Sich selbst auf der Seite der angenommenen „Guten“ - gut, weil widerspruchslos regierungskonform unhinterfragt Anweisungen gefolgt wird, in der Hoffnung, persönlich davon profitieren zu können – stellen und dann von oben herab „großmütig“ Bedingungen zu diktieren, wie sich die Gegenseite zu unterwerfen habe, damit ein „Dialog“ mit ihr möglich werde („Brav, Hundi, fein gemacht“).
„Aufseiten der Mehrheitsbevölkerung, der Politik und der Medien wäre eine gelassenere und differenziertere Sicht erforderlich.“
Dazu müssten die Medien erst einmal auf Diffamierungs- und Verleumdungskampagnen gegen anerkannte, hochqualifizierte Experten verzichten und bezüglich ihres sprachlichen Hassarsenals (“Covidioten“ etc.) abrüsten. Sowie zu erkennen geben, dass sie überhaupt sprachfähig sind (im Moment sieht man nur den Schaum). Und die Politik müsste Abstand von der Zerstörung der Demokratie nehmen, den Krieg gegen die Bevölkerung einstellen und vor allem – Achtung, ganz schwer – dem Volk nicht als Züchter und Züchtiger einer Viehherde, sondern als Staatsdiener mündiger Bürger gegenübertreten.
„die anderen Opfer der Pandemie scheinen weniger Mitgefühl zu erregen“
Aus einem Diffamierungsduktus wie diesem heraus einen Dialog vorschlagen? Das ist doch Hohn! Wenn der Bundespräsident salbungsvoll einen Kranz zum Gedenken an die Coronatoten niederlegt, deren Anzahl die Regierung mitzuverantworten hat (durch falsche Maßnahmen und durch Zahlenmystik), lässt sich das als Ausbund von Scheinheiligkeit bezeichnen. Wo ist denn das „Mitgefühl“ der Regierung und der Medien gegenüber den isoliert Sterbenden und deren Angehörigen? Wo ist denn das „Mitgefühl“ gegenüber den Behandlungsbedürftigen, wenn 20 Kliniken geschlossen und 9000 Stellen abgebaut werden?
„Es kann niemanden gleichgültig lassen, dass Existenzen bedroht sind, wie schwierig es für sozial Benachteiligte ist, mit den Restriktionen umzugehen, welche gesundheitliche und psychische Schäden entstehen und was für eine Minderung der Lebensqualität ein Dauerausnahmezustand darstellt.“
Doch, Politik und Medien lässt das nicht nur gleichgültig, sie befördern das, nachhaltig.
„Dass eine zeitlich noch nicht absehbare Einschränkung der Grundrechte Gefahren in sich birgt, wird jeden Demokraten beunruhigen.“
Ja, Demokraten. Nicht jedoch Politik und Medien, die mit dem IfSG die Beerdigung der Demokratie feiern.
Dann wird es absurd:
„Es genügt nicht, sich immer wieder auf einige Wissenschaftler zu berufen (Ioannidis, Bhakdi), deren Veröffentlichungen umstritten und zumeist veraltet sind.“
Von wegen „einige Wissenschaftler“ – Der bloßen Anzahl der die Great Barrington Declaration unterzeichnenden Wissenschaftler hat die Regierung quantitativ fast nichts entgegenzusetzen (qualitativ überhaupt nichts).
Die Studien von Ioannidis sind aktuell, Bhakdis ebenfalls aktuelle Veröffentlichungen sind allenfalls bei den Studienabbrechern der Politologie, die „Faktenchecker“ betreiben, „umstritten“ oder bei solchen Postillen wie dem „Tagesspiegel“, die vor Hetze triefen.
Auf wen beruft sich die Regierung? Auf den Tierarzt Wieler, einen Charité-Mitarbeiter, dessen Qualifikation „umstritten“ ist und einen maoistischen Germanisten (für die Panik-Politik).
Die Mehrheit der Wissenschaftler dann noch als „Abweichler“ zu titulieren, ist nicht mal mehr ein Witz.
„Angriffe gegen Journalisten“ – Ja, das ist schlimm. Boris Reitschuster wurde von einer Flasche am Kopf getroffen (wohl kaum von „Querdenkern“ geworfen), ihm wurde das Handy, dass er für seinen Livestream nutzt, aus der Hand geschlagen (von einem Polizisten), auf der Bundespressekonferenz wird er angegangen und denunziert (von „Kollegen“). Das steht in der Tat „im Widerspruch zur erklärten Gewaltfreiheit, ganz abgesehen davon, dass ein Grundrecht beschädigt wird.“
„Eine gewagte Unterstellung ist auch der pauschale Vorwurf, die etablierten Medien seien regierungsbeflissen.“
Ach? Anne Will interviewt die Kanzlerin – das war nicht „regierungsbeflissen“? Nein, es war schlimmer.
Um es kurz zu machen: Lasst den Fehdehandschuh einfach liegen. Der Autor hat mehr als deutlich gemacht, dass sein Verständnis eines „Dialoges“ darin besteht, dass ein Wackeldackel seinen Äußerungen zustimmt.
PS: „fortlaufend alle relevanten Daten und Aspekte zum Pandemiegeschehens zu sammeln“ Wow. Warum ist das RKI nicht auf die Idee gekommen?