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Avatar von geranios
  • geranios

mehr als 1000 Beiträge seit 18.08.2010

Alles auf Strom - nix Gas.

Power-to-Gas ist eine Schnapsidee der Brennstoffbegeisterten. Das wird sicher an der ein oder anderen Stelle im Energiesystem der Zukunft eine Rolle spielen - etwa in der Stahl- und chemischen Industrie zur stofflichen Nutzung. So wie auch die Förderung von Kohle, Gas und Öl weitergehen werden - aber nicht zur simplen Verbrennung, daß ist die größte Dummheit unseres tradierten Energiesystems.

Für die Versorgung des Landes wird aber der allergrößte Teil der Endenergie elektrisch bereitgestellt. Und das geht nur, wenn wir uns darauf konzentrieren, das vorhandene Stromnetz an den relevanten Stellen so zu verstärken, daß interkontinental zig GW transferiert werden können. Mindestens zwischen Asien, Afrika und Europa. Innerhalb Europas können schon jetzt relativ problemlos Leistungen bis etwa 20 GW hin- und hergeschoben werden. Das muss ausgebaut werden, statt sinnlos weiter Geld in thermodynamische Prozesse zu verballern, die einfach nie wirklich so effizient sein können, wie alles, was man direkt mit Strom machen kann. Herr Carnot hat das vor langer Zeit herausgefunden und wurde bis heute nicht widerlegt.
Es ist besonders absurd, daß man von der Stromversorgung durch EE plötzlich nationale Autarkie fordert - daß hatten wir noch nie in der Energiewirtschaft und werden wir auch nie haben. Nicht im dichtbesiedelten Westeuropa. Klar werden wir dann Strom aus Nordafrika beziehen, aus Asien, aus "bösen Schurkenstaaten". Aber das hat uns bei Öl, Gas, Kohle und Uran auch nie gestört - und wird auch kein Problem sein, wenn das Netz so groß und stark ist, das man nicht in unilaterale Abhängigkeiten gerät.

Ein Netzausbau hat zudem den großen Vorteil, daß er eine Investition für 50-100 Jahre ist und einen NICHT an eine bestimmte Erzeugungsform kettet (wie etwa Gaskraftwerke). Wenn wir etwas billigeres finden als Wind und Sonne kann auch der Strom problemlos darüber fließen.

Ein Stromnetz ist obendrein erheblich billiger und effizienter, als Rohre, Schiffe, Züge oder gar LKW, die irgendwelche Stoffe in Millionen-Einheiten transportieren sollen.

Das bisschen Rest-Pufferung, was dann noch nötig ist, kann lokal problemlos mit Batterien und Lastmanagement erledigt werden. Das wiederrum verstetigt die Netzbelastung und begrenzt die notwendige Leitungskapazität auf bezahlbare Maße.

Großverbraucher wie TRIMET oder die Bahn ohne eigenes Backup muss man dann ggf.
aus der Solidargemeinschaft der Netznutzer rauswerfen. Aber TRIMET (1% des deutschen Stromverbrauchs) hat das schon längst kapiert und seine Prozesse netzdienlicher und ausfallsicherer gestaltet.

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  • Avatar von Oschia
    • Oschia

    mehr als 1000 Beiträge seit 24.07.2019

    Alles auf galvanischen Strom

    Antwort auf Alles auf Strom - nix Gas. von geranios.

    .. wie es schon der alte Edison gefordert hatte. Trafos und Drehstrommaschinen waren Unfug.

    Das Wechselstrom-Verbundnetz ist nach Ausdehnung bis Türkei jetzt schon am Pendeln.
    Wenn wir noch weiter wollen, kommen wir um massig Gleichrichter für HGÜ nicht drumrum.

    PS Wie kriegt man da den Funken bei durchfliegender Sicherung wieder gelöscht?

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  • Avatar von geranios
    • geranios

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.08.2010

    Antwort auf Alles auf galvanischen Strom von Oschia.

    Da geb ich Dir Recht - der Sieg von Westinghouse war eine historische Sackgasse.

