Beate Zschäpe hat sich doch am 08.11.2011 in Anwesenheit einer Anwältin der Polizei gestellt. Da hat sie bestimmt nicht damit gerechnet, dass ihr späteres Gerichtsurteil "lebenslänglich mit besonderer Schwere der Tat" lauten würde. Warum war diese Strafe bei ihren damaligen Überlegungen (wie es nach dem Brand der Zwickauer Wohnung weitergehen sollte) so total unwahrscheinlich für sie? War sie total naiv oder glaubte sie gute Karten für einen Deal mit dem Gericht zu haben ?
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Antwort auf Wieso hat sie sich damals freiwillig gestellt ? von augu13j.
augu13j schrieb am 20.08.2021 15:16:
Beate Zschäpe hat sich doch am 08.11.2011 in Anwesenheit einer Anwältin der Polizei gestellt. Da hat sie bestimmt nicht damit gerechnet, dass ihr späteres Gerichtsurteil "lebenslänglich mit besonderer Schwere der Tat" lauten würde. Warum war diese Strafe bei ihren damaligen Überlegungen (wie es nach dem Brand der Zwickauer Wohnung weitergehen sollte) so total unwahrscheinlich für sie? War sie total naiv oder glaubte sie gute Karten für einen Deal mit dem Gericht zu haben ?
Was sollte sie tun? In der Wohnung konnte sie nicht bleiben und nach ihr wurde öffentlich gefahndet. Im Ausland untertauchen? Wovon leben?
Außerdem war sie an den Taten nicht direkt beteiligt. Es ist ja schon zweifelhaft, ob die beiden Uwes überhaupt daran beteiligt waren. Also rechnete sie womoglich nur mit einem Verhör oder höchstens mit einer Bewährungstrafe.
Eventuell hatte sie auch Angst, dass diejenigen, die die Uwes ermordet hatten, auch hinter ihr her waren und brachte sich deshalb bei der Polizei in "Sicherheit".
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Antwort auf Re: Wieso hat sie sich damals freiwillig gestellt ? von Lasse Reden.
Lasse Reden schrieb am 20.08.2021 17:03:
augu13j schrieb am 20.08.2021 15:16:
Beate Zschäpe hat sich doch am 08.11.2011 in Anwesenheit einer Anwältin der Polizei gestellt. Da hat sie bestimmt nicht damit gerechnet, dass ihr späteres Gerichtsurteil "lebenslänglich mit besonderer Schwere der Tat" lauten würde. Warum war diese Strafe bei ihren damaligen Überlegungen (wie es nach dem Brand der Zwickauer Wohnung weitergehen sollte) so total unwahrscheinlich für sie? War sie total naiv oder glaubte sie gute Karten für einen Deal mit dem Gericht zu haben ?
Was sollte sie tun? In der Wohnung konnte sie nicht bleiben und nach ihr wurde öffentlich gefahndet. Im Ausland untertauchen? Wovon leben?
Außerdem war sie an den Taten nicht direkt beteiligt. Es ist ja schon zweifelhaft, ob die beiden Uwes überhaupt daran beteiligt waren. Also rechnete sie womoglich nur mit einem Verhör oder höchstens mit einer Bewährungstrafe.
Eventuell hatte sie auch Angst, dass diejenigen, die die Uwes ermordet hatten, auch hinter ihr her waren und brachte sich deshalb bei der Polizei in "Sicherheit".
An der Tatbeteiligung der beiden Uwes habe ich eigentlich keine Zweifel, sie hat die Wohnung ja nicht angezündet, um Spuren der Banküberfälle zu beseitigen.
Angst als Motiv für das Sich Stellen kommt wohl in frage. Schließlich ist es wohl durchaus möglich, dass sie getötet wurden, damit sie nicht nach langer U-Haftzeit über Kontakte zum Verfassungsschutz berichten konnten. Wenn es diese dann wirklich gab, frage ich mich, warum Zschäpe, nachdem ihr klar wurde, welches Gerichts-Urteil ihr droht, nicht davon vor Gericht berichtet hat. -
Antwort auf Re: Wieso hat sie sich damals freiwillig gestellt ? von augu13j.
augu13j schrieb am 20.08.2021 19:56:
An der Tatbeteiligung der beiden Uwes habe ich eigentlich keine Zweifel, sie hat die Wohnung ja nicht angezündet, um Spuren der Banküberfälle zu beseitigen.
Bezüglich der Tatbeteiligungen der Uwes: es gibt es keinerlei DNA-Spuren von ihnen an den Tatorten und widersprechende Zeugenaussagen und Phantombilder.
Und ob Zschäpe wirklich die Wohnung angezündet hat, ist auch höchst fraglich. Siehe z.B. das Blog vom Kollegen Friedensblick:
https://friedensblick.de/category/nsu/selbstenttarnung-des-nsu/brandstiftung-durch-zschaepe/
Angst als Motiv für das Sich Stellen kommt wohl in frage. Schließlich ist es wohl durchaus möglich, dass sie getötet wurden, damit sie nicht nach langer U-Haftzeit über Kontakte zum Verfassungsschutz berichten konnten. Wenn es diese dann wirklich gab, frage ich mich, warum Zschäpe, nachdem ihr klar wurde, welches Gerichts-Urteil ihr droht, nicht davon vor Gericht berichtet hat.
Ich bezweifle, dass sie während des Prozesses wusste, was ihr droht.Die Beantragung der Strafe durch die Staatsanwaltschaft erfolgt ja erst ganz am Schluss nach der Beweisaufnahme und dann muss der Richter entscheiden. Sie hoffte wohl, wenn sie sich kooperativ verhält, die offizielle Version stützt und keine Widersprüche aufzeigt, dass das Urteil milde ausfallen würde. Dem war aber nicht so.
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Antwort auf Re: Wieso hat sie sich damals freiwillig gestellt ? von augu13j.
augu13j schrieb am 20.08.2021 19:56:
An der Tatbeteiligung der beiden Uwes habe ich eigentlich keine Zweifel, sie hat die Wohnung ja nicht angezündet, um Spuren der Banküberfälle zu beseitigen.
Hmm, lies dir die Prozeßprotokolle (NSUWatchblog) durch, dann kommen die Zweifel von ganz alleine - bisweilen auch bei den Banküberfällen.
CAOS