Karl Sten schrieb am 14.05.2022 10:58:
Russland hat gerade bewiesen, dass es logistisch nicht mehr in der Lage ist einen modernen Full-Scale Krieg zu führen.
https://www.youtube.com/watch?v=Hp-fCtSNvWA
Das traue ich derzeit keiner Macht der Erde zu, weil es einfach seit Jahrzehnten keinen Krieg mehr zwischen modern ausgerüsteten und ausgebildeten Streitkräften gab. Laien neigen zu einer unverhältnismäßigen Überbewertung von Erfolgen und Misserfolgen, weil sie keinen Blick auf das Ganze haben - und die Presse ist entweder ähnlich laienhaft aufgestellt oder macht sich das zunutze, dass die Leute 0 Ahnung vom Krieg haben.
Und falls Du denkst, dass die NATO besser aufgestellt wäre: die NATO hat als Hauptproblem Breitenrüstung anstelle von Tiefenrüstung, was im Kriegsfall ein logistischer Gagaalptraum wäre, vor allem wenn das stärkste Mitglied auf der anderen Seite des Atlantiks sitzt.
Krass gesprochen ist - jetzt rein wertneutral und militärisch gesehen - das Problem, dass wir zu lange Frieden hatten und die Rüstungsindustrie vor allem dazu dient, Oligarchen und Politiker zu füttern sowie Wählerstimmen zu gewinnen, Ware für den Export zu haben und ab und an ein paar Kleinstaaten rumzuschubsen.
Für einen echten Großkrieg müsste sich die NATO völlig anders aufstellen. Das bräuchte mindestens 10 Jahre und würde einen Arsch an Geld kosten und wesentliche volkswirtschaftliche Kräfte aus der Zivil- in die Rüstungsindustrie ziehen.
Und da werden die westlichen Geheimdienste sicherlich gerade ihre Daten auf den aktuellen Stand bringen. Wieviel Geld ist tatsächlich in die Wartung und Modernisierung des russischen Atomwaffenarsenals geflossen.
Denn es stellt sich auch da die Frage: Wieviel funktioniert davon noch?
Atomwaffen und Raketen müssen regelmässig gewartet werden. Die halten keine 30 Jahre ohne ständige Wartung? Mussten die USA auch schon feststellen.
Das ist ein berechtigter Einwand, testen möchte ich es jedoch nicht.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (14.05.2022 13:19).