Ob es die idealisierte Form von Journalismus, die möglichst objektiv und vollständig informieren will, so jemals gegeben hat, mal dahin gestellt. Aber was wir seit Jahren (Jahrzehnten) hier erleben, ist immer offensichtlicher Interessen geleitete PR. Das was Pressesprecher von Unternehmen machen. Niemand erwartet von so jemand ernsthaft, neue und vollständige Informationen über das bereits bekannte hinaus - ein PR-Fachmann hat den Job, die Tatsachen selektiv herauszustellen, die sein Unternehmen gut aussehen lässt, und die, die es nicht gut aussehen lässt, zu verschweigen.
Edward Bernays beschrieb das bereits in seinem aus den 1920er stammenden Buch "Propaganda". Er fand das ganz normal, die Öffentlichkeit nur so weit zu informieren, damit sie die gewünschten Schlüsse zieht. Das ist also ein altes Phänomen, das natürlich im Krieg besondere Bedeutung bekommt. Nach den Nazis und Goebbels "Propaganda-Ministerium" war der Begriff verbrannt, und seit dem nennt man das public relation.
Im Kriegs-Journalismus will man nicht nachvollziehbar die Argumente der Gegenseite darstellen, sondern selektiert die Informationen zielgerichtet so, das die Gegenseite unnachvollziehbar, unverständlich und nur von niedrigsten Motiven geleitet, sein kann. Wer will mit so jemanden sprechen, erwartet von Verhandlunge sinnvolle Ergebnisse? Niemand! Und daher stimmt man die Bevölkerung auf weitere Kriegseskalatione ein, und viele die sich mit diesen Techniken nicht auskennen, sind dann irgend wann auf dem gewünschtem Meinungskorridor.