Power-to-Gas ist eine Schnapsidee der Brennstoffbegeisterten. Das wird sicher an der ein oder anderen Stelle im Energiesystem der Zukunft eine Rolle spielen - etwa in der Stahl- und chemischen Industrie zur stofflichen Nutzung. So wie auch die Förderung von Kohle, Gas und Öl weitergehen werden - aber nicht zur simplen Verbrennung, daß ist die größte Dummheit unseres tradierten Energiesystems.
Für die Versorgung des Landes wird aber der allergrößte Teil der Endenergie elektrisch bereitgestellt. Und das geht nur, wenn wir uns darauf konzentrieren, das vorhandene Stromnetz an den relevanten Stellen so zu verstärken, daß interkontinental zig GW transferiert werden können. Mindestens zwischen Asien, Afrika und Europa. Innerhalb Europas können schon jetzt relativ problemlos Leistungen bis etwa 20 GW hin- und hergeschoben werden. Das muss ausgebaut werden, statt sinnlos weiter Geld in thermodynamische Prozesse zu verballern, die einfach nie wirklich so effizient sein können, wie alles, was man direkt mit Strom machen kann. Herr Carnot hat das vor langer Zeit herausgefunden und wurde bis heute nicht widerlegt.
Es ist besonders absurd, daß man von der Stromversorgung durch EE plötzlich nationale Autarkie fordert - daß hatten wir noch nie in der Energiewirtschaft und werden wir auch nie haben. Nicht im dichtbesiedelten Westeuropa. Klar werden wir dann Strom aus Nordafrika beziehen, aus Asien, aus "bösen Schurkenstaaten". Aber das hat uns bei Öl, Gas, Kohle und Uran auch nie gestört - und wird auch kein Problem sein, wenn das Netz so groß und stark ist, das man nicht in unilaterale Abhängigkeiten gerät.
Ein Netzausbau hat zudem den großen Vorteil, daß er eine Investition für 50-100 Jahre ist und einen NICHT an eine bestimmte Erzeugungsform kettet (wie etwa Gaskraftwerke). Wenn wir etwas billigeres finden als Wind und Sonne kann auch der Strom problemlos darüber fließen.
Ein Stromnetz ist obendrein erheblich billiger und effizienter, als Rohre, Schiffe, Züge oder gar LKW, die irgendwelche Stoffe in Millionen-Einheiten transportieren sollen.
Das bisschen Rest-Pufferung, was dann noch nötig ist, kann lokal problemlos mit Batterien und Lastmanagement erledigt werden. Das wiederrum verstetigt die Netzbelastung und begrenzt die notwendige Leitungskapazität auf bezahlbare Maße.
Großverbraucher wie TRIMET oder die Bahn ohne eigenes Backup muss man dann ggf.
aus der Solidargemeinschaft der Netznutzer rauswerfen. Aber TRIMET (1% des deutschen Stromverbrauchs) hat das schon längst kapiert und seine Prozesse netzdienlicher und ausfallsicherer gestaltet.