blu_frisbee schrieb am 27.12.2021 09:03:
Ralf Krämer (1) schrieb am 26.12.2021 11:10:
Inflation überbewertet, Zinserhöhungen ungeeignet, reale Probleme sind andere
Das tieferliegende Prob ist, daß ein Blindflug nach Instrumenten erfolgt, die das Falsche anzeigen. Die zu Rate gezogenen Anzeige Verbraucherpreisinflation ist der asset inlation nachlaufend. Natürlich, irgendwann schlagen die Assetpreise auf den Verbraucher durch.
Warum steigen die Assetpreise? Weil Geld sich nicht mehr lohnt.
M.E. stimmt das so nicht und jedenfalls erklärt es nicht die gegenwärtig erhöhten MONATLICHEN Inflationsraten, die schon in den nächsten Monaten wieder deutlich geringer werden. Diese Verbraucherpreisinflation war das Thema hier. Der Mechanismus mit dem hohe Preise der Assets (Vermögensanlagen, v.a. Wertpapiere und Immobilien) zu Verbraucherpreisinflation führen würden, wäre wenn diese in größerem Umfang verkauft und der Erlös nicht in andere Assets investiert würde, sondern für "normale" Waren, deren Preise in die Verbraucherpreisinflationsrate eingehen, ausgegeben würde. Das kann z.B. passieren, wenn kapitalgedeckte Altersvorsorge aufgelöst wird, oder wenn eine Vermögenspreisblase platzt, jedenfalls fallen die Asset-Preise dann, steigen jedenfalls nicht mehr. Diese verstärkt nachfragewirksame Verwendung hätte neben der inflationären aber auch die positive Wirkung einer Ankurbelung der Konjunktur und damit Senkung von Arbeitslosigkeit und Steigerung der Einkommen. Bisher steigen die Asset-Preise aber weiter, die Liquidität fließt weiter in Assets, und solange schlägt das eben genau NICHT auf die Verbraucherpreise durch. Das war doch in den letzten Jahren der Grund für die relative Erfolglosigkeit der Zentralbankpolitik soweit es um das Ziel ging die Inflationsrate in Richtung 2% zu heben und die Konjunktur anzukurbeln. Jetzt hat v.a. die Fiskalpolitik, die staatliche Kreditaufnahme und nachfragewirksame Verausgabung der Gelder gewirkt, nicht die monetäre Expansion als solche. Diese hat das allerdings ermöglicht bei weiter niedrigen Zinsbelastungen der Staatshaushalte, das ist positiv zu bewerten und nicht negativ.