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  • Avatar von Abtrünniger Zauberer
    • Abtrünniger Zauberer

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.01.2012

    Antwort auf Re: darum gehts doch gar nicht von joribo.

    Nein, wir sehen Probleme des Netzes in einem kapitalistischen Staat. Das ist immer auf Kante genäht und kurz vorm Blackout. Weils billiger ist als ein vernünftiges und redundantes Netz aufzubauen. Egal welche Energieart vorherrscht - Kohle, Atom, Gas, EE - das Netz ächtzt überall. Texas schon vergessen? Frankreich? Blackout-Gefahr im Januar? EE sind da eine willkommene Ausrede, aber mehr nicht.

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  • Avatar von joribo
    • joribo

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.09.2013

    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von Abtrünniger Zauberer.

    Mag sein, Windkraft ist für mich auch nicht wirklich mein Themenfeld, weil das nur Großkonzerne können - zumindest in Deutschland wurde den Energiegenossenschaften dazu zu große Steine in den Weg gelegt. Und Offshore erst recht - das können keine Kommunen für sich selbst bauen und damit ist das für mich erstmal uninteressant. Wenn die ins Netz zu akzeptablen Preisen liefern können super.

    Ja, so isses. Deshalb konzentriert sich das Windgeschäft auf grosse Konzerne sowohl bei der Herstellung der WKA als auch bei der Windpark-Finanzierung DONG führt da. Das Konglomerat Vestas, Siemens-Wind (de facto dänisch), Dong und die dänische Regierung wickeln da fast da ganze Geschäft in Europa ab. Deutschland ist hinten runter gefallen.

    Genau. Kann aber, im Gegensatz zu Kernenergie abgestellt werden wenn kein Bedarf da ist. Und im Gegensatz zu Kernenergie beeinträchtigt das die produzierten kwh auf Lebenszeit weniger, weil die dann nämlich länger Leben.
    Heißt: Windkraft ist ziemlich gut nach unten regelbar und damit für ein volatiles Netz geeignet. Kernenergie braucht Grundlast - ist also für ein volatiles Netz ein Klotz am Bein.

    die nach-unten-Regelbarkeit der Windkraft ist korrekt und ein wichtiger Punkt. Die Anlagen sind allesamt seit etwa 2006 Lasten-geführt dh mit Messfühlern bestückt und die Belastungen werden registriert und online ausgewertet zu Schadenssummen. Daraus bestimmt sich die Restlebensdauer und man kann die Anlagen wirklich "völlig" aufbrauchen, bis hin zu einer Sicherheitsgrenze dass niemandem da ein Rotor auf den Kopf fällt. Ich hab das öfter mal im Forum breitgetreten zur Diskussion.

    Was macht die Kernenergie, wenn im Sommer der Bedarf ans Netz tagsüber zusammenbricht, weil PV tagsüber zu konkurrenzlosen Preisen (3-6c/kwh, Vollpreis, keine Steuern und Netzgebühren weil Eigenverbrauch) liefert? Das volatile Netz hat nicht nur volatile Einspeisung sondern auch volatile Nutzungsprofile.

    Kernenergie in Grosskraftwerken mit Leistungen von 1200 bis 1600 MW (zB der EPR in O-3) passen schlecht in ein Szenario wo viel PV ist. Bei Wind noch problematischer weil der noch irregulärer fluktuiert. Schnell regelbare Gaskraftwerke oder dezentrale Blockheizkraftwerke (bis runter zu Eigenheimgrösse) wären da sinngemäss das Beste.
    Aber wenn wir die E-Mobilität bekommen dann haben wir einen Verbrauch der die Grundlast soweit anhebt dass allein O-3 und PH nur für die Autos durchlaufen können. Jedenfalls in Finnland. In Korea wäre das alles ganz anders weil die Stromspitze im Sommer ist wegen den ganzen Air Condition-Dingern, jede Wohnung 1kW.

    Rechnest du einen Speicher zu Windkraft der diese Gigawattstunden verteilt, wird Windkraft unbezahlbar.....

    Aber das stimmt doch nicht und ich habe dir das auch vorgerechnet. Speicher sind eben nicht mehr unbezahlbar. Nicht einmal mehr doppelt so teuer wie Pumplastkraftwerke, die sonst immer akzeptiert wurden, aber von denen ja nicht genug gebaut werden könnten.

