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Avatar von Ammerländer
  • Ammerländer

mehr als 1000 Beiträge seit 24.01.2021

Fehler und Zweifel

Im Artikel geht es um Off-shore Windenergie. Es heißt dann, dass letztes Jahr nur 16 GW Windkraftanlagen (WKA) installiert worden sind. Dies sind aber alles ON-shore WKA. Offshore wurden nur 2.5 GW installiert (in UK und Frankreich).
(https://windeurope.org/intelligence-platform/product/wind-energy-in-europe-2022-statistics-and-the-outlook-for-2023-2027)

Es sind große Zweifel angebracht, ob die Ziele erreicht werden können.
Die Industrie hat zurzeit gar nicht die Kapazitäten die gewünschten Mengen an Turbinen zu produzieren und zu installieren. Es kann auch bezweifelt werden, dass die entsprechenden Konverterstationen und Stromleitungen installiert werden können.
Die Investitionen werden in Europa von der Privatwirtschaft getragen. Nur um ein Gefühl für die Größenordnungen zu bekommen: die Investitionen für Off-shore-WKA betragen ca. 2300 Euro/kW und für die Konverter und Stromleitungen ca. 2100 Euro/kW.
Um 120 GW in den nächsten 7 Jahren zu installieren, sind also Investitionen von ca. 280 Mrd. Euro für die WKA notwendig. Dies ist für die Privatwirtschaft schon eine beträchtliche Summe.
Für den Transport des Stromes an Land sind die Netzbetreiber zuständig (zu mindestens in Deutschland). Diese müssen ca. 250 Mrd. Euro investieren. Ich bezweifle, dass dies möglich ist.
Dann kommt wahrscheinlich nur noch das Zauberwort "Förderung" in Frage. Was nichts anderes bedeutet als, dass der Steuerzahler alles bezahlt.
Der niedersächsische Ministerpräsident sagte kürzlich, dass die energieintensive Industrie nur mit einem Strompreis von 7 ct/kWh in Deutschland überleben kann. Mit Offshore-Strom ist dieser Preis nicht zu erreichen. Also wieder "Förderung".
Falls der Ausbau der Off-shore-Windenergie wirklich kommt, sollte man nicht erwarten, dass die Strompreise für den Bürger wieder sinken werden.

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  • Avatar von SeppW
    • SeppW

    37 Beiträge seit 17.04.2023

    Antwort auf Fehler und Zweifel von Ammerländer.

    Für den Transport des Stromes an Land sind die Netzbetreiber zuständig (zu mindestens in Deutschland). Diese müssen ca. 250 Mrd. Euro investieren. Ich bezweifle, dass dies möglich ist.
    Dann kommt wahrscheinlich nur noch das Zauberwort "Förderung" in Frage. Was nichts anderes bedeutet als, dass der Steuerzahler alles bezahlt.
    Der niedersächsische Ministerpräsident sagte kürzlich, dass die energieintensive Industrie nur mit einem Strompreis von 7 ct/kWh in Deutschland überleben kann. Mit Offshore-Strom ist dieser Preis nicht zu erreichen. Also wieder "Förderung".

    Die aktuelle Energie- und Klimapolitik überlebt nur mit massiven und bis dato nie dagewesenen Subventionen über den Steuerzahler. Da wird mit Summen hantiert die im Prinzip über Steuern gar nicht refinanziert werden können. Dass Cicero-Magazin hat da mal nachgerechnet.

    350 Milliarden € in den nächsten 20 Jahren wird uns die Wärmepumpe kosten. Und bis zu 3 Billionen (!) € die für die Nutzung der Wärmpepume vorbereitende energetische Sanierung von 13 Millionen Gebäuden.

    https://www.cicero.de/wirtschaft/robert-habeck-atomausstieg-klima-warmewende-warmepumpe-kosten

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  • Avatar von xj12
    • xj12

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.02.2012

    Antwort auf Re: Fehler und Zweifel von SeppW.

    350 Milliarden € in den nächsten 20 Jahren wird uns die Wärmepumpe kosten. Und bis zu 3 Billionen (!) € die für die Nutzung der Wärmpepume vorbereitende energetische Sanierung von 13 Millionen Gebäuden.

    Normalerweise bringe ich hier immer den Kugel-Eis Witz und verweise auf das teuerste Eis der Welt (733 Euro/Dubai) - aber bei den Zahlen muss man ja 54 mal auf das Eis verzichten.

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  • Avatar von mouse-net
    • mouse-net

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.04.2004

    Antwort auf Fehler und Zweifel von Ammerländer.

