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    Antwort auf "bezahlbar" von Karolis.

    Karolis schrieb am 22.06.2021 10:12:

    "Bezahlbar" in der DDR war noch in den 1980ern ein Einzimmerapartment mit 20qm für Vater, Mutter und Kind.

    Und so ist auch im Kapitalismus jederzeit eine "bezahlbare" Wohnung zu finden.

    Du hast vergessen zu erwähnen, dass das Einzimmerapartment in der Wohnung der Schwiegereltern lag. Und es war ein Glück, dass keine Geschwister da waren, sonst wäre auch das nicht gegangen.

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    Man könnte natürlich auch...

    Antwort auf Re: „Wohnungsnot“ von Karolis.

    Richtig ist, dass Wohnraum dort knapp ist, wo viele wohnen wollen. Aber rein ökonomisch bezieht sich das v.a. auf eine relative Nähe zum Arbeitsplatz, der sich in immer stärkeren Maße in größeren Städten befindet.

    Das Problem ist nicht neu, und in den 70ern haben viele Städte deshalb den ÖPNV ausgebaut und Gemeinden an den Stadträndern entwickelt. Diese Entwicklung wurde um die 2000er Wende weitgehend eingestellt. Gleichzeitig wurde städtischer Wohnraum privatisiert.

    Man könnte natürlich dort ansetzen und eben wieder stadtnahe Gebiete erschließen und anbinden. Aber was meinen Sie, welch mächtige (und zahlungskräftige) Gegenbewegungen sich gegen solche Initiativen in den Vorstädten bilden. Aus meiner Erfahrung speisen die sich fast ausschließlich aus Besitzstandswahrern mit CDU/FDP/AfD-Affinität - halt eine große "bürgerliche" Koalition.

    Flinx

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    Antwort auf FDP Mitglied? von architectus.

    architectus schrieb am 22.06.2021 06:50:

    FDP Mitglied?

    oder aFDP?

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    Antwort auf Homeoffice gegen Wohnungsnot von Karolis.

    Karolis schrieb am 22.06.2021 10:06:

    Etwa 50% aller Arbeitsplätze sind Bürojobs. Mindestens zwei Drittel davon lassen sich problemlos ins Homeoffice verlagern.

    Das halte ich für ein Gerücht. Nicht nur, weil der überwiegende Teil der Wohnungen in Deutschland räumlich gar nicht die Anforderungen für ein Heimbüro erfüllt, sondern weil Homeoffice in allen kollaborativen Berufen generell weniger gut funktioniert, als wenn die Leute direkt unmittelbar miteinander arbeiten. Hinzu kommt noch die soziale Komponente, nämlich dass für die meisten Menschen soziale Kontakte bei der Arbeit unerlässlich und produktivitätsfördernd sind.

    Es gibt keinen erkennbaren Grund, warum diese Personen auch nur in der Nähe von Städten arbeiten sollten.

    Tatsächlich haben sich das vor 20-30 Jahren so einige Stadtplaner gedacht und sich auf sinkende Stadtbevölkerungen eingestellt. Nicht alles, was am grünen Tisch erdacht wird, entwickelt sich in der Realität auch so.

    Und wenn sie mit ihren Familien aufs Land ziehen, dann entlasten sie nicht nur durch freiwerdende Büros und Wohnungen die Städte, sondern bieten plötzlich auch auf dem Land Lehrern, Ärzten, Handwerkern, u.v.m. neue Jobs.

    Theoretisch ja, praktisch ist das Gegenteil der Fall - und das liegt mitnichten nur an lahmen DSL-Anschlüssen.

    Es ist völliger Schwachsinn gewesen, zu glauben, alle Jobs in den Städten zu konzentrieren und das auch noch zu fördern.

    Ja gut, wer spricht von "fördern"? Hat das jemand gefördert, oder hat sich das (unter ansonsten freien Bedingungen) eben so entwickelt?

    Man kann unter einem Gewinn an Lebensqualität sofort 10% bis 20% der arbeitenden Bevölkerung aus den Städten wegverlagern aufs Land. Das würde die Wohnungsmärkte massiv entlasten.

    Wenn das so wäre, würden die Leute freiwillig gehen. Die Realität sieht jedoch anders aus.

    Der Schlüssel dazu ist nichts weiter als ein gesetzliches Recht auf Homeoffice für Büroarbeitsplätze. Man muss sich das mal klar machen, das kostet weder den Staat etwas (ist nur ein Gesetz) noch die Unternehmen (die sparen Unsummen bei Bürogebäuden) noch die Arbeitenden (die sparen trotz Mehraufwand fürs eigene Büro Pendelkosten und Wohnkosten).

