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Klar, der Rüstungs-Chef braucht 'ne neue abgabefreie Privatjacht.

Da sind 100 Milliarden halt net "ausreichend" um die ganzen Panzer zu bauen oder die Kampfjets.

Mal Butter bei die Fische: was kostet aktuell ein Kampfjet der aktuellsten Generation? 120 Millionen? Was kostet ein Kampfpanzer Leo 2 A6? 10 Millionen Was kostet ein (funktionsfähiger) Schützenpanzer? Und wieviele Soldaten bekommt man ausgebildet und bewaffnet für das Geld?

Preisliste:
- Eurofighter ca. 130 Mio (einsatzbereit & bewaffnet)
- F35 ca. 80 Mio (ohne Bewaffnung)
- Tiger-Hubschrauber (zwischen 40 - 50 Mio Euro, je nach Ausbaustufe, ohne Bewaffnung)
- Leopard 2, Basisversion 3 Millionen Euro, bis zu 7 Millionen je nach Ausbaustufe
- Infanterist: lt. gutefrage.net sind 9000,- Euro (Angabe für AT) für die Ausrüstung zu veranschlagen. Ich hab keine Informationen über Ausbildungskosten gefunden.

Nur so als kleine Abschätzung, stelle ich mal eine Armee auf:

1000 Kampfpanzer Leo (7Mio x 1000)
350 Schützenpanzer Puma (Gesamt: ca 6 Milliarden Euro lt Quelle)
750 Schützenpanzer Marder (ca. 0,9Mio Euro x 750)
200 Tiger-Hubschrauber (50Mio x 200)
100 Kampfjets (100Mio x 100)
===================
33,7 Milliarden Euro

Dazu kommen noch Bewaffnung und Munition, die je nach System zwischen 15 - 40% Aufpreis ergeben. Ich rechne mit dem größten Aufschlag und gebe noch eine Risikospanne oben drauf, also ich rechne mit 50%: 16,8 Milliarden Euro.

Wir haben von 100 Milliarden Euro etwas mehr als die Hälfte, nämlich 50,5 Milliarden Euro ausgegeben und dafür der Bundeswehr eine historische Maximalschlagkraft verpasst.
Der teure Puma hierbei ist ein echter Ausreißer, was die Kosten für ein landgestütztes System betrifft. Vermutlich wird er in der Folgeserie günstiger: die Grundserie von 350 Stück enthält nebst Entwicklungskosten auch politische Kosten. Ursprünglich hätte das Gerät 3 Milliarden Euro kosten sollen - was immernoch sehr teuer ist, verglichen mit einem Kampfpanzer, ohne jemals dessen Kampfwert zu erreichen.

Was fehlt? Ach so, die kämpfenden Soldaten selbst. Ich stelle mal auf:
100.000 Mann Einsatz
70.000 Mann Reserve
Dazu 5000 Besatzungen für die o.g. Geräte einschließlich Reserve
In Summe also rund 175.000 Mann

Jeder einzelne dieser Soldaten kann aus dem Pool von 49,5 Milliarden Euro ausgebildet und ausgerüstet werden und kostet dann je 280.000 Euro, einschließlich Munition für eine Kampagne an Kampfeinsätzen. Dabei kostet die Grundausstattung laut der Quelle unten bei gutefrage.net höchstens einen niedrigen fünfstelligen Betrag (ohne Munition).

Also man kann für 100 Milliarden Euro problemlos eine ganze Armee hinstellen.
Aber den Gierhälsen von der Rüstungsindustrie reicht das natürlich nicht.

Quellen:

https://www.allgaeuer-zeitung.de/welt/panorama/f-35-tarnkappenjet-fuer-die-bundeswehr-preis-geschwindigkeit-und-unterschiede-zum-eurofighter_arid-394489
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.krieg-in-der-ukraine-das-kostet-der-leopard-2-a6.c085fa7e-6f3c-4dc1-8ea2-9c9c0d46e522.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurocopter_Tiger
https://www.stern.de/politik/schuetzenpanzer-puma-kostet-sechs-statt-drei-milliarden-euro-8807826.html
https://www.focus.de/politik/macht-rheinmetall-ordentlich-kasse-bericht-ukraine-soll-fuer-marder-panzer-70-prozent-aufpreis-zahlen_id_98142080.html
https://www.gutefrage.net/frage/soldat-kosten

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.01.2023 00:29).

