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  • Leser2015

481 Beiträge seit 19.11.2015

Sorry, unverständliches Plädoyer für politische Willkür – ohne Evidenzbasis?

Nun ja, so sehr ich den Autor Peter Nowak an sich schätze, so merkwürdig wirkt dieser Kommentar – oder ich missverstehe dessen Botschaft völlig. Fest steht doch, dass solche Expertengremien wie die thematisierte Ständige Impfkommission (Stiko) keine "technokratische Herrschaft" (Nowak) ausüben können, selbst wenn sie dies denn wollten, und bislang politische Herrschaft wohl auch nicht suchten, sondern lediglich den tatsächlich politisch Herrschenden lösungsorientierte und im Idealfall möglichst evidenzbasierte Ratschläge geben. Die wissenschaftliche Evidenzbasis jeder konkreten Empfehlung sollte dann sowohl überprüfbar als auch diskutabel sein; bloße Beratung belegt noch keine Herrschaft.

Und wie man zwischen Empfehlung und Herrschaft klar trennen muss, so sollte man auch den Begriff des Politischen nicht überdehnen –, denn wer in den im Artikel erwähnten Fragen der Impfpriorisierung keine medizinischen, sondern in erster Linie sozialpolitische Entscheidungen sieht, der wird sich auch als Ersthelfer bei einem Unfall mit mehreren unterschiedlich schwer Verletzten dann als Sozialpolitiker betrachten. Menschlich? Politische Perspektiven wirken in Rettungsfällen so unheimlich wie gefährlich!

Und aktuell geht es schlicht um die rein medizinische Fragestellung, ob sich ein junger Mensch durch eine Impfung gegen COVID-19 unnötigerweise selbst gefährdet, also hinsichtlich jener gentechnischen Präparate um die anwendungsbezogene Kosten-Nutzen-Analyse für eine bestimmte Personengruppe, über deren Ergebnis sich medizinische Experten bislang uneins sind. Natürlich hätte eine empfohlene Selbstgefährdung zum Schutze anderer Menschen eine sozialpolitische Dimension, doch ist vor jeder politischen Entscheidung zunächst einmal das medizinstatistische Problem des Impfrisikos zu klären.

In dem Zusammenhang kann man es nur bedauern, dass sich sowohl Mediziner als auch die Presse darum drücken, die Nebenwirkungen der neuartigen Impfstoffe gegen COVID-19 zu quantifizieren und mit bekannten, bewährten Präparaten zu vergleichen, mit denen die Bevölkerung einige Erfahrung hat. Wie viele Todesfälle pro Jahr werden etwa der Grippeschutzimpfung zugeschrieben und wie viele den neuartigen, gentechnischen gegen eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Erkrankung?

Dies sollte doch zu recherchieren sein! Beunruhigend wirkt auch, dass, legt man die gleichen Kriterien wie beim Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion zugrunde, die Letalitätsrate durch die Impfungen bei etwa 0,1% liegen könnte, also ungefähr ein Todesfall auf tausend verabreichter Impfdosen, und damit gar in der Größenordnung der bisherigen bevölkerungsbezogenen Mortalitätsrate durch COVID-19 in Deutschland (vgl. etwa Public Health Scotland COVID-19 Statistical Report As at 21 June 2021 vom 23.06.2021). Sofern sich dieser Verdacht am Ende bestätigen sollte, so werden im Zusammenhang mit der Verabreichung dieser neuartigen Impfstoffe ähnlich viele Menschen versterben wie mit einem SARS-CoV-2-positiven PCR-Test – plus des Restrisikos, trotzdem noch COVID-19 zu erliegen, denn keine Impfung kann das Sterberisiko auf null reduzieren, und keine Impfung erzeugt sterile Immunität.

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