leichter durch Zulauf ausgleichen können.
    Dies ist aber bei einer Geburtenrate unter 2 und friedensverwöhnten Wählern ohne Opferbereitschaft praktisch nicht durchführbar. Man kann sich eigene Verluste schlicht nicht leisten.

    2. Man scheißt auf das Völkerrecht und betrachtet die lokale Zivilbevölkerung, welche die Huthis ja ermöglicht, und von diesen als Kampfmittel eingesetzt wird, als dadurch leider notwendiges Opfer, und macht mit modernen Waffen unterschiedslos alles platt, so dass den Huthis die Grundlage ihrer Taktik entzogen würde.
    Das ist aufgrund der erwartbaren innenpolitischen und internationalen Auswirkungen aber auch nicht durchführbar. Mal abgesehen von der Unmenschlichkeit dürfte es in den ganzen islamischen Kulturkreis hinein eskalieren.

    Im Endergebnis gibt es für zivilisierten Industriestaaten aktuell keine praktikable, millitärische Lösung gegen asymetrische Angriffe von Islamisten, welche eigene zivile Opfer als leicht ersetzbare Märtyrer in Kauf nehmen, und dabei von der eigenen Bevölkerung gedeckt werden.

    Man hat es unter anderem in Afghanistan erlebt, und Israel versucht sich aktuell irgendwie im Gazastreifen zwischen 1. und 2. hindurchzumanövrieren. Wobei sie noch den Vorteil einer ebenfalls relativ hohen Geburtenrate, und von opferbereiten, religiös motivierten Bevölkerungsteilen haben. Aber am Ende werden höchstwahrscheinlich wieder gestärkte, vermehrte Islamisten und zerstörtes politisches Ansehen bei den Liberalen dabei heraus kommen, ohne das man etwas gewonnen hat.

    Einziger Game changer wäre gegebenenfalls die Entwicklung von zahllosen KI gesteuerten Drohnen als leicht ersetzbare "Bodentruppen". Die damit einhergehende Totalüberwachung wird aber auch ein Problem sein.
    Skynet lässt grüßen.

    Das war schon immer das Problem, wenn der Gegner auf Menschenleben scheißt, und man selber an den body count als Erfolgsmaßstab glaubt. Egal ob Russland/ SU / Russland, Vietnam, oder sonstwo.
    Was helfen könnte, ist eine ernsthafte Blockade, aber frau muß halt mal auf dem TV die Maßstäbe mit einblenden. Die Israelis schaffen das schon nicht mit dem Furz von Gaza, wie soll das mit dem Jemen funktionieren?

    Auf lange Sicht hilft nur bessere Propaganda.
    Bis dahin ist es gut für das Rote Meer, den Golf von Suez, das Mittelmeer, einfach weniger Dreck dort. Man hofft ja, das irgendwer auf den Gedanken kommt, das die Idee, alles um die Welt zu schippern, einfach zu teuer ist. ¯\_(ツ)_/¯

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    mehr als 1000 Beiträge seit 18.11.2004

    Antwort auf Re: Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung von SockenPuppe_1.

    SockenPuppe_1 schrieb am 19.06.2024 13:14:

    Auf lange Sicht hilft nur bessere Propaganda.
    Bis dahin ist es gut für das Rote Meer, den Golf von Suez, das Mittelmeer, einfach weniger Dreck dort.

    Ja richtig, sinkende Schiffe mitsamt dem auslaufenden Öl wirken ja wie Dünger für die Fauna und Flora. Da kann sich das rote Meer so richtig gut erholen.

    Danke Huthi!

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    mehr als 1000 Beiträge seit 27.10.2000

    Antwort auf Re: Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung von SockenPuppe_1.

    SockenPuppe_1 schrieb am 19.06.2024 13:14:

    Was helfen könnte, ist eine ernsthafte Blockade, aber frau muß halt mal auf dem TV die Maßstäbe mit einblenden. Die Israelis schaffen das schon nicht mit dem Furz von Gaza, wie soll das mit dem Jemen funktionieren?

    Auf lange Sicht hilft nur bessere Propaganda.
    Bis dahin ist es gut für das Rote Meer, den Golf von Suez, das Mittelmeer, einfach weniger Dreck dort. Man hofft ja, das irgendwer auf den Gedanken kommt, das die Idee, alles um die Welt zu schippern, einfach zu teuer ist. ¯\_(ツ)_/¯

    Eine ernsthafte Blockade gingen selbst dann nicht, wenn man sie millitärisch realisieren könnte.
    Man müsste für eine ernsthafte Blockade zwangsläufig auch zivile Produkte, Lebensmittel, Medizin, Treibstoff und selbst das ein- und auslaufen von Fischerbooten unterbinden.
    Alles andere könnten die Huthi aussitzen. Aber das würde wiederum zu einem internationalen Aufschrei führen, und zwar nicht gegen die Huthis.

