Ansicht umschalten
Avatar von Jan Fritter
  • Jan Fritter

12 Beiträge seit 04.09.2024

Ich hab's doch erst kürzlich zitiert

Aber hier passt es genauso

Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern. Es gehören hierher: Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter, Winkelreformer der buntscheckigsten Art. Und auch zu ganzen Systemen ist dieser Bourgeoissozialismus ausgearbeitet worden.

Auch Herr Paech will den Kapitalismus nicht einmotten. Er will ihn nur hübscher anmalen. Hier mit dem Schlagwort Postwachstumsökonomie, eine Wunschvorstellung die sich mit Kapitalismus ungefähr so gut verträgt wie Feudalismus ohne Lehnsbauern und Leibeigene.

Bewerten
- +
  • Avatar von Grober_Unfug
    • Grober_Unfug

    mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.2003

    Antwort auf Ich hab's doch erst kürzlich zitiert von Jan Fritter.

    Auch Herr Paech will den Kapitalismus nicht einmotten. Er will ihn nur hübscher anmalen. Hier mit dem Schlagwort Postwachstumsökonomie, eine Wunschvorstellung die sich mit Kapitalismus ungefähr so gut verträgt wie Feudalismus ohne Lehnsbauern und Leibeigene.

    Woher kommt diese Gewissheit, das das zum Scheitern verurteilt sein muss?
    Was wären denn die Alternativen?
    Ich lerne gerne dazu!

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Flintix
    • Flintix

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.11.2020

    Antwort auf Ich hab's doch erst kürzlich zitiert von Jan Fritter.

    Was steht in den Grundzügen zur Postwachstumsökonomie dazu:

    Zur Milderung systemimmanenter Wachstumszwänge ist eine Boden- und Geldreform nötig. So könnten Regionalwährungen mit einer zinslosen Umlaufsicherung versehen werden.

    Zumindest scheint er sich der Probleme des Kapitalismus bewusst zu sein und arbeitet auch an Alternativen dazu.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von schlamutzelnase
    • schlamutzelnase

    mehr als 1000 Beiträge seit 13.11.2015

    Antwort auf Ich hab's doch erst kürzlich zitiert von Jan Fritter.

    Jan Fritter schrieb am 07.09.2024 12:45:

    Aber hier passt es genauso

    Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern. Es gehören hierher: Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter, Winkelreformer der buntscheckigsten Art. Und auch zu ganzen Systemen ist dieser Bourgeoissozialismus ausgearbeitet worden.

    Auch Herr Paech will den Kapitalismus nicht einmotten. Er will ihn nur hübscher anmalen. Hier mit dem Schlagwort Postwachstumsökonomie, eine Wunschvorstellung die sich mit Kapitalismus ungefähr so gut verträgt wie Feudalismus ohne Lehnsbauern und Leibeigene.

    Volle Zustimmung, aber man sollte immer die positiven Ansätze sehen:
    Paech:

    Ernsthafte Versuche zu unternehmen, die berechtigten Sicherheitsinteressen anderer Staaten zu respektieren und im Ernstfall Waffenstillstandsverhandlungen mit einem Aggressor zu führen, könnte viel Geld und Rüstungsproduktion sparen. Von Menschenleben ganz zu schweigen.

    und

    Wer nur noch 20 Stunden für Geld arbeitet und die freigewordene Stunden für nicht entfremdetes Schaffen in kooperativen Versorgungsnetzen verausgabt, hat im Übrigen etwas Besseres zu tun, als in einen Krieg zu ziehen.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von spintronic
    • spintronic

    976 Beiträge seit 02.10.2015

    Antwort auf Ich hab's doch erst kürzlich zitiert von Jan Fritter.

    Ich erkenne in den Vorschlägen von Herrn Paech mit schönen Worten getarnten Sozialismus.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Flintix
    • Flintix

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.11.2020

    Antwort auf Re: Ich hab's doch erst kürzlich zitiert von spintronic.

    spintronic schrieb am 07.09.2024 16:00:

    Ich erkenne in den Vorschlägen von Herrn Paech mit schönen Worten getarnten Sozialismus.

