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  • Tucan22

74 Beiträge seit 28.09.2022

Helfen -aber wie und mit welchem Ziel?

Mir gefällt das Beispiel von "Frau in der U-Bahn, die von stärkerem Mann bedroht wird" nicht. Abgesehen vom Klischee der schwachen wehrlosen Frau, erinnert es zu sehr an Zeiten, in denen Wehrdienstverweigerer noch geprüft wurden, mit ähnlichen Situationsvorgaben: "Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihrer Freundin im Wald spazieren. Plötzlich springt hinter dem Busch einer hervor, der Ihre Freundin angreift und (natürlich) vergewaltigen will.
Sie haben ganz zufällig eine Pistole dabei . Was tun Sie?" Da durfte man dann, um anerkannt zu werden, natürlich nicht sagen, dass man schießt....

Aber nehmen wir doch das Beispiel aus der U-Bahn. Der Frau zu helfen müsste nicht automatisch heißen, dass sich zehn andere Männer auf den Bedränger stürzen und ihn krankenhausreif schlagen, weil es darum ginge ihn "zu zerstören". Es würde vermutlich schon reichen, wenn mehrere Männer und durchaus auch Frauen den Aggressor laut und deutlich ansprechen, auf ihn zugehen (also nicht 50 m entfernt stehen bleiben, um alles per Handy zu filmen) und ihn verbal auffordern, die Frau in Ruhe zu lassen. Sie könnten mit dem Mann reden, ihm klarmachen, dass das nichts bringt. Sie könnten auch physisch dazwischengehen, einen Kreis um die bedrohte Frau bilden, ohne selbst zu schlagen. Sie könnten versuchen, den Mann abzudrängen. Also: Gewalt muss nicht automatisch mit Gewalt beantwortet werden, um sie auszubremsen. Es gibt erstaunliche Beispiele von Erfolgen zivilen Widerstands, auch in Kriegssituationen.

Und der gewaltfreie Ansatz: wurde im Fall des Ukraine-Krieges entschieden zu wenig verfolgt m.E.
Die Behauptung, mit Russland/Putin könne man nicht verhandeln (ausgesprochen von Leuten wie Frau Baerbock, die es nie versucht haben) halte ich für absolut falsch. Es gibt Verhandlungen über Gefangenenaustausch, es gab erfolgreiche Verhandlungen zur Getreide-Ausfuhr,
und wenn das nun stillliegt, dann weil der Westen russische Forderungen zwar zugesagt aber nicht erfüllt hat.

Vor gut einem Jahr, war Russland laut Bennet soweit, sich gegen die Zusage der Ukraine auf Nato-Mitgliedschaft zu verzichten, zurückzuziehen! Wer da dazwischen funkte, waren Biden und Johnson. Und von denen und irgendwelchen Versprechen hat sich Selenskyj wohl über den Tisch ziehen lassen.

Also meiner Meinung nach: hätte man diesen Krieg verhindern können, wenn man Russlands Beschwerden über Nato-Osterweiterung und Nato-Beitrittswünsche der Ukraine ernst genommen hätte. Hat man nicht, nach dem Motto: mal sehn, wie weit wir noch gehen können.
Und nun werden Waffen geliefert ohne Ende und wird die Situation von Deutschland zur Aufrüstung in großem Stil genutzt. (Bezüglich Militärausgaben steht es inzwischen weltweit an 3. Stelle)"Wir sind wieder wer" lautet die Devise. Von Wunsch nach Frieden: ist da nirgendwo auch nur ein Hauch zu bemerken. Im Gegenteil: wir werden mental darauf vorbereitet, dass sogar ein Atomkrieg machbar sei. Dank "Schutzschild" aus Israel. Das übrigens gegen einen atomaren Zweitschlag schützen soll. Wer hat da also vor zu beginnen? Und ist den Deutschen eigentlich klar, dass sie einen Atomkrieg auf keinen Fall überleben werden?
Fazit: man hätte einiges andere tun können und tun müssen, wenn das Ziel gewesen wäre, den Konflikt so schnell wie möglich zu beenden.
Das: scheint aber auch im "Werte-Westen" gar nicht das Ziel zu sein.
Deshalb ,so meine Meinung: müssen sich dringend all die Menschen zusammenfinden, die ein Ende des Tötens mit dem (langfristigen) Ziel Frieden wollen. Ungeachtet ihrer politischen Überzeugungen.
Ansonsten: gibt es genug anderes zu tun (Klimakrise), was weltweite Zusammenarbeit erfordert. Jeder Krieg muss angesichts dieser existentiellen Bedrohung beendet werden!

