Weil es einen Unterschied macht, ob man sich alle paar Wochen sieht oder mehrere Stunden am Tag, tragen die jungen, hochmobilen und wenig gefährdeten Italiener die Infektion also extrem viel leichter in die Risikogruppen als Schweden.
Ach? Über mehr als ein Jahr lang wurde doch Schweden der sichere Untergang angedichtet, das Ende des schwedischen Sonderwegs herbeigeschrieben. Und nun präsentiert man uns in typischer Erklärbär-Manier DEN einen Grund, wieso der schwedische Sonderweg nur in Schweden funktionieren konnte. Ja nee, iss klar.
Frühere Erklärbär-Varianten zielten auf die geringere Bevölkerungsdichte in Schweden ab. Dummerweise ignorierte dieser Ansatz den Umstand, dass die Mehrzahl der Schweden nicht in einsamen Blockhütten sondern in Städten lebt.
Ob nun die familiären Strukturen eine Rolle spielen, sei dahin gestellt. Die Kinder in Schweden durften praktisch durchgehend zur Schule gehen und leben mit Sicherheit noch bei ihren Eltern. Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass sie zwei Jahre lang keinen Kontakt zu ihren Großeltern hatten.
Lange Zeit aber wurde von offizieller Seite überhaupt bestritten, dass es Risikogruppen gäbe. Jeder wurde unabhängig von Alter und persönlichem Risiko zum Impfen genötigt, weggesperrt und persönlicher Rechte beraubt. Weil ja, so der Tenor, sonst Hunderttausende sterben würden. Wie wir heute wissen, schützt die Impfung nicht einmal vor der Weitergabe des Virus. Aber sie birgt gerade für gesunde und junge Menschen ein hohes Risiko, welches möglicherweise den persönlichen Nutzen überwiegt. Was auch lange von offizieller Seite bestritten wurde.
Hätte sich die Gesellschaft auf den Schutz besonders gefährdeter Personenkreise konzentriert, hätte man mit weniger Aufwand mehr erreichen können.
Was mich an dem Artikel aber stört, ist dass einmal mehr anhand angeblicher oder tatsächlicher Irrtümer die gesamte Kritik an den Corona-Maßnahmen diskreditiert werden soll. Wenn aber Medien wie noch bis März 2020 Corona als VT rechter Kreise abgetan haben um einen Vorwand zu haben, die Grenzen zu schließen, ab März 2020 aber dann eine 180° Wende vollzogen, dann ist das halt "Erkenntnisgewinn".
Der gesamte Artikel beschäftigt sich durchweg nur mit angeblichen oder tatsächlichen Irrtümern von Querdenker, ohne mit einem Wort darauf einzugehen, in wie vielen Fällen die Kritik aus diesen Kreisen berechtigt war.
Einst trat der Querdenker als Gegenspieler des Fachidioten auf
Nun, auch in der Pandemie war so mancher Querdenker fachlich versierter als Vertreter der Weltuntergangs- und Panikfraktions.
Aber wenn man halt gezielt nur nach Irrtümern und Fehlern sucht, dann findet man auch welche.