Der Autor war lediglich bemüht, den ungemütlichen Zusammenhang zwischen Lernkonkurrenz und Konkurrenzgesellschaft aufzuzeigen und zu kritisieren.
M.E. bedingt mangelnde Lernkonkurrenz Nivellierung nach unten.
Der Staat ist bemüht immer mehr "Abiturienten" mit immer weniger Aufwand zu produzieren. Als Folge dessen ist in D. das Abitur schon lange keine " allgemeine Hochschulreife" mehr.
Viele "Abiturienten" sind "nur" für Studiengänge mit minderen Anforderungen geeignet.
Die Aussage -
Die Heranbildung und Befähigung von möglichst vielen jungen Menschen zu wissenschaftlichen Leistungen wäre schon deshalb "grober Unfug", weil sie in der vorhandenen Produktionsweise gar nicht gebraucht werden.
wiederum halte ich für "groben Unfug" weil ich im industriellen Alltag die "Erfolge" des Einsatzes dieser Absolventen von Studiengänge mit minderen Anforderungen täglich erleben muss.
Das Eine bedingt das Andere. Minderbegabte Minderleister können nur in unflexiblen, hierarchischen Organisationen gedeihen - und diese - bedingen sie damit. Diese Form der Arbeitsorganisation fällt mir nicht als effizient auf. Ich habe auch schon in elitären Teams gearbeitet, mit MINT Absolventen und hoch intelligenten Musikern - dort haben ungefähr zehn Prozent der Arbeitnehmer von heute die gleiche Arbeit gerockt.
(Wollen die Arbeitgeber nicht mehr - weil sie von Ihren Spitzenleuten erpressbar werden...)
Dass trotzdem 50 Prozent eines Jahrgangs zum Abitur streben – und so wohl oder übel dazu beitragen, dass sich dessen Niveau entsprechend verändert –, spricht ebenfalls nicht gegen das System, sondern gegen die "Minderbegabten".
Nein das ist klar ein Systemproblem.
Etwas freihändig argumentiert "Grober_Unfug" bei den "maximal zehn Prozent" der "intellektuell zum richtigen Studium Geeigneten" – wo die Bildungspolitik inzwischen eine Studienanfänger-Quote von mehr als der Hälfte eines Geburts-Jahrgangs verzeichnet und 60 Prozent davon bis zum Abschluss begleitet.
Lieber Herr Schuster,
ich vermute sehr stark, dass sie kein Studium der Philosophie, Mathematik, Physik, Chemie oder Biologie erfolgreich abgeschlossen haben.
Von den paar Prozent der Abiturienten, die dort anfangen fliegen >50% gleich wieder raus - weil sie sowohl unzureichend ausgebildet sind - als auch die anderen Voraussetzungen, wie hinreichende Intelligenz und Belastungsfähigkeit missen lassen.
Höher Töchterstudiengänge gab und gibt es schon immer... Viele erfolgreiche Absolventinnen/Absolventen dieser Studiengänge sind, sofern sie nicht einen Ihrer Geburt angemessen Aufsichtsratsposten o.ä. bekommen - im Taxigewerbe oder der Systemgastronomie produktiv tätig.
Das Warum dieses staatlichen Umgangs mit dem "Humankapital" in einem "rohstoffarmen Land" braucht wieder nicht zu interessieren.
Ich sehe das sehr klar, dass die "Dreamer" Geschichten, die den Eltern des zukünftigen akademischen Proletariats verkauft werden - Stimmen bringen. Eine (teure) sinnvolle Förderung des "Humankapital" stand nie zur Debatte - ebenso wie der Versuch das Niveau wenigstes zu halten.
Solche Zahlen dürften vielmehr weiteren Anlass geben, die misslichen Folgen der kapitalistischen Konkurrenz und ihrer Krisen aus einem angeblichen Fehlverhalten des menschlichen Inventars zu deduzieren, das sich die Hände nicht schmutzig machen und nur noch für Mindestlohn arbeiten will.
