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Ich verstehe das Problem nicht: AstraZeneca kostet doch nur 1,78 Euro

Das bedeutet, dass die Bundesregierung - wohlgemerkt bei einer angemessenen Vergütung - die Hersteller von Impfstoffen ausnahmsweise im Interesse der öffentlichen Wohlfahrt veranlassen kann, Lizenzen an andere Firmen zu vergeben (§ 24 des Patentgesetzes), um die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Die Politik könnte nach diesen Vorschriften auch über angemessene Preise für die Impfstoffe bestimmen.

Ich verstehe das Problem nicht: AstraZeneca kostet doch nur 1,78 Euro.
Inwiefern soll dieser Preis nicht angemessen sein?
Warum sollte AstraZeneca sich weigern, zu ähnlichen Konditionen eine Lizenz für Indien zu vergeben?

Mit Abstand am günstigsten wäre laut dem Dokument das Mittel von AstraZeneca mit nur 1,78 Euro pro Dosis.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/belgien-politikerin-verraet-versehentlich-impfstoffpreise-auf-twitter-a-7313d168-6486-45d5-9fef-b347639e3d03-amp

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    Antwort auf Ich verstehe das Problem nicht: AstraZeneca kostet doch nur 1,78 Euro von Populist.

    AZ hat den Impfstoff an Indien lizenziert. Allerdings reichen die Produktionskapazitäten nicht aus und werden gerade ausgebaut. Indien hat auch einen eigenen Impfstoff (den könnten sie ja mal landesweit durchlizensieren oder das Patent freigeben).
    Indien leidet derzeit sowohl unter Kapazitätsmangel als auch unter dem Mangel an (aus den USA bezogenen) Vorprodukten für Vektorimpfstoffe.
    Indien möchte wohl auch Johnson sowie Sputnik in Lizenz produzieren.

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    Was hat der Patentschutz mit fehlenden Produktionskapazitäten zu tun?

    Antwort auf Re: Ich verstehe das Problem nicht: AstraZeneca kostet doch nur 1,78 Euro von Subzero.

    Subzero schrieb am 22.05.2021 19:33:

    AZ hat den Impfstoff an Indien lizenziert. Allerdings reichen die Produktionskapazitäten nicht aus und werden gerade ausgebaut.

    Was hat der Patentschutz mit fehlenden Produktionskapazitäten zu tun?

    Wenn fehlende Produktionskapazitäten das Problem sind, warum wird dann mach einer Aussetzung des Patentschutzes gerufen. Das ergibt doch keinen Sinn.

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    Antwort auf Was hat der Patentschutz mit fehlenden Produktionskapazitäten zu tun? von Populist.

    Man hofft über eine Aussetzung des Patentschutzes einen kostenlosen Technologietransfer in Richtung Indien in Gang zu bringen. Derzeit sind sie zB nicht fähig mRNA-Impfstoffe zu produzieren.
    Und eine Patentaussetzung nur für die Impfstoffe (egal ob Vektor oder mRNA) würde da nicht ausreichen. Es gibt da einen ganzen Arsch voll Nebenpatente, die auch mit ausgesetzt werden müßten und die aber auch für andere Produkte brauchbar sind. Und diese Produkte könnten sie dann legal ohne Lizenzerwerb exportieren. In Indien jucken sie diese Patente nicht, da pfeifen sie eh drauf. Aber sie können das Ergebnis der Patentverwertung eben nicht (in den Westen) exportieren.

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    Antwort auf Re: Was hat der Patentschutz mit fehlenden Produktionskapazitäten zu tun? von Subzero.

    Subzero schrieb am 22.05.2021 21:36:

    Es gibt da einen ganzen Arsch voll Nebenpatente, die auch mit ausgesetzt werden müßten und die aber auch für andere Produkte brauchbar sind. Und diese Produkte könnten sie dann legal ohne Lizenzerwerb exportieren. In Indien jucken sie diese Patente nicht, da pfeifen sie eh drauf. Aber sie können das Ergebnis der Patentverwertung eben nicht (in den Westen) exportieren.

    Das ist doch absurd. Selbst wenn es eine Patentaussetzung geben sollte, wird diese doch absehbar rechtlich so gestaltet sein, dass sie nur für die Produktion von COVID-19-Impfstoffen gilt und auch nur auf bestimmte Regionen beschränkt ist. Niemand in Indien wird doch ernsthaft annehmen, dass der Westen ihnen erlaubt, beliebige Produkte für beliebige Märkte zu produzieren.

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    • Alfido

    778 Beiträge seit 08.01.2021

    Antwort auf Was hat der Patentschutz mit fehlenden Produktionskapazitäten zu tun? von Populist.

    Populist schrieb am 22.05.2021 19:52:

    [quote]

    Subzero schrieb am 22.05.2021 19:33:

    [quote]

    Das ergibt doch keinen Sinn.

    [/quote]

    Also was zu diesem Thema in den "guten" Medien so publiziert wurde und Sinn ergeben hat, kann sich nur jemand an den Fingern abzählen, der beide Hände gleichzeitig vorher in der Kreissäge seiner Schreinerei verloren hat. So meine Erfahrung.

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  • Avatar von amestis
    • amestis

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.01.2019

    Antwort auf Re: Was hat der Patentschutz mit fehlenden Produktionskapazitäten zu tun? von Subzero.

    mRNA-Impfstoffe sind leichte herzustellen als Vektor-Impstoffe. Nun zu schlussfolgern, daß Indien als Massenproduzent von Impfstofffen aller Art dazu nicht in der Lage ist, klingt sehr vermessen.

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