    Das ist spannend, ich vermute da erkennt jeder, was er ablehnt. Die einen Kapitalismus, die anderen Sozialismus. Ob es daran liegt, dass wir zu sehr gefangen sind in diesen beiden Alternativen und gar nicht mehr erkennen können, dass es evtl. noch was anderes gibt?

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Silviolin
    • Silviolin

    619 Beiträge seit 21.04.2024

    Antwort auf Ich hab's doch erst kürzlich zitiert von Jan Fritter.

    Ohne Wachstum kein Kapitalismus. Ich sehe da keine Wunschvorstellung oder Fassade.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von hrwe
    • hrwe

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.04.2001

    Antwort auf Ich hab's doch erst kürzlich zitiert von Jan Fritter.

    Jan Fritter schrieb am 07.09.2024 12:45:

    Aber hier passt es genauso

    Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern. Es gehören hierher: Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter, Winkelreformer der buntscheckigsten Art. Und auch zu ganzen Systemen ist dieser Bourgeoissozialismus ausgearbeitet worden.

    Auch Herr Paech will den Kapitalismus nicht einmotten. Er will ihn nur hübscher anmalen. Hier mit dem Schlagwort Postwachstumsökonomie, eine Wunschvorstellung die sich mit Kapitalismus ungefähr so gut verträgt wie Feudalismus ohne Lehnsbauern und Leibeigene.

    Formal mag der Kapitalismus zwar bestehen bleiben, allerdings wird dessen grundlegender Antrieb in dieser Teilgesellschaft entkräftet.
    Im Grunde ist es eher Anarchismus, der zunächst in einem globalen Kapitalismus existiert.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Kosake
    • Kosake

    6 Beiträge seit 06.04.2012

    Antwort auf Ich hab's doch erst kürzlich zitiert von Jan Fritter.

    Menschen, die genau nichts an der bestehenden, auf Ausbeutung von Mensch und Natur, basierenden Gesellschaftsform ändern wollen, erkennt man immer daran, dass sie "den Kapitalismus" für alles verantwortlich machen. "Den Kapitalismus" abschaffen zu wollen, ist gleichzusetzen mit der Forderung, es solle doch endlich ein Jedi-Ritter oder ein Gott oder sonst irgendwer uns vom bösen Kapitalismus befreien - und bis dahin müsse der Mensch eben weiter vor sich hin konsumieren.

    Immanuel Kant würde im Grabe rotieren, würde er heute noch leben. Weiter von seinem Kategorischen Imperativ waren wir nie entfernt.

    Kapitalismus ist nur ein Symptom. Ein Symptom von Gier! Gier im Sinne von Haben-Wollen und Mehr-Haben-Wollen.
    Und die Ursache dieser Gier ist Angst. Angst vor Abstieg, Angst vor Ausschluss.

    Die ganze Kritik an der Klassengesellschaft ist immer konsumorientiert. Alle, rechts wie links, reden immer nur über Geld. Die Lebensqualität eines Menschen bemisst sich aber nicht nur am Geld sondern in Fähigkeiten. Siehe z.B. Amartya Sen oder Martha Nussbaum. Und ich glaube, man muss der Zivilgesellschaft mitteilen, dass dieses Modell, Wohlstand nicht nur an Geld zu bemessen, sondern in einer Mixtur aus Geld und der Fähigkeit, entmonetarisiert Versorgungsleistungen zu liefern; dass genau ist das Ende des Kapitalismus!

    Eine Entmonetarisierung unseres Lebensqualitätsbegriffs und auch unseres Daseins in der Wirtschaft ist die Voraussetzung für die Abschaffung unseres ausbeuterischen Kapitalismus.

    Das heißt auch, dass politisch keine Änderung dieses ausbeuterischen Systems zu erwarten ist. In einer parlamentarischen Demokratie gibt es so etwas wie eine Systemlogik. Wahlen gewinnt nur, wer Geschenke verteilt und den Menschen nichts zumutet.

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten