Mir gefällt das Beispiel von "Frau in der U-Bahn, die von stärkerem Mann bedroht wird" nicht. Abgesehen vom Klischee der schwachen wehrlosen Frau, erinnert es zu sehr an Zeiten, in denen Wehrdienstverweigerer noch geprüft wurden, mit ähnlichen Situationsvorgaben: "Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihrer Freundin im Wald spazieren. Plötzlich springt hinter dem Busch einer hervor, der Ihre Freundin angreift und (natürlich) vergewaltigen will.
Sie haben ganz zufällig eine Pistole dabei . Was tun Sie?" Da durfte man dann, um anerkannt zu werden, natürlich nicht sagen, dass man schießt....
Aber nehmen wir doch das Beispiel aus der U-Bahn. Der Frau zu helfen müsste nicht automatisch heißen, dass sich zehn andere Männer auf den Bedränger stürzen und ihn krankenhausreif schlagen, weil es darum ginge ihn "zu zerstören". Es würde vermutlich schon reichen, wenn mehrere Männer und durchaus auch Frauen den Aggressor laut und deutlich ansprechen, auf ihn zugehen (also nicht 50 m entfernt stehen bleiben, um alles per Handy zu filmen) und ihn verbal auffordern, die Frau in Ruhe zu lassen. Sie könnten mit dem Mann reden, ihm klarmachen, dass das nichts bringt. Sie könnten auch physisch dazwischengehen, einen Kreis um die bedrohte Frau bilden, ohne selbst zu schlagen. Sie könnten versuchen, den Mann abzudrängen. Also: Gewalt muss nicht automatisch mit Gewalt beantwortet werden, um sie auszubremsen. Es gibt erstaunliche Beispiele von Erfolgen zivilen Widerstands, auch in Kriegssituationen.
Und der gewaltfreie Ansatz: wurde im Fall des Ukraine-Krieges entschieden zu wenig verfolgt m.E.
Die Behauptung, mit Russland/Putin könne man nicht verhandeln (ausgesprochen von Leuten wie Frau Baerbock, die es nie versucht haben) halte ich für absolut falsch. Es gibt Verhandlungen über Gefangenenaustausch, es gab erfolgreiche Verhandlungen zur Getreide-Ausfuhr,
und wenn das nun stillliegt, dann weil der Westen russische Forderungen zwar zugesagt aber nicht erfüllt hat.
Vor gut einem Jahr, war Russland laut Bennet soweit, sich gegen die Zusage der Ukraine auf Nato-Mitgliedschaft zu verzichten, zurückzuziehen! Wer da dazwischen funkte, waren Biden und Johnson. Und von denen und irgendwelchen Versprechen hat sich Selenskyj wohl über den Tisch ziehen lassen.
Also meiner Meinung nach: hätte man diesen Krieg verhindern können, wenn man Russlands Beschwerden über Nato-Osterweiterung und Nato-Beitrittswünsche der Ukraine ernst genommen hätte. Hat man nicht, nach dem Motto: mal sehn, wie weit wir noch gehen können.
Und nun werden Waffen geliefert ohne Ende und wird die Situation von Deutschland zur Aufrüstung in großem Stil genutzt. (Bezüglich Militärausgaben steht es inzwischen weltweit an 3. Stelle)"Wir sind wieder wer" lautet die Devise. Von Wunsch nach Frieden: ist da nirgendwo auch nur ein Hauch zu bemerken. Im Gegenteil: wir werden mental darauf vorbereitet, dass sogar ein Atomkrieg machbar sei. Dank "Schutzschild" aus Israel. Das übrigens gegen einen atomaren Zweitschlag schützen soll. Wer hat da also vor zu beginnen? Und ist den Deutschen eigentlich klar, dass sie einen Atomkrieg auf keinen Fall überleben werden?
Fazit: man hätte einiges andere tun können und tun müssen, wenn das Ziel gewesen wäre, den Konflikt so schnell wie möglich zu beenden.
Das: scheint aber auch im "Werte-Westen" gar nicht das Ziel zu sein.
Deshalb ,so meine Meinung: müssen sich dringend all die Menschen zusammenfinden, die ein Ende des Tötens mit dem (langfristigen) Ziel Frieden wollen. Ungeachtet ihrer politischen Überzeugungen.
Ansonsten: gibt es genug anderes zu tun (Klimakrise), was weltweite Zusammenarbeit erfordert. Jeder Krieg muss angesichts dieser existentiellen Bedrohung beendet werden!