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    • unbekannter Benutzer

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.2003

    Nachtrag zum Thema und der Preisliste

    Antwort auf Klar, der Rüstungs-Chef braucht 'ne neue abgabefreie Privatjacht. von .

    Die genannten Zahlen entstammen öffentlich zugänglichen Quellen.

    Ich gebe an der Stelle noch einmal bewusst mit, dass ich keineswegs einverstanden bin mit der Idee, 100 Milliarden Euro Steuervermögen in Kriegsgerät und Soldaten zu "investieren". Mit dem Geld könnte man locker viel wichtigere Baustellen schließen, die sich in 20 Jahren Kaputtsparerei (Rotstiftpolitik) aufgetan haben. Zum Beispiel in der Bildung. Dan kämen auch weniger dreisatzunfähige "Matheasse" bei raus, die zwar Abi haben, aber nicht einmal die einfachsten Formeln umstellen können. Na solange Quasselfächer wichtiger sind als MINT, weil auch vom Hilfslehrer mit abgebrochenem Sozialstudium vermittelbar, wird's eben wohl nix werden mit der Bildungsspitze. Die haben andere inne, in Asien, aus deren Sicht ist unser Abi nur noch Volksschulniveau.

    Man könnte aber auch die Kindergärten faktisch kostenlos machen, was insbesondere Haushalten mit geringen Einkommen weiterhelfen würde. Und vermutlich bekämen wir sogar unsere struktuellen Probleme in den Griff bei Gammelinfrastruktur im Verkehr, bei den Stromtrassen und den Wasserwegen ...

    Man könnte so viel Gutes tun für Land und Leute.

    Statt dessen kauft man Panzer und macht die fett, die sowieso viel zu viel schon haben. Wie gesagt: die Superjachten sind allesamt abgabefrei. Ich täte lieber 50 Millionen Euro Steuern kassieren, monatlich, nur für's Liegenlassen der Sinnlosjachten im Hafen, und nochmal 25 Millionen Ablegegebühr für einen sinnlosen Turn. Solange eben, bis die Sinnlosschiffe und der Sinnlosprotz unser dekadenten Elite sich so sehr aufgelöst haben, wie der Sinn in ihrem Leben. Glück kommt nicht von Reichtum.

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  • Avatar von so_ist_es
    • so_ist_es

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.08.2005

    du siehst das falsch

    Antwort auf Klar, der Rüstungs-Chef braucht 'ne neue abgabefreie Privatjacht. von .

    Die Produktion soll langfristig hochgerampt werden. In einer Kriegswirtschaft fließen mind. 10% des BIP ins Militär. Das sind dann > 400Mrd € jährlich. Ausserdem ist das eine win-win Situation, weil so die anstehende Stagflation überwunden werden kann durch Beschäftigung im militärisch industriellen Komplex. Die Autobahnen sind ja schon gebaut.

    Und die Luxusyachten fallen halt nebenbei ab, da kann man nichts machen...

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  • Avatar von Silberblizzard
    • Silberblizzard

    528 Beiträge seit 06.12.2018

    Antwort auf Klar, der Rüstungs-Chef braucht 'ne neue abgabefreie Privatjacht. von .

    Du hast eine clevere Rechnung erstellt!!!
    …das mache ich auch manchmal (zB. Für fehlende Lehrer…) und es verblüfft mich jedes Mal, was am Ende dann immer noch für ein Mangel herrscht!
    Irgend etwas übersehen wir! Beamtengehälter, Bestechungsgelder, …ich weiß es nicht…

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  • Avatar von DerKoch
    • DerKoch

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2002

    Antwort auf Klar, der Rüstungs-Chef braucht 'ne neue abgabefreie Privatjacht. von .

