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  • H.S.Kirschner

64 Beiträge seit 04.03.2022

Re: Blind: Klarstellung zu alternativen Lieferrouten

bickerdyke schrieb am 24.08.2022 12:35:

Deshalb wäre die sofortige Erteilung der Betriebserlaubnis für Nord Stream 2 geboten, denn es erscheint wenig sinnvoll, einerseits Russland um Gas via Nord Stream 1 zu betteln und andererseits die Lieferung durch Nord Stream 2 zu blockieren. Wir brauchen das billige russische Gas, nicht Putin. Es geht um unser Geld und unseren Wohlstand.

Es gibt absolut kein Indiz dafür, dass Russland über eine andere Pipeline bereit wäre, mehr Gas zu liefern.

Im Gegenteil: Das NS1 mit maximal 20% der Kapazität läuft zeigt doch, dass es nicht an mangelnder Transportkapazität liegt.

Dieses Thema wird im Artikel mal ganz dezent übergangen.

Nur sehr vereinzelt hat man entgegen dem von Ihnen vorgestellten Narrativ erfahren, dass die Pipeline Jamal (seitens Polen) und der Nordstrang der Pipeline Druzhba (seitens Ukraine) nicht zu Verfügung stehen:

1. Polen sanktioniert die Jamal-Pipeline, die auf Reverse umgestellt ist und seitdem ausschließlich für umgekehrte Lieferungen russischen Gases von Deutschland nach Polen genutzt wird. Eine Nutzung der Pipeline ist damit sanktionsbedingt und technisch nur Polen ausgeschlossen undlieget daher nicht in russischem Gestaltungsspielraum (der Spiegel und andere haben dazu berichtet und auch Putin hat sich mehrmals zum Lieferstopp durch die Jamal-Pipeline geäußert).

2. Gazprom/Transneft hatte bei der Ukraine mehrmals ein höheres Transitvolumen über die Station Sochranowka angefragt bzw. beantragt, was von der Ukraine konsequent abgelehnt wurde (die Zeit berichtete dazu). Zum anderen kommt hinzu, dass die Ukraine durch den, in der Region Lugansk befindlichen Knotenpunkt Sochraniwka sowie der Verdichterstation Nowopskow seit Mai 2022 keinerlei Gas mehr durchlässt und den Gastransit dort seitdem komplett eingestellt hat (die Süddeutsche, die Zeit und der Standard berichteten dazu am 10. und 11. Mai 2022).

Und Sie gehen her und behaupten, es gäbe "absolut kein Indiz dafür, dass Russland über eine andere Pipeline bereit wäre, mehr Gas zu liefern"??? Abgesichts der Fakten erübrigt es sich, Ihre Falschbehauptung weiter zu kommentieren, so dass ich Sie ernsthaft bitte, sich vor Abgabe solcher Behauptungen besser zu informieren.

Im Übrigens sei angemerkt, dass Russland mitnichten vertraglich oder sonstig dazu verpflichtet ist, sanktionsbedingte Einschränkungen oder Ausfälle beim Betrieb der Pipeline Nord Stream 1 seinerseits zu kompensieren. Das liegt an den Santionsurhebern, die Gasindustrie bzw. NS2 von den Sanktionen (siehe z.B. in Bezug auf die Gasturbinen von NS1 die EU-Verordnung Nr. 833/2014 mit ihren aktualisierten Ergänzungen) auszunehmen. Das fordert Gazprom in Bezug auf eine sicheren, reibungslosen und vollständigen Lieferablauf völlig zurecht und kann sich deswegen ebenso einschlägig auf "höhere Gewalt" berufen. Anstatt das sachlich und juristisch zu entkräften (man bekommt bei uns ja nicht mal diese Informationen!), hört man von der Politik (Habeck, Scholz, Baebock & Co.) nur propagandistiche Blendkerzen wie "Vorwand", "Abhängigkeit", "Erpressbarkeit", "politische Wollkür", "Energie als Waffe" und was nicht für einen Unsinn, aber nichts Konkretes zum Sachverhalt und zur Lösung der damit verbundenen Probleme.

So sieht's aus!

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (24.08.2022 14:14).

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  1. - bickerdyke -67 Blind
    1. alt_und_naiv 40 Re: Blind
      1. unbekannter Benutzer 50 Re: Blind
      2. bickerdyke   Re: Blind
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        1. alt_und_naiv   Re: Blind
          1. Hassbürger   Re: Blind
    2. H.S.Kirschner 60 Re: Blind: Klarstellung zu alternativen Lieferrouten
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