Denken unsere Politiker eigentlich nicht an diese kleine Weisheit, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine auch irgendwann mal aus sein könnte? Dann geht es an den Verhandlungstisch, wenn eine der beiden Kriegsparteien kapituliert / sich zurückzieht / einen "weißen" Status Quo Frieden anstrebt.
Nehmen wir an, heute wäre dieser Tag. Russland und Ukraine beenden die Kampfhandlungen. Dann endet der Krieg und die Zeit nach dem Krieg beginnt. Dann beginnen auch die Aufräumarbeiten, es werden die Toten gezählt, es wird über Reparationen verhandelt werden und ggf. Grenzen neu gezogen. Und dann wird auch die Rolle der Dritten im Konflikt bewertet werden.
Ich sag's mal so: all die Brücken, die heute abgerissen werden, sei es nach Russland, nach Ungarn, nach Indien, China oder eben auch zur Ukraine, baut man nicht so schnell wieder auf. Die Kriegsschäden sind bezifferbar, aber die Schäden durch die abgerissenen Brücken kann vielfach höher sein. Statt den "Feind heute" als "Freund morgen" zu betrachten, zementiert man den Feindstatus nur noch mehr.
Weitsichtige Staatsleute suchen bereits jetzt nach Mitteln und Wegen, mit beiden Kriegsparteien in Verhandlungen treten zu können. Diese Weitsicht vermisse ich, statt dessen kurzsichtiges, rücksichtsloses Agieren. In unserem Falle schafft Berlin es, nicht nur mit Moskau den Dialog zu verlieren, sondern auch mit Kiew. So diplomatisch ungeschickt handeln wir gerade in dem Konflikt in Osteuropa, dass wir uns keine "Sorgen" machen brauchen, am Verhandlungstisch den Mediator geben zu müssen.
Das ist bedauerlich.
Die Zerstörung aller Brücken nach Moskau ist dagegen eine große Dummheit.