Mathematiker schrieb am 15.08.2022 12:14:
1.) Das funktioniert nur sehr beschränkt horizontal, daher sehen die Fracking-Gegenden in den USA aus, wie ein schweizer Käse. Da steht Bohrloch neben Bohrloch. Woher man die Flächen in Deutschland dafür nehmen will, ist mir schleierhaft. Gerade im Westen sind die Besitzverhältnisse äußerst kleinteilig und, im Gegensatz zum klassischen Bergbau, muss man oberirdisch arbeiten.
Darum werden sich die Firmen die das betreiben wollen wohl Gedanken machen. Wenn man den Leuten dort massiv Land abkaufen muss, wird das wohl schon wirtschaftlich keinen Sinn machen.
2.) Das Fracking selbst erzeugt ganz ordentliche Erdbeben, die auch zu Schäden an Gebäuden führen können. In der Pampa in den USA gibt es dort maximal ein paar Höfe, aber Deutschland ist dicht besiedelt. Da hier die Bohrgesellschaft für alle entstandenen Schäden aufkommen muss, übersteigt hier der Schadensersatz ganz schnell den erwirtschafteten Gewinn.
Irre ich mich oder gilt das nicht ganz genau so für z.B. Geothermie, die dann auch komplett verboten gehört? Von der Atomkraft mal gar nicht zu reden, und ja bei Kohle sieht es nicht so viel anders aus (Vergiftung der Luft mal als Beispiel, Folgekosten durch Krankheiten trägt der Staat / alle Bürger).
3.) Für die aktuelle Gaskrise dauert das sowieso viel zu lange. Also wieder eintypisches Sommerloch-Thema.
Nun ich finde es schon sinnvoll mal drüber nachzudenken, ob man sich nicht unabhängig(er) machen kann nicht nur von Russland, sondern ebenso von Staaten wie Katar. Den akuten Mangel wird man damit wohl nicht beheben können, aber vielleicht hohe Abhängigkeit in 2,3 Jahren (dann halt von anderen Staaten als Russland) oder natürlich auch hohe Preise.
4.) Beim "Spüli" hängt es auch immer von der Konzentration ab. Holger Weiß kann das ja gerne trinken. Das gibt es mittlerweile in allen Geschmacksrichtungen.
Der Hansel möchte gerne noch ein paar Probebohrungen machen und experimentieren, weil das seinen Arbeitsplatz sichert.
Also ich persönlich glaube tendenziell am ehesten Fachleuten wie Geologen, was eine Abschätzung der Risiken, Machbarkeit etc. angeht. Wenn sich genug Fachleute finden, die das massiv kritisieren, dann kann man weiter sehen. Pauschal ablehnen würde ich das aber eher nicht.
Wegen Umweltschäden hierzulande gegen Förderung sein, dann aber Gas kaufen wo die Förderung ebenso massive Schäden hinterlässt (wenn es denn so ist) wie in den USA oder Russland (dort nicht so sehr durch Fracking sondern die Schlämme von den Bohrungen IIRC) ist jedenfalls eigentlich einfach nur heuchlerisches NIMBY in meinen Augen. Da können wir auch gleich Braunkohleabbau einstellen und die dafür in Polen kaufen oder so...
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (15.08.2022 14:29).