    Und bessere Propaganda gegen von klein an indoktrinierte Islamisten, welche fest daran glauben das der unumstößliche Koran direkt vom einzigen Gott diktiert wurde, und jeder der öffentlich eine gegenteilige Meinung äußert, oder von der muslimischen Religion ablässt, umzubringen ist? Wenn jemand wirksame Argumente dagegen gefunden hätte, müssten Moslems, die nach Deutschland kommen, reihenweise ihrem Glauben ablegen und Atheisten werden. Schließlich ist eigentlich offensichtlich das im Koran, wie in der Bibel und der Tora auch, jede Menge widerlegbarer Quatsch steht, und der Inhalt des Koran nur als Stütze der politischen Macht von Mohammed und seinen Nachfolgern diente.

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    • SockenPuppe_1

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    Antwort auf Re: Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung von ollid.

    Zur Blockade, sag ich ja.

    Und die Propaganda, nur mit langem Atem. Man sieht ja hier, dass man die Ultramontanen und andere mit unsichtbarem Freund langsam zurückdrängen konnte. War ein paar hundert Jahre Arbeit nötig.
    Das man dann natürlich einfach die nächsten importiert und vergessen hat, wie es unter der Knute der Pfaffen war. Und dann den Islam-Vertretern die Lügen abkauft (Im Islam ist es schließlich heilige Pflicht, über die eingebauten Eroberungspläne zu lügen), ist ein anderes Problem.

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    • SockenPuppe_1

    mehr als 1000 Beiträge seit 17.12.2015

    Antwort auf Re: Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung von Orca30.

    Orca30 schrieb am 19.06.2024 13:44:

    SockenPuppe_1 schrieb am 19.06.2024 13:14:

    Auf lange Sicht hilft nur bessere Propaganda.
    Bis dahin ist es gut für das Rote Meer, den Golf von Suez, das Mittelmeer, einfach weniger Dreck dort.

    Ja richtig, sinkende Schiffe mitsamt dem auslaufenden Öl wirken ja wie Dünger für die Fauna und Flora. Da kann sich das rote Meer so richtig gut erholen.

    Danke Huthi!

    Wenn keiner mehr durchfährt, wird keiner mehr versenkt.
    Das, was die normale Schiffahrt so tagtäglich normal abkippt, reicht im Monat auch für ein versunkenes Schiff. Nur halt fein dispers. Kann die Journallie keins Ölteppich finden, wird es nicht berichtet. Zu kompliziert für das Zielpublikum.
    Vermutlich ist ab und an ein versenkter Kahn vor dem Jemen (lokal) weniger schädlich, als der Dreck und der Lärm der ständig erzeugt wird. Das der Dreck dann woanders (und mehr, wegen weiter) ist, ist offensichtlich. Tut mir leid, ich versuche es das nächste mal plakativer zu machen.

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    • Orca30

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.11.2004

    Antwort auf Re: Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung von SockenPuppe_1.

    SockenPuppe_1 schrieb am 19.06.2024 14:11:

    Vermutlich ist ab und an ein versenkter Kahn vor dem Jemen (lokal) weniger schädlich, als der Dreck und der Lärm der ständig erzeugt wird.

    So ist es. Lärm ist immer viel schlimmer als ein Ölteppich, das haben sie sehr gut erkannt.

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  • Avatar von Gulet
    • Gulet

    239 Beiträge seit 02.12.2014

    Möglichkeit 3

    Antwort auf Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung von ollid.

    Der Warentransport wird auf die kontinentalen Routen der chinesischen Seidenstraße oder auf die Nord-Ost-Passage verlagert - die Russen stellen Eisbrecher ja in ausreichender Zahl zur Verfügung, falls diese angesichts des Klimawandels überhaupt noch benötigt werden.

    Dann könnten dieser komische US-Flugzeugträger und seine alliierten Kampfschiffe wieder nach Hause fahren. Und die Huthi-Drohnen würden dann auch nicht mehr gebraucht.

    Natürlich müssten China und Russland Ausgleichszahlungen an Ägypten leisten - für das verlustig gegangene Maut-Geschäft im Suez-Kanal. ;-)

    Aber das ist ja alles viel zu friedfertig und damit auch zu langweilig. Hat ja nix mit Krieg und Freiheit und Demokratie zu tun.

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    • Klientel

    138 Beiträge seit 04.09.2018

    Antwort auf Asymetrische Angriffe aus dem Schutz der eigenen Zivilbevölkerung von ollid.

    Vielen Dank für deinen Beitrag, den ich sehr treffend finde.
    Wenn ich mir das aktuelle Deutschland anschaue, dann sind uns die huthis total überlegen.
    Diese billig- Drohnen können auch in Deutschland hergestellt und eingesetzt werden.
    Die Entwicklung wird von Tag zu Tag schneller.

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  • Avatar von foobar
    • foobar

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.2000

    Antwort auf Möglichkeit 3 von Gulet.

    Auf diese Weise sind die Warenströme nicht zu bewältigen. Da ist es schon einfacher um Afrika herumzufahren.

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