Man kann zu einzelnen Äusserungen von S. Wagenknecht stehen wie man will. Aber Sarah Wagenknecht verkörpert den grundsätzlichen Oppositionskurs der Linken gegen die Politik der neoliberalen Transformation. Der aber bei den für den Wahlkampf Verantwortlichen nicht gefragt war.
Nicht zuletzt um ihre Zusammenarbeit mit der SPD und ihre Regierungspositionen in ostdeutschen Ländern und Landkreisen ideologisch abzusichern, hat man die SPD zum Senior-Partner einer "progressiven Koalition" auch auf Bundesebene hochgeredet. Alles was SPD und Grüne hätte (ver)stören können, wurde im Wahlkampf ausgespart. Dazu gehört die Aussenpolitik, bei der auch Sozialdemokraten und Grüne Einpeitscher für die Konfrontationspolitik gegen Russland sind. In der Sozialpolitik trat man statt mit klaren Forderungen mit Alleinstellungs-Merkmal (Weg mit der 2-Klassen-Medizin! Sockelrente jetzt!) mit Wünsch-Dir-Was-Positionen auf, bei denen die SPD geschickt die seriösere Variante besetzte. Zu Inflation, Geld- und Finanzmarktpolitik hatte man nichts zu sagen.
Als dann der Wahlkampf von den Medien hemmungslos personalisiert wurde (Trielle), zeigte sich, welch politische Dämlichkeit die Ausgrenzung von Wagenknecht war, der einzigen bundesweit gerade durch ihre scharfzüngigen Statements in der Finanzmarktkrise profilierten und geschätzten Politikerin der LInken.
P.S.: Es ist absurd, uns "Unteilbar" als "Anti-Rechts-Bewegung" vorzustellen, zumindest so lange zu "Unteilbar" durch übelste rechte Hass- und Hetzpropaganda gegen Russland hervorgetretene Politiker der Grünen und der Böll-Stiftung zählen.