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  • J. Fox

mehr als 1000 Beiträge seit 27.08.2012

Science Fiction: Ressourcenlimit

Folglich gilt es, den Blick von der vertikalen, also noch oben gerichteten, zur horizontalen Nachhaltigkeitskommunikation zu richten. Was zwingt Wissenschaftler und Nachhaltigkeitsakteure überhaupt dazu, ausschließlich Forderungen an politische Entscheidungsträger zu richten, statt auf eine transformationsaffine Minderheit zu fokussieren, damit diese das Erfahrungswissen für einen Plan B hervorbringen kann?

Damit bliebe wenigstens die bescheidene Chance gewahrt, aus dezentralen Übungsräumen heraus das vorhandene Durchdringungspotenzial zukunftsbeständiger Daseinsformen auszuschöpfen, bevor absehbare Zusammenbrüche derartige Praktiken erzwingen.

Also das übliche Hippie-Dorf an der Mosel wieder erfinden, das mit wenigen Ressourcen ein schönes Leben führt und dafür auffallend oft nachts von Lieferfahrzeugen besucht wird, damit es niemand merkt?
Science Fiction. Aber das Ergebnis steht schon fest: Es klappt nicht. Das kommt daher, weil der Mensch ein extrem soziales Wesen ist, das immer das haben will, was andere haben: riesige SUVs, Zombphones, Tätowierungen, usw.

Dieser Ansatz kann nur scheitern. Gescheiter wäre es, ein lebenslanges Ressourcenlimit einzuführen.

Am Ende geht der Ressourcensozialismus dann ungefähr so:
-Kunde: Ich brauche einen neuen SUV, mein 3-Tonner wird zu klein
-Händler: Moooment, ich schau mal nach...ups, ihr anrechnungsfähiges Ressourcenlimit ist weit überschritten. Die nächsten 20 Jahre ist nichts mehr drin. Mein Tipp: fahren sie Rad, dann purzeln auch die Pfunde.

Damit wird dann zwar auch kein Bruttosozialprodukt erhöht, aber wenigstens gibts dann weniger SUVs 😇

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  • Avatar von schlamutzelnase
    • schlamutzelnase

    mehr als 1000 Beiträge seit 13.11.2015

    Re: "haben will"

    Antwort auf Science Fiction: Ressourcenlimit von J. Fox.

    Gut erkannt. Der Mensch wie man ihn heute weitgehend vorfindet ist ein Haben-Mensch. "Ich kaufe also bin ich" ist das Motto.

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  • Avatar von Flintix
    • Flintix

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.11.2020

    Antwort auf Science Fiction: Ressourcenlimit von J. Fox.

    Ich hab die Hoffnung auf Vernunft auch aufgegeben.

    Uns bleibt nur die Option:

    Drittens, zunehmend wirkmächtige Krisen, die der Gesellschaft reduktive Anpassungen im Sinne der Postwachstumsökonomie abverlangen.

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  • Avatar von Zusam
    • Zusam

    975 Beiträge seit 12.05.2015

    Antwort auf Re: "haben will" von schlamutzelnase.

    schlamutzelnase schrieb am 07.09.2024 16:06:

    Gut erkannt. Der Mensch wie man ihn heute weitgehend vorfindet ist ein Haben-Mensch. "Ich kaufe also bin ich" ist das Motto.

    Der Mensch von heute? Ich bin überzeugt, dass das vor 10.000, 2000 oder 300 Jahren nicht anders war. Statt "kaufen" gabs halt jeweils andere Methoden, das gewünschte zu bekommen - oder halt nicht.
    Ich bin recht froh, nicht zu einem dieser anderen Zeiträume gelebt zu haben.

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  • Avatar von Zusam
    • Zusam

    975 Beiträge seit 12.05.2015

    Antwort auf Re: Science Fiction: Ressourcenlimit von Flintix.

    Flintix schrieb am 07.09.2024 16:16:

    Ich hab die Hoffnung auf Vernunft auch aufgegeben.

    Uns bleibt nur die Option:

    Drittens, zunehmend wirkmächtige Krisen, die der Gesellschaft reduktive Anpassungen im Sinne der Postwachstumsökonomie abverlangen.

    Bist du die Reinkarnation von Pol Pot? Der hat auch auf diese Option gesetzt. Fahr mal nach Kambodscha, die Schädel in der Gedenkstätte sind sehr eindrucksvoll.

    Wagenknecht hat vollkommen recht, die Grünen sind die gefährlichste Partei Deuschlands.

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  • Avatar von Flintix
    • Flintix

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.11.2020

    Antwort auf Re: Science Fiction: Ressourcenlimit von Zusam.

    Manche scheinen nur noch in der Lage zu sein, wirres unzusammenhängendes Zeug von sich zu geben.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (07.09.2024 18:14).

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  • Avatar von Silviolin
    • Silviolin

    619 Beiträge seit 21.04.2024

    Antwort auf Science Fiction: Ressourcenlimit von J. Fox.

    "Das kommt daher, weil der Mensch ein extrem soziales Wesen ist, das immer das haben will, was andere haben: riesige SUVs, Zombphones, Tätowierungen, usw."
    Nein. Wer ist denn "der Mensch" ? Ich will z.B. gar nicht unbedingt haben, was andere haben. Ist ja mitunter zum Erbrechen.
    Eine Ressourcensteuerung / -limitierung könnte aber auch in eine Überwachung wie in China führen - wobei es natürlich nur um den Ressourcenverbrauchs des Bürgers ginge. Hehe.