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  • Avatar von DrM
    • DrM

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.2000

    Antwort auf Helfen -aber wie und mit welchem Ziel? von Tucan22.

    Tucan22 schrieb am 11.09.2023 16:40:

    Mir gefällt das Beispiel von "Frau in der U-Bahn, die von stärkerem Mann bedroht wird" nicht. Abgesehen vom Klischee der schwachen wehrlosen Frau, erinnert es zu sehr an Zeiten, in denen Wehrdienstverweigerer noch geprüft wurden, mit ähnlichen Situationsvorgaben: "Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihrer Freundin im Wald spazieren. Plötzlich springt hinter dem Busch einer hervor, der Ihre Freundin angreift und (natürlich) vergewaltigen will.
    Sie haben ganz zufällig eine Pistole dabei . Was tun Sie?" Da durfte man dann, um anerkannt zu werden, natürlich nicht sagen, dass man schießt....

    Das stimmt nicht, Selbstverteidigung und Nothilfe sind auch dem Wehrdienstverweigerer erlaubt!

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  • Avatar von Alex Riemenschneider
    • Alex Riemenschneider

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.06.2019

    Antwort auf Helfen -aber wie und mit welchem Ziel? von Tucan22.

    Tucan22 schrieb am 11.09.2023 16:40:

    Und der gewaltfreie Ansatz: wurde im Fall des Ukraine-Krieges entschieden zu wenig verfolgt m.E.

    Warum ignorierst Du die Bilder von Macron an Putins großen weißem Tisch, Merkel mit Putins Hund, die Berichte über stundenlange Telefonate und tagelange Treffen in Genf?

    Alles gewaltfreie Ansätze, die mit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine gegenstandslos wurden.

    Sicher waren sie angesichts des russischen Ultimatums und der Weigerung Russlands, mit der Ukraine zu verhandeln letztlich aussichtslos. Die russische Diplomatie hatte halt für ihre Forderungen nichts anzubieten.

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  • Avatar von teutolith
    • teutolith

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.03.2014

    Antwort auf Helfen -aber wie und mit welchem Ziel? von Tucan22.

    Tucan22 schrieb am 11.09.2023 16:40:

    Der Frau zu helfen müsste nicht automatisch heißen, dass sich zehn andere Männer auf den Bedränger stürzen und ihn krankenhausreif schlagen, weil es darum ginge ihn "zu zerstören".

    Da nennt sich Notwehrexzeß und ist nicht erlaubt. Eine Atombombe auf Moskau wäre ein "Notwehrexzeß" im Ukrainekrieg. Die Russen aus dem Land zu schmeißen, in dem sie nichts zu suchen haben, ist ganz klar keiner.

    Also: Gewalt muss nicht automatisch mit Gewalt beantwortet werden, um sie auszubremsen. Es gibt erstaunliche Beispiele von Erfolgen zivilen Widerstands, auch in Kriegssituationen.

    So wie bei der Krim? Bei dem unerklärten Krieg der Russen im Donbas ab 2014? Putin scheißt auf "zivilen Widerstand", der ist für ihn ein Zeichen von Schwäche und ein Ansporn, nach mehr zu greifen. 2014 Krim und Donbas, 2022 sollte es die ganze Ukraine werden. Das ist Putins Antwort auf Appeasement.

    Vor gut einem Jahr, war Russland laut Bennet soweit, sich gegen die Zusage der Ukraine auf Nato-Mitgliedschaft zu verzichten, zurückzuziehen! Wer da dazwischen funkte, waren Biden und Johnson. Und von denen und irgendwelchen Versprechen hat sich Selenskyj wohl über den Tisch ziehen lassen.

    Das ist auch bei der tausendsten Wiederholung immer noch eine Lüge.

    https://www.youtube.com/watch?v=qK9tLDeWBzs&t=9944s

    Bucha hat die Verhandlungen beendet, nicht Johnson. Der war erst am 9. April in Kiew, eine Woche nach Bekanntwerden der Massaker.

    Also meiner Meinung nach: hätte man diesen Krieg verhindern können, wenn man Russlands Beschwerden über Nato-Osterweiterung und Nato-Beitrittswünsche der Ukraine ernst genommen hätte. Hat man nicht, nach dem Motto: mal sehn, wie weit wir noch gehen können.

