Naturzucker schrieb am 24.08.2022 12:22:
Entweder erfindet Russland Gründe, warum man nun auch durch NS2 kein Gas liefern könne. Dies wäre eine Bestätigung des derzeitigen Narrativs und außerdem hätten wir dann Klarheit, was die Verlässlichkeit von Russland als Handelspartner betrifft. (Umgekehrt hegt sicherlich auch Russland berechtigte Zweifel an der Verlässlichkeit Deutschlands als Handelspartner und seiner Vertragstreue).
Die dritte (und realistischste) Option wäre, das Gazprom über NS2 die am THE georderten Mengen liefert. Für bestehende Laufzeitverträge kann und darf NS2 nicht genutzt werden, EU und speziell Polen gedankt. Denn eine Voraussetzung für die Inbetriebnahme ist, das Lieferant, Pipelinebetreiber und Shopbetreiber getrennt sind. Ergo gäbe es mehr teures Gas, den billigen Nachkauf über die vertraglich zugesicherten Mengen hinaus wird NS2 nicht liefern. Und für Minderlieferungen über die schon aktiven Pipelines beruft sich Gazprom auf höhere Gewalt - wegen Sanktionen, Sperrungen in der Ukraine etc ==> die Inbetriebnahme ändert am aktuellen Dilemma nichts.