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Fracking ist mindestens so umweltschädlich wie ein Braunkohletagebau ...

... und dazu wird ein Teil des Gases direkt in die Atmosphäre emittiert. Einige Bestandteile des Fracking-Gases ist direkt "klimawirksam", 20x so stark wie CO2 (z.B. Methan).

Wenn ich mich auf die Klimadebatte einlasse, so die Frage: WARUM?!
Warum wird Fracking-Gas als mögliche Alternative zum regulären Erdgas gehandelt oder als Alternative zu anderen fossilen Brennstoffen? Das Zeug ist nicht umwelt- und auch nicht klimafreundlicher! Normalerweise müssten die Grünen Sturm laufen.
Rein aus der Sicht her dürfte Fracking nicht zur Debatte stehen, nicht wegen eines Denkverbotes (man darf sich drüber unterhalten), sondern weil es schlichtweg keine sauberere Option ist. Also Finger weg!

Warum fangen wir nicht an, lieber Kohle zu hydrolisieren (zu "Erdöl" wandeln) bzw. suchen nach einem Prozess, um aus Kohle eine Art Erdgas zu generieren (Holzvergasung / ähnlicher Prozess)? Wenn man's mit Braunkohle macht, ist das noch immer mit Tagebauen und massiven Umweltschäden verbunden, macht man es mit Steinkohle, ist es dank Untertagebaue etwas weniger schädlich, aber wenn man das Zeug importieren muss mangels eigener Förderung, kommen Energiebedarf und Emissionen der Transportschiffe oben drauf, was auch die Billanz wieder erheblich verschlechtert.

Die mit Abstand schlechteste Billanz hat Fracking-Gas aus den USA bzw. aus jedem anderen Land der Welt, was keine Pipeline bauen will, sondern Frachtschiffe einsetzen möchte mit flüssigem Erdgas (LNG). Da kommt zu den massiven Umweltschäden + Klimafolgen auch noch der ökologische Fußabdruck der Frachter dazu und man braucht hunderte davon jeden Tag, um eine Pipeline zu ersetzen. Wer also auf diese Option zurückgreift und erklären will, das sei klimafreundlicher und die einzig sinnvolle Alternative statt Atomkraft- oder Kohlekraftwerke zu betreiben, der lügt uns einfach die Taschen voll.

Was ist also am Ende eine gangbare Lösung? Mischung aus erneuerbaren und konventionellen Energiequellen. So wie bisher eben auch. Und denn halt endlich mal die nötige Intelligenz versammeln, um die Fusionsenergie voranzubringen ODER eine alternative Energiequelle aufzutun, die nicht volatil und saisonell abhängige Leistungen erbringt.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (15.08.2022 13:59).

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  • Avatar von hofia
    • hofia

    162 Beiträge seit 20.07.2022

    Antwort auf Fracking ist mindestens so umweltschädlich wie ein Braunkohletagebau ... von .

    Captain Data schrieb am 15.08.2022 13:56:

    Wenn ich mich auf die Klimadebatte einlasse, so die Frage: WARUM?!
    Warum wird Fracking-Gas als mögliche Alternative zum regulären Erdgas gehandelt oder als Alternative zu anderen fossilen Brennstoffen?

    Das Argument zum Ausbeuten lokaler Ressourcen besteht darin, sich unabhängig(er) von Importen zu machen. Erwägungen zum Umweltschutz sind im Moment gerade weniger relevant. Allerdings würde bei lokalen Ressourcen auch der Transport-Overhead kleiner ausfallen.

    Warum fangen wir nicht an, lieber Kohle zu hydrolisieren (zu "Erdöl" wandeln) bzw. suchen nach einem Prozess, um aus Kohle eine Art Erdgas zu generieren

    Das geht prinzipiell durchaus, s.z.B. Stadtgas oder Kokereigas, und wird in manchen Weltgegenden auch praktiziert.

    Der Haken ist, dass die Zusammensetzung deutlich anders ist - als Energieträger kein Problem, als Grundstoff für die Chemischen z.B. weniger. Dafür gibt es aber auch eine berüchtigte Nebennutzung dank des relativ hohen Kohlenmonoxidanteils.

    Aber ist denn der Kohleabbau umweltfreundlicher? Und ist es so gescheit, Kohle aus Südamerika zu importieren, um sie dann hier zu entgasen?

    Wer also auf diese Option zurückgreift und erklären will, das sei klimafreundlicher und die einzig sinnvolle Alternative statt Atomkraft- oder Kohlekraftwerke zu betreiben, der lügt uns einfach die Taschen voll.

