Emergenz ist die Herausbildung (lat. emergere: Emporkommen, auftauchen, hervorkommen, sich zeigen) von neuen Eigenschaften oder Strukturen auf der Makroebene eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner einzelnen Elemente.
Dabei lassen sich emergente Eigenschaften des Systems nicht - oder jedenfalls nicht offensichtlich - auf Eigenschaften der Elemente zurückführen, die diese isoliert aufweisen. Emergente Phänomene werden in der Physik, Chemie, Biologie, Psychologie und Soziologie beschrieben!
Ein Beispiel aus der Physik: Werden die Eigenschaften eines Gases und die Eigenschaften der Moleküle betrachtet, aus denen jenes Gas besteht, so stellt man fest, dass ein einzelnes Atom nicht über die Eigenschaften des Gases verfügt. Auch Magnetismus, das Gefrieren von Wasser zu Eis (die Moleküle sind ja dieselben), das Kristallwachstum (Quasikristalle) sind können alles emergente Phänomene (der Atome?).
Biologie: Ein Proteinmolekül besitzt Eigenschaften, die keines der Atome aufweist.
Chemie: Wasser ist bei Zimmertemperatur flüssig, ein einzelnes Wasserstoffmolekül ist es nicht.
Psychologie: Selbst wenn das Gehirn in seine sämtliche Einzelteile (Gehirnzellen) zerlegt wird, wird kein einziger Gedanke gefunden werden!