    Ammerländer schrieb am 25.04.2023 10:17:

    Im Artikel geht es um Off-shore Windenergie. Es heißt dann, dass letztes Jahr nur 16 GW Windkraftanlagen (WKA) installiert worden sind. Dies sind aber alles ON-shore WKA. Offshore wurden nur 2.5 GW installiert (in UK und Frankreich).
    (https://windeurope.org/intelligence-platform/product/wind-energy-in-europe-2022-statistics-and-the-outlook-for-2023-2027)

    Es sind große Zweifel angebracht, ob die Ziele erreicht werden können.
    Die Industrie hat zurzeit gar nicht die Kapazitäten die gewünschten Mengen an Turbinen zu produzieren und zu installieren. Es kann auch bezweifelt werden, dass die entsprechenden Konverterstationen und Stromleitungen installiert werden können.
    Die Investitionen werden in Europa von der Privatwirtschaft getragen. Nur um ein Gefühl für die Größenordnungen zu bekommen: die Investitionen für Off-shore-WKA betragen ca. 2300 Euro/kW und für die Konverter und Stromleitungen ca. 2100 Euro/kW.
    Um 120 GW in den nächsten 7 Jahren zu installieren, sind also Investitionen von ca. 280 Mrd. Euro für die WKA notwendig. Dies ist für die Privatwirtschaft schon eine beträchtliche Summe.
    Für den Transport des Stromes an Land sind die Netzbetreiber zuständig (zu mindestens in Deutschland). Diese müssen ca. 250 Mrd. Euro investieren. Ich bezweifle, dass dies möglich ist.
    Dann kommt wahrscheinlich nur noch das Zauberwort "Förderung" in Frage. Was nichts anderes bedeutet als, dass der Steuerzahler alles bezahlt.
    Der niedersächsische Ministerpräsident sagte kürzlich, dass die energieintensive Industrie nur mit einem Strompreis von 7 ct/kWh in Deutschland überleben kann. Mit Offshore-Strom ist dieser Preis nicht zu erreichen. Also wieder "Förderung".
    Falls der Ausbau der Off-shore-Windenergie wirklich kommt, sollte man nicht erwarten, dass die Strompreise für den Bürger wieder sinken werden.

    Was mich ja immer erstaunt - durch welche Leitungen fließt eigentlich zur Zeit der Strom?

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  • Avatar von evl
    • evl

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.02.2002

    Antwort auf Re: Fehler und Zweifel von mouse-net.

    Was ihr Ökos immer vergisst ist dass 80% aller Deutschen innerhalb der Metropolregion einer Großstadt leben. Eine effiziente dezentrale Energieversorgung, welche minimale Infrastrukturkosten hat, bedeutet da ein oder zwei Großkraftwerke pro Stadt, und interconnects von etwa 20% der Erzeugerleistung um Leistungsschwankungen und Ausfälle von Kraftwerken auszugleichen. Deswegen waren die Strominfrastrukturkosten von Großkraftwerken etwa 0.1% der Kraftwerksbaukosten. Der Stromverbrauch von ländlichen Region ist da so vernachlässigbar, das man einfach oft nur ein Mittelspannungskreis pro Landkreis hat, Kapazität 20 bis 60 MW pro Landkreis!

    Jetzt kommt die "Energiewende" wo der Strom diffus produziert wird: überall, bloß nur nicht bei den Großverbrauchern. Ländliche Regionen werden jetzt von vernachlässigbaren Verbrauchern zu Großproduzenten von Strom umgewandelt. Mein Landkreis hat ein Mittelspannungsnetz mit einer Kapazität von 25 MW aber PV und WKA von etwa 100 MW. Siehst du das Problem?

    Schlimmer noch, wäre dort nur ein zusätzliches Großkraftwerk wäre die Infrastruktur mit einer neuen Höchstspannungstrasse zur nächsten Großstadt erledigt, aber jetzt hat man tausende Stromproduzenten die alle mit einem stärkeren Netz versorgt werden müssen. Da kommen schnell tausende an Kilometern für neue Leitungen zusammen.

    Nur um das mal durchzurechnen um ein Großkraftwerk mit 1GW zu ersetzen braucht man mindestens 4GW an installierter Windkraftleistung. Dies macht bei 3MW pro WKA 1300 WKA die gebaut werden müssen, selbst wenn man annimmt das jede WKA nur 500m an neuen Stromleitungen braucht, kommt man schon auf etwa 650 km an zusätzlichen Stromleitungen. Dazu ist die durchschnittliche Windparkgröße in Deutschland nur 6 WKA, also bräuchte man da circa 200 zusätzliche Konverter zu Hoch/Höchstspannung, und wahrscheinlich bräuchte man dafür auch noch weitere Hochspannungsleitungen um diesen Strom dann an die Großabnehmer weiter zu leiten.

    So ist es überhaupt nicht überraschend dass da die Kosten für die Konverter und Stromleitungen in der gleichen Größenordnung liegen wie die Kraftwerkskosten selbst.

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