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  • 12haf

528 Beiträge seit 24.01.2002

Erzählung aus einer Parallelwelt

Man kann sich über die Aussagen in diesem Artikel nur verwundert die Augen reiben. So viel Ungenauigkeit und schlicht weg reine Fantasie, lässt einen fassungslos zurück.

Da wird erst Mal ein Gründungsmythos für die AfD erfunden:

Neben all diesen Dauerbrennerproblemen hat die Migrationspolitik seit 2015 viele Bürger bereits so beunruhigt, dass aus spontanen Bewegungen an den Brennpunkten und in Problemvierteln neue Parteien entstanden sind, vor allem die Alternative für Deutschland.

Die 2013 gegründete AfD wurde nicht in "Brennpunkten und in Problemvierteln" gegründet, sondern von "Gutverdienern" wie Publizisten, Professoren und Juristen [1]. Zu dieser Zeit war die AfD in erster Linie eine Partei die die D-Mark zurückbringen und die EU verlassen wollte. Natürlich war die AfD schon damals rechts-national, aber das Asylrecht wurde z.B. nicht in Frage gestellt und sogar ein sofortiges Arbeitsrecht gefordert [2]:

AfD Wahlprogramm 2013 --------------------- Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiederein- führung der DM darf kein Tabu sein. Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen. Ernsthaft politisch Verfolgte müssen in Deutschland Asyl finden können. Zu einer menschenwürdigen Behandlung gehört auch, dass Asylbewerber hier arbeiten können.

Die Zunahme an Popularität der AfD, war durch die erfolgreiche Unterwanderung durch Rechtsextreme (ala Höcke & Co), populistischen Kampagnen, finanziert durch im Ausland lebende Milliardäre [3] und bewusste Eskalation der sozialen Verhältnisse durch die etablierten Parteien geschuldet.

Ihre weiter steigenden Wahlerfolge zeigen, dass es aussichtslos oder sogar kontraproduktiv ist, sie als rechtsradikal auszugrenzen. Vielleicht trägt gerade die fast einheitlich negative mediale Berichterstattung dazu bei, dass die traditionelle Nazikeule bei der jungen Generation nicht mehr die gewünschte Wirkung zeigt.

Die AfD wurde nach ihrer Gründung von Rechtsextremen übernommen. Wenn nicht nur irgendwelche Randfiguren extremistische Positionen vertreten (was leider normal in allen Parteien ist), sondern die Parteispitze und Strippenzieher im Hintergrund, dann ist "orwellscher Neusprech" fehl am Platz und die Medien haben die Pflicht das Kind beim Namen zu nennen. Faktisch ist leicht zu belegen, dass die AfD mindestens rechtsextremistisch ist.
Von Gaulands "...in Anatolien entsorgen" zum gerichtsfesten "Höcke darf als Faschist bezeichnet werden" [4], wiederholte Verwendung von SA-Parolen [6], in Schutz nehmen der SS [7]...

Lebenshaltungskosten, bezahlbarer Wohnraum, Krankenversicherung, Jobsicherheit oder die Altersvorsorge stehen in allen europäischen Ländern weit oben auf der Sorgenliste der meisten Menschen. Nicht nur in Deutschland wird sie seit mindestens zehn Jahren durch das immer offensichtlicher werdende Migrationsproblem ergänzt.

Nein, die Mär vom "Migrationsproblem", "Umvolkung" oder "Volkstod" dient nur als "Blitzableiter" um von den aufgezählten wirklichen Problemen abzulenken. Wobei der "pervertierte Reichtum" von einigen wenigen, als eines der größten Probleme nicht mal genannt wurde.

In Deutschland besitzen rund 50% der Bevölkerung, also über 40.000.000 Menschen, gerade einmal ein Vermögen von 65 Mrd Euro [8]. Im Mittel also 1600 Euro pro Person.

Im Gegensatz dazu besitzen schon zwei der reichsten Familienclans und Oligarchen in D [9, 10] mit rund 80 Mrd Euro (z.B. Quandt, Klatten, Kühne) weit mehr als 40.000.000 Menschen in D zusammen! Also weniger als eine handvoll Menschen besitzen mehr als 40.000.000 Menschen! Das sind unsere echten Probleme!

Westdeutschland hatte 1950 eine Bevölkerung von rund 51 Millionen Menschen und hatte innerhalb weniger Jahre rund 8 Millionen Flüchtlinge/Vertriebene aufgenommen [11, 12]. Obwohl das Land nach dem Krieg wirtschaftlich am Boden lag und große Teile der Infrastruktur zerstört waren.

Auf das heutige Deutschland übertragen, einem der reichsten und wirtschaftlich stärksten Länder der Welt, entspräche dies einer Aufnahme von rund 13 Millionen Menschen innerhalb weniger Jahre - davon sind wir aktuell weit, weit entfernt.

