Ansicht umschalten
« Ältere Neuere » Seite 1 2
Avatar von Sentinel
  • Sentinel

mehr als 1000 Beiträge seit 08.05.2023

Hallo liebe Pazifisten

Pazifismus ist prinzipiell eine gute Sache - aber man kann Pazifismus immer nur selbst vorleben und von sich selbst fordern - nie aber von anderen Menschen.

Wenn ihr also in iorgendeiner Form angegriffen oder bedroht werdet (Gott bewahre), dann könnt ihr frei entscheiden, ob ihr euch wehren wollt oder irgendeine Form des gewaltfreien Widerstands leisten. Das steht euch zu, das ist euer gutes Recht und wer auf Gewalt verzichtet ist ein positives Vorbild für andere.

Ganz anders sieht es aus, wenn jemand anders angegriffen wird. Dann sagt die Moral, dass ich dieser Person helfen sollte und wenn das gegen meine pazifistische Haltung verstoßen sollte, dann sollte ich zumindest niemand anderen davon abhalten, dieser Person zu helfen.

Man stelle sich eine Frau in der U-Bahn vor, die gerade von einem viel stärkeren Mann angegriffen wird.
Dieser stärkere Mann könnte ohne weiteres von den 10 umstehenden Männern überwältig werden (ohne dass jemand zu schaden kommt), aber dann kommt ihr und sagt: "Moment mal! Niemand darf hier eingreifen, denn wir sind gegen Gewalt"

Der Denkfehler, den ihr hierbei begeht: Ihr lasst Gewalt gewähren, obwohl sie beendet werden könnte.

Denkt mal drüber nach.

Bewerten
- +
  • Avatar von utz (1)
    • utz (1)

    89 Beiträge seit 13.10.2017

    Antwort auf Hallo liebe Pazifisten von Sentinel.

    Gut das Sie Fragen.

    Wo ist der Unterschied zwischen einem Krieg und deiner Selbstverteidigungssituation?

    Der unterschied ist wie folgt:

    In der ersten Situation besitzt du objektives Wissen, denn du bist der der Angegriffen wird.

    Im zweiten Falle hast du kein Objektives Wissen, es kann sein das du dazu kommst wenn der Angegriffene sich so richtig und zu recht wehrt und er dir damit als der Angreifer erscheint.

    Das ist je eine der 'Fang' Fragen bei der Verweigerung. <Erkennen sie den Unterschied>

    Ich hoffe das konnte einigen helfen.

    lg.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Sentinel
    • Sentinel

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.05.2023

    Antwort auf Re: Hallo liebe Pazifisten von utz (1).

    Danke für die Antwort!

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (11.09.2023 15:40).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Stimmy
    • Stimmy

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.01.2018

    Antwort auf Hallo liebe Pazifisten von Sentinel.

    Das ist ein ziemlich heißes Pflaster.

    Es geht damit los, dass die Entscheidung eben nicht freiwillig ist. Man kann zum Kriegsdienst eingezogen werden, und dagegen hilft nur rechtzeitige Flucht, Suizid, oder vielleicht auch dermaßen unmögliches Verhalten, dass man aussortiert wird. Damit passt der Vergleich mit dem Angreifer in der U-Bahn nicht ganz - da einzuschreiten ist nun wirklich freiwillig.

    Genauso hängt es davon ab, mit welchen Waffen gekämpft wird. Um auf den Vergleich einzugehen: Hat der Angreifer in der U-Bahn eine Pistole in der Hand, würde ich da tunlichst nicht einschreiten. Never bring a knife to a gunfight, oder so. Ist es aber ein Jugendlicher, der Schulkinder mit der Androhung von Schlägen um Geld erpressen will und der sehr sicher keine Waffe hat, würde ich einschreiten, idealerweise zusammen mit ein paar anderen Fahrgästen.

    Im Krieg wird mit absolut tödlichen Waffen gekämpft, damit ist die Gefahr, dabei ums Leben zu kommen, sehr groß. Genauso ist die Wahrscheinlichkeit groß, selbst mit seiner Waffe andere Menschen zu töten.
    Auch das sollte man bedenken: Zwingt man jemanden zum Dienst an der Waffe, zwingt man ihn auch dazu, ggf. mit dem Gewissen weiterleben zu müssen, Menschen getötet zu haben, die mit einer guten Chance selbst zum Kriegsdienst gezwungen wurden.

    Es hängt auch von den Zielen ab. Die meisten Kriege finde ich schon deshalb ablehnenswert, weil eine wirklich nachhaltige Lösung des Konflikts gar keine Rolle spielt. Der Krieg endet auf irgendeine Art, und einzelne Jahrzehnte später wird wegen irgendwas eh der nächste Krieg angefangen. Man schaue sich mal an, wie sich im vergangenen Jahrtausend in Europa die Grenzen verschoben haben. Überspitzt gesagt erscheinen mir die Beweggründe für Kriege damit deutlich zu belanglos, um dafür den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Orca30
    • Orca30

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.11.2004

    Antwort auf Re: Hallo liebe Pazifisten von Stimmy.

    Stimmy schrieb am 11.09.2023 16:18:

    Überspitzt gesagt erscheinen mir die Beweggründe für Kriege damit deutlich zu belanglos, um dafür den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen.

