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  • Emrymer

mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

Vom Ende des Kannibalismus - oder ging's darum, "Blut zu lecken"?

Das war gewagt, denn liest man die Geschichte der Zivilisation wie Norbert Elias wesentlich an den Essgewohnheiten ab, dann erkennt man, dass diese aus wachsendem Respekt vor der Integrität des anderen besteht. Gemeint ist explizit die körperliche Integrität, und diese hatte wesentlich mit der Trennung der Körperflüssigkeiten zu tun.

Ich kann mich nicht erinnern, bisher von Historikern gehört zu haben, daß in der Frühzeit Kannibalismus ein entscheidender Lebensbestandteil gewesen sei. Rituellen Kannibalismus mag es hier und da gegeben haben, aber regulär hat es - soweit ich bisher weiß - in der Menschheitsgeschichte nur in extremen Notzeiten "Ernährungskannibalismus" gegeben, den dafür aber in allen Epochen und "Zivilisationsstufen", allerdings dann jeweils in Kombination mit eher spartanischen "Essgewohnheiten". Der "Respekt vor der körperlichen Integrität des anderen" scheint also die Menschheit von ihren Anfängen an begleitet zu haben und erscheint mithin als "Gradmesser der Zivilisiertheit" nicht gerade trennscharf.

Oder geht es - siehe "Trennung der Körperflüssigkeiten" - darum, unter welchen Umständen jeweils von jemandem gesagt werden konnte, er habe "Blut geleckt"?

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (21.09.2022 14:26).

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  1. - Emrymer   Vom Ende des Kannibalismus - oder ging's darum, "Blut zu lecken"?
    1. knarr   Re: Vom Ende des Kannibalismus - oder ging's darum, "Blut zu lecken"?
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