Naja, das machen wir jetzt wie bei der Musterung.
Da könnte man im Notfall sogar ein "Putin isch liebe dir" Tattoo bekommen oder ein Xi Jinping grinsendes Tattoo. Dann würde man halt ein halbes Jahr den Russisch-Grundkurs und Chinesisch-Grundkurs machen. Und dann würde man bei der Musterung behaupten, dass es für das Klima notwendig ist, so viele Amerikaner wie möglich abzuschlachten und sie vor laufender Kamera qualvoll sterben zu lassen, sodass so etwas wie Abu Ghraib nicht mehr passiert, ohne dass Amerika eine Tüte für die Überreste der Kriegsverbrecher braucht. Das Einzige, was mich bisher davon abgehalten hat, dies in die Tat umzusetzen, war die Tatsache, dass ein guter Deutscher keine Waffe anfassen sollte. Ich kenne auch ein paar Syrer, die am empfangenden Ende westlicher Werte waren und nur darauf warten, wieder eine Waffe in die Hand zu bekommen. Wenn sie einem dann noch eine Waffe in die Hand drücken, sind sie selbst verantwortlich.
Damals konnten wir uns auch vor der Wehrpflicht drücken, und niemand hat etwas gesagt. Sie wussten ganz genau, dass sie es mit einer Generation zu tun haben, die martiales Verhalten satt hatte und lieber Frieden wollte. Das wurde respektiert.
Jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns überlegen, was wir lieber wollen. Für ein Ideal im Notfall sterben? Oder für Frieden leben?
Persönlich kann ich versprechen, dass jeder, der nicht einsehen will, warum er jetzt kämpfen sollte und lieber faulenzen will, im Notfall bei mir auf dem Dachboden bleiben darf. Ich werde ihn versorgen und im Notfall vor den Faschisten verstecken, das geht schon. Da haben wir Deutschen ja Übung drin.
Und wenn wir uns in solchen Diskussionen bewegen, sollten wir auch darüber sprechen, warum eine Regierung, die sich links nennt, es so ganz und gar vermeidet, angemessene Löhne in den Pflege- und Sozialberufen zu zahlen, den Berufssoldaten jedoch gutes Geld gibt. Aber dann gerne Freiberufler als Zivis ins Spiel bringt, um die Löhne zu drücken.
Denn wenn wieder die Rede davon ist, dass der Deutsche ein Gewehr in die Hand nehmen soll, wird nichts passieren. Dann sollte auch diskutiert werden, wer dagegen ist.
Denn diejenigen, die dem einen Riegel vorschieben wollen, stehen plötzlich als außerparlamentarische Opposition bei der nächsten Wahl sehr gut da. Und da hilft dann auch keine "Hanflegalisierung light" mehr, wenn es der SPD nicht gelingt, mehr Stimmen zu haben als die AfD. Da darf man sich dann nicht mehr aufregen.