Viel wichtiger als der Anteil von Omikron unter den Infektionen wäre die Gesamtzahl der Infektionen: Gibt es vielerorts neue Ausbruchsherde, in denen Omikron dominiert?
Oder entwickeln sich die Infektionszahlen relativ stetig, mit einem höheren Anteil der neuen Variante?
England wird häufig als Beleg für die Gefährlichkeit von Omikron genannt. Was man leider nicht erfährt: In Großbritannien gab es seit dem Freedom-Day im Juli praktisch keine Einschränkungen mehr. Die "Verschärfung", die Boris Johnson letzte Woche gegen den Widerstand seiner eigenen Partei durchgedrückt hat? Seit einigen Tagen gilt bei öffentlichen Großveranstaltungen eine 3G - Regel. England ist jetzt da, wo wir im Oktober waren.
Steigen die Zahlen wegen Omikron, oder weil es für ein Leben ganz ohne Einschränkungen noch zu früh ist?
Man weiß es nicht.
Was hingegen inzwischen bekannt geworden ist: Zumindest in Großbritannien propagieren "Experten" und "Modeller" ausschließlich worst-case-szenarien: Auf die Frage, weshalb die aktuellen Entwicklungen aus Südafrika - Rückgang der Infektionszahlen in dem Gebiet, in dem Omikron zuerst aufgetreten ist, und niedrige Hospitalisierungsraten - nicht in seinen Modellen berücksichtigt werden: "When questioned about its lack of inclusion in current UK models, Medley tweeted: “What would be the point of that?” He argued best-case scenarios “do not inform anything.”
https://www.cityam.com/modellers-exclude-south-africa-data-indicating-omicron-is-milder-than-delta-variant-reveals-sage-expert/
Er hat insoweit Recht, als das es besser ist, sich auf den schlimmsten Fall vor zu bereiten.
Die Frage ist allerdings, ob die Vorbereitung nicht darin bestehen sollte, Notlazerette und Notfallpläne für den Katastrophenfall zu entwickeln. Hinter den Kulissen.
Statt schon wieder das ganze Land kirre zu machen in der Hoffnung, dass sich dann ein paar Ungeimpfte impfen lassen.