    Captain Data schrieb am 30.01.2023 00:29:

    Jeder einzelne dieser Soldaten kann aus dem Pool von 49,5 Milliarden Euro ausgebildet und ausgerüstet werden und kostet dann je 280.000 Euro, einschließlich Munition für eine Kampagne an Kampfeinsätzen. Dabei kostet die Grundausstattung laut der Quelle unten bei gutefrage.net höchstens einen niedrigen fünfstelligen Betrag (ohne Munition).

    Also man kann für 100 Milliarden Euro problemlos eine ganze Armee hinstellen.
    Aber den Gierhälsen von der Rüstungsindustrie reicht das natürlich nicht.

    In Deiner Rechnung fehlen die laufenden Kosten.
    Was das "Personal" angeht:
    Verpflegung, Sold, medizinische Versorgung, Beerdigung.
    Letzteres fällt natürlich immer nur ein Mal an und wenn man die Toten wie schon mal dagewesen wieder liegen lässt bzw. liegen lassen muss wo sie gerade liegen fällt der Posten ganz weg.

    Fuhrpark:
    Sprit, Ersatzteile, Wartung, externe Kosten.
    Mit extern meine ich die Instandhaltung / Reparaturen von den Fahrzeugen die regelmäßig auf öffentlichen Straßen fahren wie z.B. Golf, Passat u.dgl. von Spieß, Kompaniechef und Feldjäger. Die gingen immer zum örtlichen VW Partner.
    Und bei den großen Autos war´s ja nicht besser. In der Kaserne wurde ein bisschen rumgebastelt aber wenn es um sicherheitsrelevantes ging mussten die Karren zum Fachmann.
    Wie das mit Panzern läuft weiß ich nicht, bei der ABC Abwehr hatten wir sowas nicht.

    Ministerium:
    Wie ich lese sollen da "nur" 2500 Leute beschäftigt sein und vermutlich wird von niemandem erwartet dass er/sie morgens für den Mindestlohn aufsteht.
    Nicht zu vergessen die Privatflüge, auch für Familienangehörige.

    Zivile Mitarbeiter:
    Hier lese ich dass es über 60.000 sind.
    Bei uns in der Küche hatten wir einen zivilen Küchenmeister... gekonnt hat er nicht viel, gearbeitet hat er nichts aber Ware wegschleppen und verticken konnte er gut.

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  • Avatar von Benz_in_kanister
    • Benz_in_kanister

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.08.2019

    Für die laufenden Kosten gibts >40 Mrd jährlich das muss reichen. kwT

    Antwort auf Re: Klar, der Rüstungs-Chef braucht 'ne neue abgabefreie Privatjacht. von DerKoch.

    .

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  • Avatar von DerKoch
    • DerKoch

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2002

    Antwort auf Für die laufenden Kosten gibts >40 Mrd jährlich das muss reichen. kwT von Benz_in_kanister.

    Ach so, ich dachte das ist der Posten der an ausländische Beraterfirmen geht.

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  • Avatar von tbszgr
    • tbszgr

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.11.2008

    Antwort auf Re: Klar, der Rüstungs-Chef braucht 'ne neue abgabefreie Privatjacht. von DerKoch.

    DerKoch schrieb am 30.01.2023 08:37:

    Captain Data schrieb am 30.01.2023 00:29:

    Jeder einzelne dieser Soldaten kann aus dem Pool von 49,5 Milliarden Euro ausgebildet und ausgerüstet werden und kostet dann je 280.000 Euro, einschließlich Munition für eine Kampagne an Kampfeinsätzen. Dabei kostet die Grundausstattung laut der Quelle unten bei gutefrage.net höchstens einen niedrigen fünfstelligen Betrag (ohne Munition).

    Also man kann für 100 Milliarden Euro problemlos eine ganze Armee hinstellen.
    Aber den Gierhälsen von der Rüstungsindustrie reicht das natürlich nicht.

    In Deiner Rechnung fehlen die laufenden Kosten.

    Außerdem fehlt die Marine. Für die neuen U-Boote der 212 CD Klasse findet man Kosten von etwas über einer Milliarde pro Stück, für die neuen Flottentanker etwa je 500 Millionen, Fregatte 126 je 1,2 Milliarden, und das sind die reinen Anschaffungskosten.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.01.2023 13:53).

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