knarr schrieb am 18.08.2021 08:53:
Pnyx (1) schrieb am 18.08.2021 04:11:
Butterwegge zeigt die Mechanik der bürgerlichen Klassengesellschaft auf, die selbstverständlich in der Pandemie nicht anders funktioniert als sonst auch. Verdienstvoll. Nun müssten die dadurch Benachteiligten nur noch die Konsequenzen ziehen. Aber dafür reicht die Energie verständlicherweise selten.
Butterwegge schrieb von gesundheitlichem Verschleiß, deren Konsequenzen in der Mechanik unterschiedlich ausfallen.
Welche Konsequenzen können die durch die Klassengesellschaft Benachteiligten, in der Annahme die Mechanik bereits begriffen weil erfahren zu haben (und deshalb der Antrieb, die Energie mutmaßlich nicht ausreicht), bei dieser wirksamen Erpressung ziehen?
Mit der Bitte um Nachsicht für die rhetorische Frage weise ich darauf hin, dass trotz offensichtlicher (und nach langer Wartezeit erst 2019 sogar vom Bundesverfassungsgericht festgestellter) grundgesetzwidriger staatlicher Praxis die Erpressung durch das Instrument der Sanktionen mitnichten abgeschafft wurden, das bedeutet sogar trotz Corona wurden tausende Hilfsbedürftige (!) denen ihre Hilfsbedürftigkeit ja staatlich lizenziert wurde (Hartz IV wird bewilligt, ebenso wie ALG I willkürlich jahrelang verweigert werden kann) sanktioniert wurden.
Dass die Mechanik der bürgerlichen Klassengesellschaft wider die Gesellschaft eigentlich begründende Grundrechte vor aller Augen abläuft ist offen ersichtlich, und allen Beteiligten bleibt übrig, sich wahlweise an die gesellschaftlichen Konsequenzen anzupassen, sonst wären sie ja nicht mehr beteiligt und vielleicht ist das die bereits mit dem Mittel von (euphemistisch bezeichneten) Sanktionen (eigentlich staatsmechanische Erpressung) realisierte Konsequenz sowie gleichzeitig der Widerstand gegen die Anpassung inakzeptabler gesellschaftlicher Konsequenzen, sich aus angedeuteten Gründen nicht daran beteiligen?