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mehr als 1000 Beiträge seit 21.01.2015

Redet eigentlich mal jemand mit den Kindern und Jugendlichen?

"Trotzdem fehlte beim "Homeschooling" der entscheidende Faktor: ein Mensch, der in Beziehung tritt, um freundlich Wertschätzung zu äußern. Ein Mensch, der seelisch schwingungsfähig ist, weil Beziehungen durch wechselseitige Resonanz lebendig werden. Ein Mensch, der real in seinem emotional-kognitiven Wesen zu spüren ist und nicht auf das Briefmarkenformat eines Videochats reduziert wird. Ein Mensch, der durch klares Feedback Kinder ermutig, ihren Lernprozess fortzusetzen. Daher kann digitaler Fernunterricht nur eine Krücke in der Not sein. Sobald wir wieder in der Lage sind, auf eigenen Füßen zu stehen, sollten wir die Krücke wegwerfen - und wieder den unverzichtbaren Präsenz-Unterricht pflegen."

Ich weiß ja nicht, wann der Herr zuletzt in einer Schule war oder mit Schülern redete, aber die Realität sieht einfach nur mau aus.

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  • Avatar von so_ist_es
    • so_ist_es

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.08.2005

    Fernunterricht macht es definitiv nicht besser

    Antwort auf Redet eigentlich mal jemand mit den Kindern und Jugendlichen? von Twistie2015.

    Ich habe drei Kinder. Wie gut die Schule bis jetzt war, kann man diskutieren. Aber Fernunterricht macht es definitiv nicht besser. Und erst Recht nicht die stümperhafte Aktionismusvariante, die aktuell durchgeführt wird.

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  • Avatar von so_ist_es
    • so_ist_es

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.08.2005

    für die Schüler wird es mind. ein halbes verlorenes Schuljahr sein

    Antwort auf Fernunterricht macht es definitiv nicht besser von so_ist_es.

    Und nicht nur vom Lernstoff her, sondern auch bei der sozialen Entwicklung und bei Randthemen wie Schwimmen.

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  • Avatar von waleri
    • waleri

    677 Beiträge seit 09.11.2017

    Antwort auf Redet eigentlich mal jemand mit den Kindern und Jugendlichen? von Twistie2015.

    Twistie2015 schrieb am 08.01.2021 06:46:

    Ich weiß ja nicht, wann der Herr zuletzt in einer Schule war oder mit Schülern redete, aber die Realität sieht einfach nur mau aus.

    Sicherlich, aber das ändert nichts an seiner Aussage. Dass das deutsche Schulsystem in die vom Autor gemeinte Richtung gebracht werden sollte, steht außer Zweifel und je länger man damit wartet, um so dämlichere Menschen werden die Schule zum Schulabschluss verlassen (wenn sie ihn überhaupt schaffen) ... .

    Lernen bedeutet 100% Eigenleistung; um Menschen zu dieser zu motivieren braucht es geeignetes pädagogisches Personal. Die meisten Lehrer wünschen sich Veränderungen, aber die Großindustrie mischt zerstörerisch schon seit Jahrzehnten erfolgreich im Lehrbetrieb mit (Stichwort: PISA) und die Ergebnisse zeitigen sich immer mehr: allerorten junge Menschen, die nicht mal mehr den ganz normalen Alltag in der Lage sind, zu bewältigen - weil dieser nun mal nicht nur aus ein paar Klicks bzw. Videochats besteht ... . Eine Menschheit voller ungebildeter Idioten wächst da heran bzw. ist schon bald normale Realität. Das Bildungsniveau des Mittelalters kommt zurück ... mit Smartphone in der Hand ... .

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  • Avatar von Emrymer
    • Emrymer

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Ist jemand imstande, verschiedene Antworten zu integrieren?

    Antwort auf Redet eigentlich mal jemand mit den Kindern und Jugendlichen? von Twistie2015.

    Ja, sicher redet auch jemand mit den Kindern und Jugendlichen. Aber diejenigen können es nicht effektiv weitergeben, weil sie ja nur "Einzelfälle" kennen...

    Und dann ist es eben so, daß bei weitem nicht alle Kinder dieselben Antworten geben. Manche, die sich eher in Richtung Autismus bewegen (ohne schon Autisten zu sein), können den Digitalunterricht lieben und sich wünschen, immer dabei bleiben zu können. Andere werden - wenn auch vielleicht weniger "esoterisch" - eher in Richtung des Artikels antworten: da fehlt etwas entscheidendes und sie leiden darunter. Und so können sie nicht wirklich gut lernen.
    Und dann gibt es vielleicht sogar welche, denen ist alles, was Erwachsene an Schule wichtig finden, sowas von egal, aber sie haben keinen mehr zum Mobben und Erpressen, ihnen fehlt die gefühlte Macht über andere, und das finden sie doof.

    Alle über einen Kamm zu scheren - müsste sich nicht inzwischen überall herumgesprochen haben, daß Menschen grundverschieden sind? Ein Gymnasium hat eine andere Situation als eine Gesamtschule, und eine Grundschule nochmal eine ganz andere. Von der eher esoterischen Begriffswahl abgesehen kann ich dem Artikel in bezug auf Grundschulen halbwegs folgen, in bezug auf Gymnasien gar nicht.

    Aber ich bin eh der Ansicht, daß es Zeit wird, das fachbezogene Lernen aus dem Schulkontext herauszulösen. Es fristet da doch ohnehin nur noch ein störendes Schattendasein. Also machen wir Nägel mit Köpfen, geben zumindest bis zur 6. oder 7. Klasse die ganze Schule in die Hände von Sozialarbeitern, Sport- und Sprachlehrern. Für lernwillige und lernfähige Kinder gibt es "Lernecken", wo sie Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, sich mit Fremdsprachen vertraut machen können und Basteln (bis hin zu Handwerken, wenn sie können) dürfen. Wer da stören will, fliegt 'raus. Ab 10 Jahren gibt es Wissenstestate, und ab 12 Jahren kann ein Kind dann auf eine "weiterführende Schule" geschickt werden, wenn es sich qualifiziert. Die "weiterführenden Schulen" dürften dann mE gerne auch gemischt präsentisch / digital sein - soweit es das Fach erlaubt (weder handwerklicher Unterricht noch Sport gehen mE sinnvoll digital) und es zum Schüler passt.

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