Die Mehrzahl der deutschen "Abiturienten" - ist doch nur für ein klassisches, forderndes MINT Hochschulstudium ungeeignet. Das sind doch keine schlechten, "unwerten" Menschen. Viele von denen wäre als Installateur, Logistiker, Shopfloormanager, Facharbeiter etc., etc., etc. viel adäquater aufgehoben. Wenn Ihnen das zu unkonkret ist Herr Schuster - schauen sie mal in die Schweiz. Dort ist diese sehr deutsche Form der Bildungsinflation mit Fähigkeitenimplosion der Absolventen noch unbekannt. Insterburg & Co's "Ich habe kein Abitur" Satire wurde dort noch nicht Realität. Dort kann man auch ohne Abitur gut verdienen/leben.
Von da aus ist der Schritt schnell gemacht zu einem Vorwurf an die verantwortlichen Politiker, die dies alles aus Gründen, die nicht analysiert, sondern als verwerfliche gedeutet werden, zulassen, und damit die Nation vergeigen.
Nö das hat der "Willi, Willi" schon ziemlich allein vergeigt....
...Das Schulsystem produziert einen hohen Anteil an Schülern, denen die Voraussetzungen zu einer weiterführenden Bildung abgehen, und kann mit ihrem eigenen Werk offensichtlich leben.
Wenn das politisch gesteuerte, inkompetente KuMi die politisch gesteuerten, inkompetenten Schulbehörden kontrolliert - was soll sich da ändern?
Wo ist die Kontrollinstanz, die das traditionelle Bremer Pseudoabi in den Mülleimer der Geschichte wirft? Es gibt sie nicht! Bildung ist Ländersache und damit im aufgeblasenen Bürokratiedschungel verloren. Die Führungen der Bildungsverwaltung sind in meinen Augen in weiten Teilen ein Bereich der Selbstbereicherung von (Thema bezogenen) minderbegabten Minderleistern aus politischen Seilschaften geworden.
Was ist Intelligenz?...Auf jeden Fall sei sie das, was der Intelligenztest misst und was die Begabung enthüllt, sagen Experten.
Das möchte ich unterstreichen. Wobei Intelligenz auch nur ein Faktor unter vielen ist, der beim Lernen, Arbeiten und Lehren behilflich ist.
Andere Werte um effizient zu Lernen sind mindestens genauso wichtig. Körperliche Gesundheit, Belastbarkeit, psychische Gesundheit, Eigenmotivation, plastisches Denken - Kreativität, Wortgewandtheit, Sprachlernfähigkeit, Selbstbewusstsein, Demut sind nur ein paar, deren hinreichende Abwesenheit ein MINT Studium sabotieren.
Eine gute Position auf der Glockenkurve der Intelligenztests hat nichts mit "erfolgreich" und lebenspraktisch "schlau" zu tun... MENSA liefert dort gerne mehr Informationen.
Intelligenz schützt also auch nicht vor grobem Unverstand.
Ja Herr Schuster. Ihre Schlussfolgerungen in den Artikeln sind m.E. ziemlich unlogisch und z.T. vielfach scharf an den Realitäten vorbei zielend.
Mir ist es egal wie das Schulsystem nach außen gegliedert ist. Mein Ziel wäre es mit dem vorhandenen Geld und den vorhandenen Menschen allen Kindern eine Ihnen gemäße gute Ausbildung zukommen zu lassen.
Das Ziel wird seit Jahrzehnten systematisch verfehlt und mein Steuergeld diesbezüglich verschwendet.
Es werden weder die (Teil)förderbedüftigen - noch die guten Kinder adäquat gefördert. Die Lehrer werden in sinnlose pädagogische Experimente gezwungen. Die Hochschulen werden ausgezehrt - dafür wird mehr minderwertige, schlechte Ausbildung über das Volk ausgegossen und in der Folge dessen - ein Fachkräftemangel attestiert. Zudem ist das Kindeswohl das Letzte auf das dieses System Wert legt.
Jetzt raten Sie mal warum die privaten Schulträger so viel Zulauf finden?