    1100 kV hat man heute schon im Griff - und damit > 500 MW

    https://press.siemens.com/global/de/feature/weltweit-erster-1100-kv-hgue-transformator

    Obwohl das Teil aussieht wie der utopische Traum von Nicolai Tesla kommt es aus dem biederen Frankenland und wird - natürlich - genutzt in China....

    Verlustarme Übertragung von 12 GW über 3300 km. Also von Marokko bis Schweden

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  • Avatar von Oschia
    • Oschia

    mehr als 1000 Beiträge seit 24.07.2019

    .. mit Zwölf, drölf oder Nullkomma587 Gigavoltampère?

    Antwort auf Re: Alles auf galvanischen Strom von geranios.

    Noch vor hundertundeins Jahren hatten die Konsumenten ja gegeizt mit den Gigavoltampère - und gaben sich zufrieden mit Glühbirnen, die lediglich tausend Stunden hielten. Mit Gleichstrombirnen wär' das nicht passiert.

    https://press.siemens.com/global/de/feature/weltweit-erster-1100-kv-hgue-transformator

    Nun stell dir das mal das Britzeln von 12 GW im Quecksilbergleichrichter vor!

    PS Aber womit knipst man das ggf. wieder aus? Ohne vollautomatischen Nulldurchgang knabbert sich solch Britzeln doch das ganz Netz entlang.

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  • Avatar von OochNee
    • OochNee

    933 Beiträge seit 26.11.2021

    Antwort auf .. mit Zwölf, drölf oder Nullkomma587 Gigavoltampère? von Oschia.

    Ohne vollautomatischen Nulldurchgang knabbert sich solch Britzeln doch das ganz Netz entlang.

    Das wird lustig. Habeck, Baerbock und Özdemir kriegen das hin.

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  • Avatar von geranios
    • geranios

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.08.2010

    Ich glaub, die Schwiizer warens

    Antwort auf .. mit Zwölf, drölf oder Nullkomma587 Gigavoltampère? von Oschia.

    Aber is schon wieder ein alter Hut, ham die schon seit 2013 im Angebot:

    https://www.abb-kundenmagazin.ch/fokus/einfach-schalten/

    Schalter gefüllt mit SF6. Gebaut in D-land (Ratingen) - benutzt in China (Drei-Schluchten-Damm)

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  • Avatar von LuckerMcWin
    • LuckerMcWin

    334 Beiträge seit 18.05.2021

    Ich bin immer wieder erstaunt wieviel Infrastruktur die angeblich dezentralen

    Antwort auf Alles auf Strom - nix Gas. von geranios.

    EEs brauchen.
    Man sollte ja meinen es wäre weniger.

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  • Avatar von geranios
    • geranios

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.08.2010

    Es ist weniger, viel weniger

    Antwort auf Ich bin immer wieder erstaunt wieviel Infrastruktur die angeblich dezentralen von LuckerMcWin.

    Du wärst vielleicht noch erstaunter, wenn Du mal drüber nachdenken würdest, was man bei einer EE-Versorgung alles NICHT braucht:
    - Bergwerke
    - Minen
    - Bohrtürme und Plattformen im Meer
    - Riesenbagger
    - Transportbänder
    - LKW in allen Formen, Größen und Farben
    - Züge
    -Schiffe
    - Hubschrauber und Flugzeuge
    - Pipelines
    - zigtausende billige Arbeitskräfte in armen Ländern
    - Müllhalden
    - Entsorgungsschächte
    - Zwischen- und Endlager
    - Müllbewacher
    -Schornsteine, Abgaskamine

    aber das meiste davon sieht man ja nicht, weil es bei "dreckigen Indianern und Negern" passiert - also staunt der Deutsche Michel über Stromleitungen.

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  • Avatar von LuckerMcWin
    • LuckerMcWin

    334 Beiträge seit 18.05.2021

    Transportiert man PVs mit Pferden?

    Antwort auf Es ist weniger, viel weniger von geranios.

    Da steht jetzt aber schon eine menge Quatsch...

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  • Avatar von momba (1)
    • momba (1)

    385 Beiträge seit 07.12.2015

    Antwort auf Alles auf Strom - nix Gas. von geranios.

    Die Bahn ohne eigenes Backup, da hat einer aber eine Ahnung.

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