    Und das eben stimmt nicht, wie Ihnen die meisten inzwischen aus eigener Erfahrung sagen können. Home-Office hat ohne Frage gewisse Vorteile. In den meisten Berufen ersetzt es jedoch keinen tatsächlichen Arbeitsplatz.

    Aber aus unerfindlichen Gründen wehrt man sich gegen diese Wunderwaffe gegen Wohnungsnot mit Händen und Füßen. Weil Linke einfach nicht in die Zukunft denken können, sondern zureück in die DDR-Vergangenheit wollen.

    Äh, bitte was? Ich glaube, Sie stellen die politischen Positionen zu diesem Thema gerade völlig auf den Kopf. In der Debatte waren zuletzt CDU/FDP/AfD die Bremser.

    Flinx

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    • Rob 1

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    Antwort auf Re: „Wohnungsnot“ von .

    CCNP schrieb am 22.06.2021 09:45

    Alles schön und gut. Nun mal ein Gedankenexperiment. In Berlin allerbeste, gefragte, angesagte Lage. Es werden 1000 super tolle Wohnungen gebaut, Miete 3€/m² vom Senat (man hat es ja) gesponsert.
    Wer von den 1Mio 3Mio Anwärtern bekommt diese Wohnungen? So wie in der DDR die Bonzen?

    Früher hat man das über einen Wohnberechtigungsschein geregelt. Warum sollte das Heute nicht mehr möglich sein?
    Hat sich bei einem Mieter das Einkommen deutlich erhöht, wurde eine Fehlbelegungs-Abgabe fällig, alternativ zum Auszug und die konnte für neue Projekte genutzt werden.

    Im Übrigen:

    Hat Berlin kein Umland, welches man erschließen und verkehrstechnisch anschließen könnte, so wie Wien das macht?

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    mehr als 1000 Beiträge seit 18.06.2018

    Antwort auf Homeoffice gegen Wohnungsnot von Karolis.

    Karolis schrieb am 22.06.2021 10:06

    Es ist völliger Schwachsinn gewesen, zu glauben, alle Jobs in den Städten zu konzentrieren und das auch noch zu fördern.

    Es gab ja vor Jahren den Trend, raus ins Grüne zu ziehen.
    Wenn dann aber die Infrastruktur nicht mitzieht, hat man gewaltige Nachteile, z.B. mit der ärztlichen Versorgung. So ein Landarzt bekommt halt seine Leistung ( viele Hausbesuche ) schlechter bezahlt als ein Arzt in der Stadt, deswegen finden sich auch immer weniger Nachfolger.
    Die Verkehrsanbindung ist in der Regel schlecht und der Internetausbau, ohne den kein Unternehmen mehr auskommt, unterirdisch, weil teurer als in der Stadt in Erschließung und Wartung und daher für die priv. Anbieter nicht lukrativ genug.

    Aber aus unerfindlichen Gründen wehrt man sich gegen diese Wunderwaffe gegen Wohnungsnot mit Händen und Füßen. Weil Linke einfach nicht in die Zukunft denken können, sondern zureück in die DDR-Vergangenheit wollen.

    Der Glaube an "Wunderwaffen" scheint in Deutschland unerschütterlich zu sein. :-)

    WElche Linken haben denn seit Kohl regiert?

    Ansonsten finde ich den Kommentar von FlinxInFlux ganz treffend.

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    Antwort auf Re: „Wohnungsnot“ von Rob 1.

    Rob 1 schrieb am 22.06.2021 12:59:

    CCNP schrieb am 22.06.2021 09:45

    Alles schön und gut. Nun mal ein Gedankenexperiment. In Berlin allerbeste, gefragte, angesagte Lage. Es werden 1000 super tolle Wohnungen gebaut, Miete 3€/m² vom Senat (man hat es ja) gesponsert.
    Wer von den 1Mio 3Mio Anwärtern bekommt diese Wohnungen? So wie in der DDR die Bonzen?

    Früher hat man das über einen Wohnberechtigungsschein geregelt. Warum sollte das Heute nicht mehr möglich sein?

    In einem Wohnberechtigungsschein kann keiner wohnen. Du weicht der Frage aus: Wer bekommt von 3000 Anwärtern 1 Wohnung?

    Hat sich bei einem Mieter das Einkommen deutlich erhöht, wurde eine Fehlbelegungs-Abgabe fällig, alternativ zum Auszug und die konnte für neue Projekte genutzt werden.

