1. Das BIP für die Feststellung einer Rezession heranzuziehen ist problematisch, da die Berechnung zu ungenau ist und systematisch die Lage besser darstellt als sie ist. Damit könnten Gegenmaßnahmen viel zu spät kommen. Das Input-/Output-Lag vergrößert sich. Bis die Regierung die Rezession erkennt, die Schwarze Null außer Kraft gesetzt wird, Gegenmaßnahmen durch das Parlament kommen und die Maßnahmen beginnen zu wirken, vergeht zu viel Zeit.
2. Eine Rezession in Deutschland wird eintreten, wenn der Handelsüberschuss die Sparquote der privaten Haushalte und der Unternehmen nicht mehr ausgleichen kann und der Staat dies durch Kreditaufnahmen nicht kompensiert (Unser Finanzminister Lindner: "Müssen die Ausgaben den Einnahmen anpassen").
3. Wenn man statt des BIPs die Erstanträge auf ALG I als Konjunkturindikator nimmt, dann befindet sich Deutschland bereits in einer Rezession.
Zitat Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit vom Juni 2023:
"Binnen eines Jahres ist die Zahl der Leistungsberechtigten von Arbeitslosengeld um 77.000 gestiegen."
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202306/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-202306-pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=1