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    • J. Fox

    mehr als 1000 Beiträge seit 27.08.2012

    Antwort auf Re: Science Fiction: Ressourcenlimit von Silviolin.

    Silviolin schrieb am 07.09.2024 18:48:

    Nein. Wer ist denn "der Mensch" ? Ich will z.B. gar nicht unbedingt haben, was andere haben. Ist ja mitunter zum Erbrechen.
    Eine Ressourcensteuerung / -limitierung könnte aber auch in eine Überwachung wie in China führen - wobei es natürlich nur um den Ressourcenverbrauchs des Bürgers ginge. Hehe.

    Menschen, allgemein gesprochen - so sind sie gestrickt, sonst gäbe es die Konsumgesellschaft in dieser Form nicht. Viele Firmen vertreiben Produkte übrigens oft auch zunächst umsonst oder für einen geringen Preis, um den Rest anzufixen.
    Was du für dich persönlich machst, steht auf einem anderen Blatt. Ich will und brauche den meisten Krempel übrigens auch nicht.

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  • Avatar von Emrymer
    • Emrymer

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.08.2020

    Wohl eher nicht, nein

    Antwort auf Re: Science Fiction: Ressourcenlimit von J. Fox.

    Menschen, allgemein gesprochen - so sind sie gestrickt, sonst gäbe es die Konsumgesellschaft in dieser Form nicht.

    Das ist aber so in keiner Weise zwingend.

    Die längste Zeit der Menschheit gab es nämlich erkennbar keine solche "Konsumgesellschaft". Wenn der Mensch "so gestrickt" wäre, hätte es das in der Form nie geben können.

    Daher: Nein. Man mag das manchen Menschen heute erfolgreich eingeredet haben, inklusive des Unfugs, daß der Menschen-Charakter so sei, falsch ist es dennoch. Es ist richtig, daß es je nach Charakter ein starkes Konkurrenzbedürfnis gibt, aber ebenso gibt es ein starkes Gemeinschaftsbedürfnis. Und das Konkurrenzbedürfnis muß keineswegs auf Besitz zielen, früher waren es je nachdem präzise Kampfweise, hervorragende Ästhetik, Beiträge zum Wohlleben der Gemeinschaft, Selbstwertgefühl, ... Da gab es natürlich auch jeweils die Notwendigkeit, eine gewisse Habe für das alltägliche Leben zu haben und zusammenzuhalten. Aber die Habe des anderen war zweitrangig. War er ein Feigling, ein Banause, ein selbstbezogener Egoist oder jemand, der gegen elementare Regeln verstoßen hatte, dann konnte er noch so reich sein - das Ansehen eines Habenichtses überstieg seines, wenn der in den wirklich wichtigen Dingen des Lebens brillieren konnte.

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  • Avatar von hrwe
    • hrwe

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.04.2001

    Antwort auf Science Fiction: Ressourcenlimit von J. Fox.

    J. Fox schrieb am 07.09.2024 16:00:

    Folglich gilt es, den Blick von der vertikalen, also noch oben gerichteten, zur horizontalen Nachhaltigkeitskommunikation zu richten. Was zwingt Wissenschaftler und Nachhaltigkeitsakteure überhaupt dazu, ausschließlich Forderungen an politische Entscheidungsträger zu richten, statt auf eine transformationsaffine Minderheit zu fokussieren, damit diese das Erfahrungswissen für einen Plan B hervorbringen kann?

    Damit bliebe wenigstens die bescheidene Chance gewahrt, aus dezentralen Übungsräumen heraus das vorhandene Durchdringungspotenzial zukunftsbeständiger Daseinsformen auszuschöpfen, bevor absehbare Zusammenbrüche derartige Praktiken erzwingen.

    Also das übliche Hippie-Dorf an der Mosel wieder erfinden, das mit wenigen Ressourcen ein schönes Leben führt und dafür auffallend oft nachts von Lieferfahrzeugen besucht wird, damit es niemand merkt?
    Science Fiction. Aber das Ergebnis steht schon fest: Es klappt nicht. Das kommt daher, weil der Mensch ein extrem soziales Wesen ist, das immer das haben will, was andere haben: riesige SUVs, Zombphones, Tätowierungen, usw.

    Dieser Ansatz kann nur scheitern. Gescheiter wäre es, ein lebenslanges Ressourcenlimit einzuführen.

    Am Ende geht der Ressourcensozialismus dann ungefähr so:
    -Kunde: Ich brauche einen neuen SUV, mein 3-Tonner wird zu klein
    -Händler: Moooment, ich schau mal nach...ups, ihr anrechnungsfähiges Ressourcenlimit ist weit überschritten. Die nächsten 20 Jahre ist nichts mehr drin. Mein Tipp: fahren sie Rad, dann purzeln auch die Pfunde.

    Damit wird dann zwar auch kein Bruttosozialprodukt erhöht, aber wenigstens gibts dann weniger SUVs 😇

    Es gibt bereits solche Initiativen. Also ist deine Argumentation einfach widerlegt.
    Es ist durchaus möglich, aus dem Hamsterrad „Ich will, ich will …“ auszubrechen.
    Man muss einfach erkennen, dass das nicht das Wesentliche im Leben sein kann.

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