Für Deutschland und Russland ist "die Lage" unerfreulich, da beide die Leitungen wollen, sie bezahlt haben und nach Belieben nutzen konnten oder diese auch unterlassen.
Mensch heiner49, bald hast du 20-jähriges Jubiläum hier und dann solch ein Beitrag...?
Daß beide Länder die Pipeline wollten ist unbestritten, sonst wäre sie ja auch nicht gebaut worden. Aber nicht nur 2 Staaten wollten die, sondern auch einige andere. Viele aber auch nicht, das ist auch richtig. Zudem mussten andere Staaten die Pipelines auch genehmigen, da die durch deren Hoheitsgebiete führt.
Darüber hinaus leben wir hier in einer freien Marktwirtschaft (Russland zumindest offiziell auch) und unser Gasnetz ist meines Wissens nach demnach auch nicht verstaatlicht. Oder zahlst du deine Gasrechnung an die Behörde oder das Ministerium? Beim Thema Bezahlen wird es dann also leider etwas dünner... Dabei wurde das doch schon zig Mal durchgekaut und ist auch nicht so schwer.
Die Pipelines wurden nicht von Russland und deutschen Steuerzahlern bezahlt, sondern von Investoren. Ob indirekt durch Förderung, Steuererleichterungen, andere Tricks..der Steuerzahler nicht doch beteiligt war, ist wohl nicht abwegig, aber im Großen und Ganzen wurden die von der Privatwirtschaft finanziert(*).
Nord Stream1:
Nord Stream 1 gehört der Nord Stream 1 AG. Also DAS sollte man doch mittlerweile mal mitbekommen haben.
Der Sitz der Firma ist in der Schweiz.
Übrigens ist die Internetpräsenz der Nord Stream 1 AG noch online, da kann man so gut wie alles dazu selbst nachlesen. Zum Beispiel wem die anteilsmäßig gehört:
Die fünf Anteilseigner der Nord Stream AG sind Gazprom international projects North 1 LLC (ein Unternehmen der Gazprom-Gruppe), Wintershall Dea AG, PEG Infrastruktur AG (E.ON), N.V. Nederlandse Gasunie und ENGIE.
Diese 5 Firmen sind ursprünglich die Anteilseigner. Diese Firmen haben ihren Sitz in jeweils verschiedenen Ländern:
- Gazprom: Russland
- Wintershall DEA AG: Deutschland
- E.ON: Deutschland
- Gasunie: Niederlande
- Engie: Frankreich
(*) Kann man ebenfalls ganz leicht selbst nachlesen:
Die Investitionskosten für das Pipeline-Projekt beliefen sich auf 7,4 Milliarden Euro. Etwa 30 Prozent der Projektkosten wurden durch Eigenkapitalbeteiligungen der Nord Stream Anteilseigener, proportional zu deren Anteilen im Konsortium, finanziert. Die verbleibenden 70 Prozent wurden durch Kredite von Banken und Exportkreditagenturen gedeckt.
Warum ist man nicht in der Lage so etwas einfach mal selbst nachzuschauen, stattdessen aber irgendeinen Müll zu verbreiten? Eat this:
https://www.nord-stream.com/de/wer-wir-sind/
Nord Stream 2:
Die Nord Stream 2 Pipeline gehört wem? Na? Genau: Der Nord Stream 2 AG, mit Sitz in der Schweiz. Im Gegensatz zur Nord Stream 1 AG ist bei der Nord Stream 2 AG das russische Unternehmen Gazprom alleiniger Anteilseigner(*).
Beteiligt an Nord Stream 2 waren als Mitfinanzierer diese Unternehmen:
- Shell plc (Niederlande)
- OMV (Österreich)
- Engie (Frankreich)
- Uniper (Finnland)
- Wintershall DEA (Deutschland)
Aber für die meisten Staaten der EU
Aaalso...
Punkt 1: Siehe oben: Allein an der Tatsache, daß verschiedene Firmen aus Europa beteiligt waren / sind, erkennt man daß deine Vermutung völlig ins Leere geht.
Punkt 2: Kein Land in der EU (vielleicht der ein- oder andere Regierungschef wie ein Herr Orban) bzw. so gut wie kein Land der EU freut sich, wenn innerhalb unserers Territoriums solch ein Sabotageakt passiert. Auch freut sich keiner wenn Versorgungsleitungen zerstört werden. Zur Erinnerung: Kritisch gesehen wurde von allen Seiten nur das Nord Stream 2 Projekt, nicht aber Nord Steam 1.
der NATO
@heiner49: Bitte verrate doch einmal, wie du in dem Zusammenhang auf die NATO kommst? Wieso sollte sich ausgerechnet ein Verteidigungsbündnis freuen, wenn auf dem Gebiet eines NATO Mitgliedes (vor Bornholm, zu dem Zeitpunkt NATO-Mitglied Dänemark) solch ein Vorfall ereignet? Und vor allen Dingen was zum Teufel die NATO deiner Meinung nach mit diesen zwei Gaspipelines zu tun hat. Und aus welchem Grund sollte das für das Verteidigungsbündnis nicht so unerfreulich sein? Also das musst du bitte unbedingt mal erläutern.
für die Ukraine (die ja quasi auch ein bisschen in der NATO ist)
Die Ukraine ist (leider) kein NATO-Mitglied, denn sonst hätte es schon längst über Moskau ein schönes Feuerwerk gegeben... Die Ukraine ist auch nicht ein bißen in der NATO.
Richtig ist, daß die Grundlage der Zusamenarbeit die NATO-Ukraine-Charta vom Juli 1997 bildet. Die NATO-Russland-Akte vom gleichen Jahr schrieb die Partnerschaft und Zusammenarbeit der beiden Seiten fest und sah vor, dass die Staaten der Region sich frei für ein Bündnis entscheiden können..
Im Juni 2020 hat die NATO die Ukraine als „Enhanced Opportunities Partner"anerkannt. Seitdem sind die NATO und die Ukraine Partner. Und seit 2021 gehört die Ukraine außerdem zu den Ländern, die im Rahmen des „Individual Partneship Action Plan" von der NATO Unterstützung erhalten.
Also JA, natürlich besteht eine Zusammenarbeit zwischen der NATO und der Ukraine. Aber das bedeutet nicht, daß die Ukraine in und auch nicht ein bißen in der NATO ist. Sie ist vielmehr auf dem Weg dahin...
@heiner49: Kann es sein, daß Lesen nicht so deine Stärke ist? Das ist ja alles nichts Neues und auch kein Geheimnis. Naja, ich freu mich schon auf deine Erläuterung, warum sich alle denn sooo sehr gefreut hatten.
Vielen Dank vorab und Gruß, Baxter
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(*) Deshalb seinerzeit ja auch die Spielchen von Putin, als er anfing Nord Stream 1 drosseln zu lassen wegen angeblicher Defekte und Gas über Nord Stream 2 anbot. Die Nord Stream 1 AG und Nord Stream 2 AG haben verschiedene Besitzverhältnisse.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.02.2024 22:46).