    Ich erinnere mich noch an die Diskussion "Minister in Sozialwohnung". Die Fehlbelegungsabgabe war immer ein Feigenblatt und nutzt, dem der eine Wohnung braucht, null.

    Im Übrigen:

    Hat Berlin kein Umland, welches man erschließen und verkehrstechnisch anschließen könnte, so wie Wien das macht?

    Das ist doch das Problem, man will im Zentrum in 1A Lage für fast umsonst wohnen. Nicht JWD, wie der Berliner sagt. Ich halte das für Luxus der auch bezahlt werden muss.
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    Antwort auf Man könnte natürlich auch... von FlinxInFlux.

    FlinxInFlux schrieb am 22.06.2021 12:09:

    Richtig ist, dass Wohnraum dort knapp ist, wo viele wohnen wollen. Aber rein ökonomisch bezieht sich das v.a. auf eine relative Nähe zum Arbeitsplatz, der sich in immer stärkeren Maße in größeren Städten befindet.

    Na liebe Linke, dann gehen wir es doch mal an:
    Wir schaffen ein Gesetz, welches es den Städten ermöglicht sich zum Wohnungsmangelgebiet zu erklären. In einem Wohnungsmangelgebiet müssen Arbeitgeber die Hälfte der Bruttomiete ihrer Angestellten tragen, wenn sie nicht in einer Werkswohnung wohnen. Bei Zuwiderhandlungen Strafen in sehr empfindlicher Höhe. Vorsicht der Vorschlag ist diabolisch.

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    Antwort auf Re: „Wohnungsnot“ von .

    CCNP schrieb am 22.06.2021 14:21

    In einem Wohnberechtigungsschein kann keiner wohnen. Du weicht der Frage aus: Wer bekommt von 3000 Anwärtern 1 Wohnung?

    Du weißt aber schon, dass der Wohnberechtigungsschein einen Anspruch auf eine sozial geförderte Wohnung darstellt?

    Dass die Wohnungen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, ist ein anderes Thema.

    Ich erinnere mich noch an die Diskussion "Minister in Sozialwohnung". Die Fehlbelegungsabgabe war immer ein Feigenblatt und nutzt, dem der eine Wohnung braucht, null.

    Da liegt das Problem aber doch nicht an der Methode, sondern der Umsetzung.
    Entweder Kündigen oder die Abgabe so hoch ansetzen, dass er freiwillig geht.

    Dann macht der Minister entweder die Wohnung für einen Bedürftigen frei oder er subventioniert dessen Miete auf dem freien Wohnungsmarkt.

    Das ist doch das Problem, man will im Zentrum in 1A Lage für fast umsonst wohnen. Nicht JWD, wie der Berliner sagt. Ich halte das für Luxus der auch bezahlt werden muss.
    Marzahn 390,75 € Kaltmiete 54,88 m² Wohnflächehttps://www.immobilienscout24.de/Suche/de/berlin/berlin/marzahn-hellersdorf/marzahn/wohnung-mieten

    Da gibt es aber m.W.n. Viertel in Berlin, die erst durch Ankauf von reichen Investoren zu 1A-Lagen wurden und wo die Altbevölkerung durch die hohen Mieten verdrängt wird.
    Dass die keine Lust haben, in noch heruntergekommene Gegenden umzuziehen, kann man auch verstehen, zumal es da Ecken gibt, wo man sich nicht mehr sicher wähnt.

    Es ist doch nicht deren Verschulden, dass begüterte Personen, die sich auch längere Wege in die Stadt leisten könnten, nun ausgerechnet den Kiez übernehmen wollen.

    Gerade mit dem Verkauf von Altbestand an Private und die teure Modernisierung wird die Spaltung der Gesellschaft weiter vorangetrieben.

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    • jungspund

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    Antwort auf Re: Man könnte natürlich auch... von .

    CCNP schrieb am 22.06.2021 14:33:

    Wir schaffen ein Gesetz, welches es den Städten ermöglicht sich zum Wohnungsmangelgebiet zu erklären. In einem Wohnungsmangelgebiet müssen Arbeitgeber die Hälfte der Bruttomiete ihrer Angestellten tragen, wenn sie nicht in einer Werkswohnung wohnen.

    Was immer dann auch Wohnungsmangel ist ...

    Ich wette, unsere Dooflinken fallen prompt drauf rein und wundern sich dann über geldwerte Vorteile auf dem Steuerbescheid und warum die SUV-Pendler von ausserhalb auch noch Geld geschenkt bekommen. Machen wir das auch mit einer imaginären Miete bei selbstbewohntem Eigentum? Geil, weil ich ja aus einen Teuer-Areal auspendle ...

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.06.2021 15:14).

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