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  • udo46

424 Beiträge seit 30.10.2023

Den letzten Höhepunkt an Sympathie hatte das US-Militär nach Ende des WK II.

Warum?

Weil sie erstens gewonnen hatten ( zwar mit Hilfe anderer, aber immerhin) und weil sie damals auf der von aller Welt anerkannten richtigen Seite standen, was später nicht mehr der Fall war.
Folgerichtig wurde auch prompt ein General zum Präsidenten gewählt. Bei Ulysses Grant war die Stimmung ähnlich, nach dem Bürgerkrieg.

Seitdem hat das Militär stetig an Renomee verloren, besonders drastisch durch den Vietnam-Krieg und aktuell durch den Rückzug aus Afghanistan.

Was aber die Abwendung der vor allem jüngeren Generation in den USA von der Truppe verstärkt hat, ist der allgemeine politisch-gesellschaftliche Zustand der USA. Die USA sind nämlich so gespalten wie nie zuvor in der Geschichte (Ausnahme Sezessionskrieg).
Das spiegelt sich auch in der Haltung zum Militär wieder, welches mittlerweile eher als Handlanger von Interessen gesehen wird, die nicht denjenigen eines Grossteils der jungen Menschen in den USA entsprechen. Sie können sich nicht mehr mit dem martialischen, ehrduseligen und überheblichen Gehabe der Militärs identifizieren, die weit überwiegend dem reaktionären Lager zuzurechnen sind und auch von diesem gehätschelt werden.

Dazu kommen natürlich noch die von einigen Foristen schon angesprochenen Problemen wie Drogen, Alkoholismus, Fettleibigkeit, Kriminalität, sowie krass steigende Suizidrate, brutale Umgangsformen, Rassismus, Sexismus innerhalb der Armee, etc.

Das sieht der Herr Oberst aber nicht, sondern versteigt sich zu der wahnwitzigen Parole, dass wieder Kriege gewonnen werden müssen, damit das Ansehen der Armee wieder steigt.
Das kann nur einem Militaristen reinsten Wassers einfallen.

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    • Aruba

    961 Beiträge seit 25.08.2019

    Antwort auf Den letzten Höhepunkt an Sympathie hatte das US-Militär nach Ende des WK II. von udo46.

    udo46 schrieb am 06.01.2024 22:36:

    Das sieht der Herr Oberst aber nicht, sondern versteigt sich zu der wahnwitzigen Parole, dass wieder Kriege gewonnen werden müssen, damit das Ansehen der Armee wieder steigt.
    Das kann nur einem Militaristen reinsten Wassers einfallen.

    Dazu die Meinung eines Bekannten: Soldat ab Ende WK2 danach Indochina direkt gefolgt von Algerien. Wenn ich Wort treu zitieren darf: „Jede Berufsarmee putscht mal, früher oder später“.

    Dieser Rubikon ist den Amis nicht zu wünschen aber die Geschehnisse und Interventionen der letzten 20 Jahren widersprechen selbst der eigenen (us) Verfassung, imho.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (07.01.2024 00:14).

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    167 Beiträge seit 27.12.2023

    "Folgerichtig wurde auch prompt ein General zum Präsidenten gewählt"

    Antwort auf Den letzten Höhepunkt an Sympathie hatte das US-Militär nach Ende des WK II. von udo46.

    Naja, bis dahin hats noch 8 Jahre gedauert.

    Und Eisenhower hatte seinen Wahlerfolg auch zu einem Gutteil nicht nur der Unbeliebtheit Trumans (zwar nicht Gegenkandidat, aber amtierende Präsident) zu verdanken, die stark auf dessen "Folgekandidaten" Stevenson abfärbte, sondern auch dem gerade NICHT so wirklich "erfolgreichen" Koreakrieg zu verdanken, der reichlich "Munition" für weitere Kritik an der amtierenden Regierung lieferte.

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    424 Beiträge seit 30.10.2023

    Antwort auf "Folgerichtig wurde auch prompt ein General zum Präsidenten gewählt" von .

    Stimmt nicht ganz.

    Truman führte die Präsidentschaft des verstorbenen Roosevelt bis 1948 als ehemaliger Vizepräsident fort. Und 1948 stand Eisenhower nicht zur Verfügung, erst 1952, und da auch nur nach Drängen beider grossen Parteien und auf den Druck der grossen Mehrheit der Bevölkerung hin, die sich mit Slogans wie "I like Ike" enthusiastisch für ihn einsetzte. Das wäre nie passiert, wenn er nicht das Renomee des militärischen Siegers gehabt hätte.

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