    Die Ukraine ist nicht in der NATO. Das kann gar nicht der Grund sein, warum die Russen angegriffen haben.

    Und ist den Deutschen eigentlich klar, dass sie einen Atomkrieg auf keinen Fall überleben werden?

    Und der nächste Prorusse, der Putin für fähig hält, den atomaren Holocaust auszulösen.

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    • Avatar70

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.06.2005

    Antwort auf Helfen -aber wie und mit welchem Ziel? von Tucan22.

    Um mal die Analogie zum Krieg weiterzutreiben ...

    Ja, man würde diesen potentiellen Vergewaltiger nicht gleich per Kopfschuss erledigen. Erstmal mit der Pistole bedrohen und sagen er soll aufgeben, ggfs. gibt man einen Warnschuss ab. Hat aber nichts gebracht, der Vergewaltiger hatte ohne zu zögern direkt auf den anderen geschossen.

    Aktuell befinden sich Vergewaltiger und der Freund der Frau in einem Zweikampf wo keiner die Oberhand hat.

    Um die beiden steht eine Menschenmenge. Hinter dem Freund der Frau stehen welche die sich Europäer nennen. Sie haben Pistolen und Schlagstöcke sind auch auf Seiten des Freundes der Frau, aber sie geben ihm nur ein paar kleine Holzstöcke die rumliegen und die schnell zerbrechen mit denen er sich verteidigen soll. Sie feuern ihn aber an, sagen ihm er macht das super und sind begeistert von seinem Kampfeswillen.

    Hinter dem Vergewaltiger stehen ein paar selbst ernannte Pazifisten die sagen. Die Frau ist selbst schuld, die hatte ein aufreizendes Kleid an, klar mußte die vergewaltigt werden. Wäre sie züchtig angezogen gewesen wäre das alles nicht passiert

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  • Avatar von Chinchina
    • Chinchina

    97 Beiträge seit 08.09.2023

    Antwort auf Re: Helfen -aber wie und mit welchem Ziel? von Avatar70.

    Wenn schon, dann eine richtige Analogie ...

    Ein unglücklich verheiratetes Paar läßt sich scheiden, leben danach aber freundschaftlich verbunden nebeneinander in zwei getrennte Wohnungen.
    Jetzt kommt der weltbekannte Serienvergewaltiger, der den Freund hasst und ihm seine kleine Wohnung, mit ein paar wertvollem Möbeln neidet.
    Mit viel Geld (rund 5 Milliarden Dollar) und Versprechungen von goldenen Bergen, nutzt er die Verletzlichkeit der Freundin aus.
    Hetzt diese gegen ihren Ex-Ehemann und Freund auf, treibt sie in eine Schizophrenie, gibt ihr ein Messer, betreibt Gas-Lightning.
    Die Freundin fängt jetzt an, panisch und verängstigt mit der Rechten Hand ihre eigene östliche linke Hand immer wieder zu verletzen.
    Dem Freund und Ex-Ehemann tut das sehr weh und er hat außerdem Angst, dass der Serienvergewaltiger zusammen mit seiner entfremdeten Freundin in seine eigene Wohnung einrückt, um ihm die wertvolle Möbel zu klauen.
    Er appelliert zuerst an seine Ex, sich nicht weiter selber zu verletzten, dann an den Serienvergewaltiger, endlich mit seinem schädlichen Verhalten aufzuhören.
    Als die psychisch völlig zerrüttete Freundin in München droht, mehrere Kisten Dynamit zu kaufen und die ganze Straße in die Luft zu jagen, bekommt der Freund noch mehr Angst.
    Aus Verzweiflung bricht er in ihrer Wohnung ein und versucht seine Ex zu entwaffnen, um Schlimmeres zu verhindern.
    Ein Tragödie.

    Ach ja, es gibt noch ein paar Halbstarke, die den Serienvergewaltiger bei seinem schändlichen Tun unterstützen, weil sie nicht den Mut haben ihre eigene Stimme zu erheben und den Dreien klar zu sagen, dass es jetzt reicht.
    "F*ck the EU wars" "bezahlt eure Rechnungen doch selber".

    PS: die Halbstarken (Europa) könnten auch andere Erwachsene um Hilfe bitten, um den Wahnsinn zu beenden. (China, Indien,...) Aber selbst dafür reicht nicht ihr Mut.
    Dann also doch lieber zum Bund und Befehle befolgen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (12.09.2023 23:32).

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