Dies nur als Erinnerung wenn es mal wieder heißt, "Deutschland stößt an seine Grenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen". Der Reichtum und die wirtschaftliche Kraft für die Aufnahme (Wohnungsbau, Sozial- und Integrationsprogramme,...) ist vorhanden, nur wird politisch gewollt eine Überforderung bewusst "inszeniert" (das gilt im Grunde für ganz Europa). Damit das "dumme Volk" nach unten Tritt und nicht nach denen oben greift.

So geht im Artikel leider weiter und weiter. Es wäre hilfreich wenn die Redaktion bei Artikel, die nicht als reine Kommentare gekennzeichnet sind, die Pflicht einführen würde, alle wertenden Aussagen durch Quellen, die im Artikel verlinkt werden, zu belegen.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Alternative_f%C3%BCr_Deutschland#Gr%C3%BCndungsphase_2012%E2%80%932013
[2] https://www.bundestagswahl-2021.de/wp-content/uploads/sites/4/2021/04/Wahlprogramm-der-AfD-Bundestagswahl-2013.pdf
[3] https://www.deutschlandfunk.de/heimliche-herrscher-stille-geldgeber-100.html
[4] Urteilsbegründung "Höcke Faschist": https://cdn.prod.www.spiegel.de/media/64a8f9a1-0001-0014-0000-000000044935/media-44935.pdf
[5] https://twitter.com/Martin_Debes/status/1751908890608853343
[6] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/hoecke-afd-strafprozess-halle-100.html
[7] https://www.juedische-allgemeine.de/politik/eklat-um-ss-aeusserungen-von-maximilian-krah-le-pen-bricht-mit-der-afd/
[8] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/faktencheck-vermoegen-deutschland-ungleich-100.html
[9] https://www.cio.de/a/die-reichsten-deutschen,3607389
[10] https://www.wiwo.de/erfolg/trends/forbes-liste-2024-das-sind-die-reichsten-deutschen-im-aktuellen-ranking-/26779984.html
[11] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/696696/umfrage/zahl-der-einwohner-in-deutschland-im-frueheren-bundesgebiet/
[12] https://www.lwl.org/aufbau-west/LWL/Kultur/Aufbau_West/Migration/integration/plato/index.html

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (13.10.2024 12:57).

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    35 Beiträge seit 07.10.2024

    Sorry Doppelpost

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    Antwort auf Erzählung aus einer Parallelwelt von 12haf.

    12haf schrieb am 13.10.2024 12:50:

    Westdeutschland hatte 1950 eine Bevölkerung von rund 51 Millionen Menschen und hatte innerhalb weniger Jahre rund 8 Millionen Flüchtlinge/Vertriebene aufgenommen [11, 12]. Obwohl das Land nach dem Krieg wirtschaftlich am Boden lag und große Teile der Infrastruktur zerstört waren.

    Auf das heutige Deutschland übertragen, einem der reichsten und wirtschaftlich stärksten Länder der Welt, entspräche dies einer Aufnahme von rund 13 Millionen Menschen innerhalb weniger Jahre - davon sind wir aktuell weit, weit entfernt.

    Dazu muss man allerdings auch sagen, dass die Flüchtlingsgeschichten damals eine MENGE Kohle gekostet haben. Jeder, der nach der Währungsreform Vermögen hatte, musste 50% davon abgeben, verteilt auf 30 Jahre.
    Und das hat natürlich GEWALTIGE Streitereien verursacht, und auch eine Menge Unmut.

    Es war damals wohl auch deshalb nur möglich, weil es noch überall Kapitalverkehrskontrollen gab und die Reichen ihre Vermögen nicht so ohne weiteres ins Ausland verschieben konnten.
    Heute wäre so eine Aktion wahrscheinlich mal wieder so, dass es zwar die Wohlhabenden erreicht, aber die wirklich Reichen sich aus der Solidarität ausklinken.

    (Ansonsten keine Einwände zu deinem Beitrag.)

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    Antwort auf Re: Erzählung aus einer Parallelwelt von Guckstu.

    Guckstu schrieb am 13.10.2024 17:25:

    Es war damals wohl auch deshalb nur möglich, weil es noch überall Kapitalverkehrskontrollen gab und die Reichen ihre Vermögen nicht so ohne weiteres ins Ausland verschieben konnten.
    Heute wäre so eine Aktion wahrscheinlich mal wieder so, dass es zwar die Wohlhabenden erreicht, aber die wirklich Reichen sich aus der Solidarität ausklinken.

    Die steuerliche Umgehung kann größtenteils vermieden werden, indem man in D, wie in den USA üblich, eine "Citizenship-Based Taxation" einführt.
    Also jeder der eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, zahlt Steuern an den deutschen Staat, völlig unabhängig vom Wohnort (im Detail müssen natürlich Steuerschlupflöcher geschlossen werden: Familienstiftungen, Briefkastenfirmen in Steueroasen, ...).

    Nur wer seine Staatsbürgerschaft zurück gibt, kommt nach Zahlung einer saftigen "Exit Tax" (geschätzte Steuer über 3-7 Jahre) frei.

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