    Hättest du das den Befereiern von Auschwitz auch ins Gesicht gesagt?

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Stimmy
    • Stimmy

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.01.2018

    Antwort auf Re: Hallo liebe Pazifisten von Orca30.

    Orca30 schrieb am 11.09.2023 16:34:

    Hättest du das den Befereiern von Auschwitz auch ins Gesicht gesagt?

    Vermutlich nein, da kenne ich den konkreten geschichtlichen Ablauf aber zu wenig.
    Und sicher wird es möglich sein, mich dazu zu bekommen, einem Gegenbeispiel zuzustimmen. Wenn ich aus sicherer Entfernung nur ein Knöpfchen drücken müsste, damit mittels einer autonomen Drohne zehn Aufseher töte und Tausenden Menschen die Freiheit und den Erhalt ihres Lebens schenke, würde ich das Knöpfchen sicherlich drücken.
    Es hat einen Grund, warum Whataboutism im Allgemeinen abgelehnt wird. Es vergiftet schlicht Debatten.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von hun0ld
    • hun0ld

    196 Beiträge seit 07.07.2023

    du hast vergessen zu erwähnen

    Antwort auf Hallo liebe Pazifisten von Sentinel.

    dass der Mann die Frau nur angreift, weil sie dauernd ihr Kind schlägt und die umstehenden 10 Männer dabei die ganze Zeit wohlwollend weggesehen haben.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von DrM
    • DrM

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.2000

    Antwort auf du hast vergessen zu erwähnen von hun0ld.

    hun0ld schrieb am 11.09.2023 16:48:

    dass der Mann die Frau nur angreift, weil sie dauernd ihr Kind schlägt und die umstehenden 10 Männer dabei die ganze Zeit wohlwollend weggesehen haben.

    Du hast vergessen, daß sie nicht ihr Kind schlägt, sondern einen als Kind verkleideten Dieb, die ihr kurz vorher das Seegrundstück geklaut hat und der es jetzt auf weiteren Habseligkeiten abgesehen hat.

    Um es abzukürzen:

    "Den Auslöser zum Krieg habe ich gedrückt"
    "In einem langen Interview mit der in Moskau erscheinenden nationalistischen Zeitung Sawtra (Morgen) berichtet der russische Geheimdienst-Oberst Igor Girkin ausführlich darüber, wie er seit Februar erst die Besetzung der Krim mitorganisiert und nach deren Anschluss an die Russische Föderation einen Krieg im Donbass vom Zaun gebrochen hat."

    https://www.sueddeutsche.de/politik/russischer-geheimdienstler-zur-ostukraine-den-ausloeser-zum-krieg-habe-ich-gedrueckt-1.2231494

    Original-Interview:
    https://zavtra.ru/blogs/kto-tyi-strelok

    «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

    Das Geständnis eines verletzten russischen Panzerfahrers zeigt: Die Schlacht von Debalzewe wurde auf Befehl des Kremls von russischen Soldaten geführt. Die Separatisten sind nur Staffage.
    (03.03.2015)

    https://www.nzz.ch/international/wir-wussten-es-geht-in-die-ukraine-ld.92835

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (11.09.2023 16:53).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Sentinel
    • Sentinel

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.05.2023

    Antwort auf Re: Hallo liebe Pazifisten von Stimmy.

    Stimmy schrieb am 11.09.2023 16:18:

    Es geht damit los, dass die Entscheidung eben nicht freiwillig ist. Man kann zum Kriegsdienst eingezogen werden, und dagegen hilft nur rechtzeitige Flucht, Suizid, oder vielleicht auch dermaßen unmögliches Verhalten, dass man aussortiert wird. Damit passt der Vergleich mit dem Angreifer in der U-Bahn nicht ganz - da einzuschreiten ist nun wirklich freiwillig.

    Ist das so? Bei uns jedenfalls trifft das nur bedingt zu: Man kann im Kriegsfalle in der Tat auch gegen den eigenen Willen eingezogen werden, jedoch nicht zum Kampf mit der Waffe gezwungen werden: Man wird dann zum Sanitätsdienst, oder zu irgend einer anderen Arbeit verdonnert, die direkt oder indirekt die eigenen Chancen zu gewinnen, unterstützt.

    Nach allem, was ich verstanden habe, ist das wohl in der Ukraine nicht viel anders. Dort darf man nicht ausreisen, man muss sich für einen eventuelle Einberufung bereit halten und kann auch gegen den eigenen Willen eingezogen werden - wird aber m.W. nicht gezwungen, mit der Waffe in der Hand zu kämpfen.

    Falls das nicht stimmen sollte, dann bitte entsprechende Belege. Danke!

    Bewerten
    - +
  • Avatar von WiderSacherTorte
    • WiderSacherTorte

    24 Beiträge seit 15.06.2023

    Antwort auf Re: Hallo liebe Pazifisten von Stimmy.

    Wenn du eine allgemeine Thesen aufstellst, die dann durch ein konkretes Beispiel widerlegt wird, ist das kein whataboutism. Du hattest dann halt einfach Unrecht.

    Bewerten
    - +
« Ältere Neuere » Seite 1 2
Ansicht umschalten