Wo neu-rechte Abrechnungen oder das mehr esoterisch klingende "Aufwachen" "starten" war eigentlich nicht mein Thema, genausowenig wie ein Ländervergleich von Meinungen über die "Rolle deutscher Politik" (?). Wieso Sie anhand meines Kommentars darauf kommen verstehe ich nicht.
Für ansonsten brave aber nun auch querdenkende Gerechtigkeits-Fans und "Dissidenten", die sich über "Volksverrat" und andere Missetaten einer "verbrecherischen Merkel-Regierung" beklagen und so ihr Bedürfnis nach einer idealen und gerechteren Obrigkeit kundtun, habe ich tatsächlich nicht viel übrig. So harmoniebedürftig bin ich da nicht, dass ich im Kapitalismus schöner oder anständiger regiert werden möchte.
Wie dem auch sei, der hier im Forum oft wiederholte Vorwurf, wer die Regierung nicht aufgeweckt-staatsbürgerlich für ihre "Verfehlungen" kritisiert ergreife Partei für diese Politik, wolle "Dissidenten" ruhig stellen, usw. geht weit an der Sache vorbei. Im Falle von protestierenden Hongkong-Chinesen und russischen Nawalnys, die ebenfalls zu "Dissidenten" veredelt werden, ist ja auch die Frage, warum man die eigentlich gut finden soll, mit ihrer Regierungskritik, die sich auf den zweiten Blick als konservativ, pro-kapitalistisch oder sonstwie alternativ-nationalistisch outet.
Zum "selber völkisch!" nur soviel: In einigen früheren TP-Artikeln haben mehrere Autoren die politischen Corona-Massnahmen auf den staatlichen Gesichtspunkt der "Volksgesundheit" zurückgeführt und zumindest versucht deutlich zu machen, dass der alles andere als fürsorglich und gemütlich für die Insassen gemeint und gemacht ist.
Es scheint an der politischen Wahrnehmung mancher Forenten zu liegen, die sowas wie "Volksgesundheit", aber auch andere gewährte Rechte wie Meinungsfreiheit, Demonstrationsrecht, etc. für so unwidersprechlich gute Einrichtungen halten, dass sie aus dem Erklärten - "Der Staat kümmert sich in der Pandemie um die Volksgesundheit" - nur noch ein "Lob" an die Verhältnisse rausfiltern, das sie gar nicht leiden können, weil sie "Volksgesundheit" ja für was Gutes halten und sich lieber über böse oder inkompetente Machenschaften empören, die endlos aus irgendwelchen verborgenen "Hintergründen" "aufgedeckt" werden müssen. Am ganz normalen kapitalistischen Irrsinn finden die "Erwachten" anscheinend nicht viel zu kritisieren. Für die ist es dann interessanter jede Woche irgendeine neue Untat von Spahn, Drosten, usw. auszugraben um sich auf's Neue zusammenfassend moralisch über die "Verkommenheit" der Politiker, Banker und sonstwem zu ereifern. Und die Dinge die "uns" erst Recht dann noch in Zukunft drohen (sollen), wie "Abschaffung des Bargelds", der Demokratie ... und die anderen "üblen Pläne der Eliten" eben.
Wie die vorgestellten anständigen Herrschaften aussehen sollen, möchte ich gar nicht weiter wissen.
Ansonsten sind mir die Corona-Rechnereien von Volksvertretern oder solchen, die es gerne werden wollen, oder eben wie sie hier im Eröffnungspost im reinen Reflex auf die Begründungen der Regierung als "evident" dargestellt werden ziemlich schnuppe.
Was sonst der Regierungssprecher verlautet wird einfach expertenhaft umgedreht in "zu keinem Zeitpunkt notwendig, geeignet oder verhältnismäßig".
Um eine wirklich wissenschaftliche Einschätzung einer massentauglichen Infektion geht es dabei sowieso nicht, was an den Behauptungen politisch dran ist, interessiert auch nicht weiter, sondern nur das "Narrativ", dass es sich um einen unrechtmäßigen Missbrauch des Volkes handelt. - Eine Kritik am rechtmäßigen Gebrauch eines Volkes kann ich darin nicht erkennen.
Der scheint auch für Sie in Ordnung zu gehen, wenn nur die Richtigen am Ruder wären.