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mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.2003

Krieg, Klima und Gedöns ...

… nur eins nicht: Lösungen.

Im Grunde setzt sich im großen Stil fort, was bereits im Kleinen vor allen Dingen von den Grünen zelebriert wurde: eine Politik, die einer Ideologie folgt und sich nicht um Konsequenzen schert. Das fängt an bei der Mobilitätswende, setzt sich fort bei der Energiewende, geht über den Klimaschutz und, und, und … Ideologie und Inkompetenz sind eine tödliche Mischung in einer Entscheidungsposition.

Spielen wir's kurz durch: Europa ist hochgradig abhängig von Gas- und Ölimporten. Dabei ist kein Deal zu schmutzig und kein Regime zu weit entfernt von der Achtung der Menschenrechte, solange das schwarze Gold fließt und Gas pünktlich geliefert wird. Ich höre jedenfalls nur sehr selten und nur sehr vorsichtig geäußerte Kritik an den Saudis, wenn es um Menschenrechtsverletzungen geht. Der Krieg im Jemen ist völlig vergessen, auch wenn die humanitäre Katastrophe noch anhält. Auch andere klassische Ölstaaten sind kaum vereinbar mit den "westlichen Werten", aber sie liefern eben zuverlässig und mit Dollarbindung ihre Energieträger. Und das ist offenbar ein guter Grund, um, so wie jüngst Herr Habeck, eine tiefe Verbeugung darzubieten und als Bittsteller in Katar aufzutreffen.

Russland ist ein gutes Stück näher dran am "westlichen Standard", auch was Menschenrechte betrifft. Das Vergehen dieser Nation ist aktuell der Krieg gegen die Ukraine. Nun ist die Ukraine weder Bündnispartner der NATO noch EU-Mitglied, sondern einfach eine Nation, die sich aktuell im Krieg mit Russland befindet - der Krieg wurde von Russland entfacht, die Gründe sind vielfältig und kaum aus der Ferne sinnvoll zu ergründen. Das Minsker Abkommen wäre sicherlich zu nennen, vielleicht auch der seit 2014 andauernde "vergessene" Bürgerkrieg mitsamt ethnischer Säuberungen an der russischen Ethnie in der Ostukraine. Aber das ist ja alles erstmal uninteressant, wenn man Russland als Exporteur für uns wichtiger Energieträger vergleicht mit den OPEC-Staaten - und eigentlich den verlässlicheren und angenehmeren Partner in den Russen erkennen müsste, jedenfalls aus europäischer Sicht.

Vielleicht ist das ja den US-Amerikanern ein Dorn im Auge, dass Europa eine sicherere Energieversorgung durch russisches Gas und Öl schaffen kann, als die USA. Vielleicht ist es "nur" ein zum weitweiten Handelskrieg ausgewachsener regionaler Konflikt, um endlich das klimaschädliche, teure Frackinggas mit klimaschädlichen und ineffizienten Frachtern aus den USA nach Europa zu schippern, um nur einen Bruchteil des Bedarfs zu decken, der sonst leicht über Nordstream I (ohne NS II) zu decken wäre. Geschäftemacher Trump wäre das zuzutrauen gewesen, aber es sitzt nicht Trump in Washington, sondern der "gute Demokrat" Joe Biden.

Krieg ist Mist. Besonders für diejenigen, die darunter leiden. Es ist nur eben nicht unser Krieg und hätten wir eine kompetentere Entscheidungsriege in Berlin und Brüssel sitzen, würde die das auch erkennen. Die Russen mit Sanktionen einzudecken und nebenzu Waffen an die Ukraine zu liefern ist so richtig dämlich und keineswegs sinnvoll, um eine friedliche Lösung zu finden. Womöglich schafft man nur Grundlage für einen größeren Krieg, einen Flächen- oder gar einen Weltenbrand. Dann hat man's geschafft und ein verlorenes ukrainisches Leben eingetauscht gegen zehn oder zwanzig andere Leben in Polen, in Frankreich, in Italien oder eben in Deutschland. Ob's das wert ist?

Unsere Energieversorgung aus Russland wegen eines Vorspiels zum Weltkrieg zu gefährden, ist natürlich angesichts der fehlenden Alternativen auch ein beispielloses Versagen unserer Volksvertreter. Russland kann es sich leisten, kein Öl und kein Gas mehr nach Europa zu liefern. Aber Europa kann es sich nicht leisten, auf Öl und Gas aus Russland zu verzichten, wenn es keine Alternativen gibt, auf die kurzfristig zugegriffen werden kann. Droht zudem ein Waffengang aufgrund falsch verstandener Hilfsbereitschaft der Ukraine gegenüber, wird es noch sehr viel spannender für uns: ohne Öl und Gas fährt und fliegt kein militärisches Gerät.
Also falls unsere Entscheidungsträger auf die wahnsinnig schlaue Idee gekommen sein sollten, erst einmal die Versorgungssicherheit zu zerstören und dann die wenigen übrig gebliebenen Rohstoffe für einen Waffengang rauszuhauen, werden die ein blaues Wunder erleben. Aber's ist eben wie's ist: die ideologisch aufgeladene, von Inkompetenz geprägte Politik, die insbesondere von den Grünen wunderbar dargestellt wird, sorgt sich nicht im die Konsequenzen ihres Handels.

Europa in einen Weltkrieg stolpern zu lassen ohne kriegsbereite Wirtschaft, ohne Reserven zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit von Zivilbevölkerung und Militär, ohne kurzfristig dauerhaft einsetzbares Militär … also ich weiß nicht.

Schlauer wär's, zu deeskalieren und wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Mein Tipp wäre, die Niederlage der Ukraine zu akzeptieren und mit kluger Diplomatie die Kapitulationsbedingungen so zu gestalten, dass sowohl Ukraine wie Russland ohne Gesichtsverlust aus der Nummer herauskommen. Das hätte auch den Vorteil, dass die Friedensverhandlungen sehr viel angenehmer für die Ukraine ausfallen könnten und der Wiederaufbau als gemeinsame Anstrengung Europas und Russlands durchgeführt werden könnte. Nichts würde den angerichteten Schaden schneller reparieren, als vernünftige Politik.

Denn die UNVERNÜNFTIGE Politik hat uns ja eigentlich erst in die Situation geführt. Das schließt auch den Krieg mit ein. Oder den Klimairrsinn: 200 Milliarden Euro für "Klimapolitik". Das Geld wäre besser angelegt in Renaturierungsvorhaben, Wiederaufforstungen und Finanzierung von 20 Lehrstühlen, die sich mit dem Themenkomplex beschäftigen. Also die Partei, die statt viel Klimageld und Emissionshandel lieber auf Maßnahmen vor der Haustüre setzt, geschädigte Wälder aufforstet und zerstörte Landschaften wieder aufbaut, die hat meine Stimme bei der nächsten Wahl.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (29.03.2022 15:46).

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  1. - unbekannter Benutzer 50 Krieg, Klima und Gedöns ...
    1. Sauerkotze   Re: Krieg, Klima und Gedöns ...
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