Im Sommer 1947 hatte Mohammad Ali Jinnah, selber dem Ende nahe, "sein" Pakistan quasi im Alleingang Briten und Indern abgerungen.
Im Grunde ahnte der schon, was ohne die Teilung der alten Konkolonie der Briten passieren würde.
Besonders viel Spaß haben die Muslime in Indien nicht und sind auch schonmal Progromen ausgesetzt.
Egal wie man es betrachtete, Mujib würde Premier von (ganz) Pakistan werden. Das war jedoch unter der Würde der Westpakistanis. Von einem Bengalen würden sich die stolzen Punjabis und Paschtunen nicht regieren lassen.
Richtig, es geht hier um Bangladesh. Weltweit der Inbegriff eines prosperierenden Landes und stabilen Demokratie. Hüst, hüst.
An der himmelschreienden sozialen Ungerechtigkeit änderte sich nichts, in weiten Teilen blieben Feudalismus und Tribalismus bestehen. In einem Land mit so großen ethnischen, regionalen und kulturellen Unterschieden ist das Gift.
Da hätte es unser Autoren-Held es ja fast gehabt. Ist dann aber doch gescheitert.
Nüchtern läßt sich sagen: Vielvölkerstaat oder Staat mit mehreren dominierenden Ethnien und Demokratie funktionieren einfach nicht.
Selbst Belgien, dessen 3 Ethnien nun wirklich kulturell nicht weit auseinder liegen,
hat so seine lieben Schwierigkeiten.
In primitiveren Gesellschaften, bei denen sich alles um die eigene Sippe, Stamm und Ethnie dreht, funktiert Demokratie nicht. M
Der neue starke Mann General Zia-ul Haq war zunächst weniger beliebt als seine Vorgänger, doch dann kam ihm das Schicksal zur Hilfe: Die sowjetische Invasion in Afghanistan an Weihnachten 1979 (bis heute prägt diese "Ur-Krise" Afghanistan, Pakistan und selbst Indien).
Das Schicksal kam ihm vor allen Dingen die 5 Millionen Flüchtlinge zur "Hilfe", die sich größtenteils über pakistanische Grenze in sein Land aufmachten und dann dort bei den anderen Paschtunen lebten, im dem Teil Pakistans, den traditionell viele Afghanen als einen natürlichen Teil Afghanistans betrachten. Die Durand-Linie, die Pakistan von Afghanistan trennt. (1872)
Folgenreich war diese Invasion auch für die USA und heute legendär ihr Kalkül. Der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Carter, Zbigniew Brzezinski, sagte es später offen - allerdings drei Jahre VOR dem 11. September - der französischen Zeitung Le Nouvel Observateur: "What is more important in world history? The Taliban or the collapse of the Soviet empire?"
Das ist auch ziemlich erheiternd. Der Autor verdrängt hier völlig, dass es die UdSSR war, die durch die Flüchtlinge und dem Versuch einer frühmittelalterlichen Kultur den Sozialismus aufzuoktroyieren, das Problem der Taliban erst geschaffen hatten.
Die Amis hatten in erster Linie die Mudschahidin unterstützt, die eher stammesbezogen innerhalb Afghanistans operierten.
Nachdem die USA 1971 ihren Alliierten in Ost-Pakistan gegen den indischen Gegner (verbündet mit der Sowjetunion) im Stich gelassen hatten - was dessen Bestreben erzeugte, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen -
Egal, was die Amis machen, es ist grundsätzlich verkehrt.
Die Amis wären, nach Meinung des Autors gut und gerecht gewesen, wenn die in Nibelungentreue die Unabhängigkeitsbestrebungen in Bangladesh gnadenlos niedergeknüppelt hätten und dann dort irgendwann so untergeganen wären, wie die UdSSR in Afghanistan.
Die Amis hingegen waren beide Male sehr konsequent gewesen: Sie hatten das Selbstbestimungsrecht der Völker respektiert.
Der stumpfe Anti-Amerikanismus, der konsequent die Amis zum Sündenbock für alles Elend der Welt machen will, geht mir nurnoch auf die Nerven.