Für mich ist die Sache ganz einfach:
Für was sorgt "böse" Korruption? Gegen Bezahlung sind Politiker oder andere Machthaber geneigt, Entscheidungen im Interesse der Bezahlenden zu treffen.
Für was sorgt "akzeptabler" Lobbyismus? Quasi für das Gleiche.
Es ist damit sachlich nicht nachvollziehbar, warum Lobbyismus akzeptabel sein soll, wenn Korruption böse ist.
Man kann allenfalls noch argumentieren, evtl. auch evolutionsbedingte menschliche Grundeigenschaften würden dafür sorgen, dass ein funktionierender Staat Möglichkeiten braucht, über die sich Interessensgruppen gegen Geld Vorteile auf Kosten Anderer verschaffen können. Und damit braucht es irgendeinen solchen Mechanismus, der gesellschaftlich für legitim erklärt wird.