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mehr als 1000 Beiträge seit 01.08.2017

Pseudobegründungen nach persönlicher Bedrohung?

Heute wurde bekannt, dass Boris Johnson von Vladimir Putin persönlich mit dem Tod bedroht worden sein soll, und zwar ganz in KGB-Manier: "Ich will Dir ja nicht weh tun, aber mit einer Rakete würde es nur eine Minute dauern".

Natürlich gibt das einer Vermutung massiven Auftrieb, die ja schon seit langem kursiert und als Grund für Scholzens Rolle als Hauptbremse bei Waffenlieferungen angenommen wird: Wenn Putin schon dem Macho Johnson so unverhohlen gedroht hat, dann wird er es erst recht gegenüber dem eher als ängstlich geltenden Scholz getan haben.

In diesem Lichte erscheinen Scholzens bisherige Begründungen, warum doch keine Raketensysteme, und dann keine Panzer liefern dürfe, in einem anderen Licht: Weniger die Angst vor einem WK3, sondern eher die Angst, dass man selbst und persönlich ins Visier von Putin kommt: offenes Fenster, die Tasse Tee, ein Türknauf, die Unterwäsche: plötzlich wird alles zu einer potentiellen Gefahr für das eigene Leib und Leben.

Denn die Argumentationslogik, warum Kampfjets ja gar nicht gingen, ist leider nicht stichhaltig: Was könnte der Kampfjet denn qualitativ anderes anrichten, was nicht auch eine gut ausgestattete Drohne auch könnte? Eine Bayraktar TB2 zum Beispiel könnte mit ihrer Reichweite auch ins russische Hinterland fliegen, dort ausspähen und Raketen/Bomben abwerfen. Ja, die TB2 kann nicht so weit wie eine F16 fliegen und bei weitem nicht so schnell, auch kann sie weniger schwere Bomben/Raketen mit sich führen. Aber qualitativ ist kein Grund ersichtlich, warum das eine Instrument einen Kriegseintritt begründen sollte und das andere nicht.

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