    Also, der Grund für die Popularität von Erdgas im Energiebereich beruht darauf, dass man massiv volatile EE ohne Speicher zubauen wollte und entsprechend flexible fossile Kraftwerke braucht, um auf die kurzfristig massiv ändernden Produktionsvolumen reagieren zu können. EE ohne Gas würde bedeuten, dass entweder endlich Speicher gebaut werden müssten, dass man die überzählige Produktion irgendwie "verbrennt" (z.B. durch billige Exporte), oder dass man Kohle- und Kernkraftwerke nicht im ökonomisch idealen Bereich fährt, was die Strompreise weiter hochtreiben würde.

    Was ist also am Ende eine gangbare Lösung? Mischung aus erneuerbaren und konventionellen Energiequellen. So wie bisher eben auch. Und denn halt endlich mal die nötige Intelligenz versammeln, um die Fusionsenergie voranzubringen ODER eine alternative Energiequelle aufzutun, die nicht volatil und saisonell abhängige Leistungen erbringt.

    Oder noch einmal deutlich EE zubauen und vor allem endlich die Speicher zu bauen, von denen man in EE-Kreisen seit Jahrzehnten fabuliert, "dass man sie dann schon kurzfristig baut, wenn es dann mal notwendig sein sollte."

    Das geht aber alles nicht von heute auf morgen ...

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  • Avatar von Nayaro
    • Nayaro

    770 Beiträge seit 29.03.2014

    Antwort auf Re: Fracking ist mindestens so umweltschädlich wie ein Braunkohletagebau ... von hofia.

    hofia schrieb am 15.08.2022 15:35:

    Das geht aber alles nicht von heute auf morgen ...

    Von heute auf morgen würde gehen die Beziehungen zu Russland zu verbessern und sie genauso zu behandeln wie andere Nationen, die einen völkerrechtswidrigen Krieg vom Zaun brechen. Ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft (wenn man die EU-Ebene betrachtet) ist *immer* besser für die Stabilität und damit indirekt auch die Umwelt in der Region. Erst recht solange Militär nicht auf das CO2-Budget angerechnet wird.

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  • Avatar von hofia
    • hofia

    162 Beiträge seit 20.07.2022

    Antwort auf Re: Fracking ist mindestens so umweltschädlich wie ein Braunkohletagebau ... von Nayaro.

    Nayaro schrieb am 15.08.2022 19:35:

    Von heute auf morgen würde gehen die Beziehungen zu Russland zu verbessern

    Ich weiss nicht. Da haben wir so gründlich verkackt, dass sich das ganze vielleicht nicht einfach so wieder reparieren lässt. Auch Russlands Verständnis hat Grenzen.

    und sie genauso zu behandeln wie andere Nationen, die einen völkerrechtswidrigen Krieg vom Zaun brechen.

    Nun ja, ich würde jetzt nicht unbedingt so weit gehen, Russland wie anderen Nationen, die einen völkerrechtswidrigen Krieg vom Zaun brechen, logistische Unterstützung, Militärbasen, Piloten, Flugzeuge zur Verfügung zu stellen. Es würde schon ausreichen sich komplett rauszuhalten.

    Peinlicherweise hat das aber nicht mal die neutrale Schweiz gemacht und hat sich damit wohl selbst als Plattform für Verhandlungen und diplomatische Beziehungen aus dem Spiel genommen. Dabei waren wir Schweizer so stolz darauf, dass wir befürworten, jeden mit jedem reden zu lassen.

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    • Nayaro

    770 Beiträge seit 29.03.2014

    Antwort auf Re: Fracking ist mindestens so umweltschädlich wie ein Braunkohletagebau ... von hofia.

    hofia schrieb am 15.08.2022 20:51:

    Nayaro schrieb am 15.08.2022 19:35:

    Von heute auf morgen würde gehen die Beziehungen zu Russland zu verbessern

    Ich weiss nicht. Da haben wir so gründlich verkackt, dass sich das ganze vielleicht nicht einfach so wieder reparieren lässt. Auch Russlands Verständnis hat Grenzen.

    Du hast ja schon ein paar Vorschläge gemacht, was man so anbieten könnte ;-) :-D

    logistische Unterstützung, Militärbasen, Piloten, Flugzeuge zur Verfügung zu stellen

    Möglicherweise lässt es sich ja damit beschleunigen.

    Vielleicht ist es naiv, aber ich glaube die Russen wissen, dass sie nach dem Krieg immernoch der Nachbar von Europa sind und dass es sich in guter Nachbarschaft angenehmer lebt als in schlechter. Die Europäer hingegen denken irgendwie immer, der Nachbar liegt auf der anderen Seite vom Atlantik, nur weil wir die Füße in denselben Ozean halten.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (15.08.2022 22:06).

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