    Ich glaube da sind 3 Denkfehler drin. Erstens rechnest du "Speicher" ohne die Grösse zu korrelieren. Wie schon mal abgeschätzt, ist ein Tag/Nacht-Speicher zu PV gut möglich. Wenn man aber den Bedarf eines Eigenheims nur für wenige Tage decken will muss man hunderte von kWh speichern und der Keller ist voll und das Konto leer. Denn der Besitzer muss den ja finanzieren.
    Zweitens, wenn jetzt plötzlich ein grosser Bedarf entsteht werden die Li-Preise, ggfs auch Kobalt, in die Höhe schnellen. Das "wird immer billiger" darf nicht einfach extrapoliert werden. Auch die PV-Zellen muss man langfristig als made in Germany rechnen denn wenn der Handelskrieg eskaliert bekommen wir keine billige PV mehr aus China.
    Drittens nützt der Speicher nichts wenn er lokal am falschen Platz ist. Er spart dann nicht die Netzintegrationskosten. Wenn wir Windstrom aus offshore-Nordsee nach München in einen Speicher bringen wollen brauchen wir ja doch den Netzausbau bis dahin. Allein ein billiger Speicher befreit noch nicht von den Netzintegrationskosten von Windkraft. Solar ist dezentaler, hat da weniger Probleme, kann aber wegen dem Winterloch nicht dominieren.

    Und die Preise purzeln munter weiter.
    Der Bedarf an Speichern weltweit ist gerade riesig und die Li-basierten Batterien kommen in der Produktion nicht hinterher - neue Fabriken schießen jedes Jahr aus dem Boden und bieten Batterien noch billiger an weil sich Produktionsabläufe weiterhin verbessern und geschätzt wird, dass das auch noch einige Zeit so anhält.
    Speicher sind wirtschaftlich geworden.

    Waren die Dauermagnete 2010 auch. Und dann kam die Neodym-Krise. Und als die weg war die Dysprosium-Krise. Und danach ging Kupfer durch die Decke sodass alle Generatorhersteller auf Aluminiumwicklungen umstiegen, als erstes bei den Trafos, jetzt aber auch bei den Genos.

    Sofern sich jeder einen eigenen Speicher kauft.......

    Das passiert auch automatisch, wenn die Speicher billig genug sind. Das ist das eine, das sind die Häuser selbst, die für sich Strom speichern. Alleine dadurch hat eine Eigenfamilie (12kwh/tag im Schnitt in Dland) schon Energieautarkie von März bis Oktober und große Erleichterungen November und Februar.

    In Kombination mit dem Dach voller PV, dann ja. Aber deine 12kWh/Tag sind vor der Energiewende, denn wir wollen ja auch alle Häuser elektrisch heizen mit Wärmepumpen und alle Autos elektrisch fahren. Dann werden aus den 12 leicht 50-70. Die PV-Fläche reicht dann nicht, man muss ans Netz. Kann ggfs aber fluktuierende Stromlieferungen ausgleichen.

    Das ist ein Problem für die Kernenergie und andere nicht-nach-unten-regelbare Kraftwerke. Aber das sind nur die Eigenheime. Speicherkraftwerke wird es zusätzlich geben. Australien hat das verdeutlicht, dort hat nicht nur Tesla bereits ein Regelkraftwerk gebaut. Die sind bereits in der Gewinn-Phase, nach nur 2 Jahren die Investition wieder reingeholt.

    Das wundert mich masslos. Das erzeugt doch keine Energie sondern verteilt sie nur zeitlich. Wenn sich das so gut rentiert dann muss da ein satter Aufpreis auf den Strom drauf für die Speicherung.

    Wenn mein Speicherkraftwerk Strom zu Negativpreisen einkauft und Kosten hat von 1-5c/kwh dann ist das sehr schnell rentabel. Passt also wunderbar zu PV-Anlagen.

    Negativpreise sind eine Perversion unserer Marktwirtschaft, das wird langfristig nicht mehr passieren wenn sich die Stromversorgung stabilisiert hat.

    lol, das hab ich aber anders in Erinnerung. Die Investoren sind abgesprungen und das Projekt drohte zu scheitern, weil mit den niedrigen Strompreisen und der langen Laufzeit und der Entwicklung auf dem Strommarkt nicht abzusehen ist, wie das jemals konkurrenzfähig Strom liefern können soll. Das muss 40 Jahre lang gut laufen. Und da kam der Staat auf die Idee feste Abnahmegarantie zu fest garantiertem Preis inklusive Inflationsausgleich. Nur mit diesem Lockangebot konnten überhaupt noch Investoren gefunden werden die sich auf das Wagnis einlassen wollten.

    das wäre ja fast dasselbe. Auf jeden Fall wurden die Investoren entweder angelockt oder gehalten durch überhöhte Preise die nun der Stromverbraucher zahlen muss. Nutzniesser sind die Investoren. Deren Rückziehmanöver war vermutlich rein taktisch um Cameron zu erpressen.

    Militär braucht man nicht für Uran & Urin. Gibts in Kasachstan, Kanada, Australien, Namibia, Niger. politisch breit gestreut, kein Boykott oder Monopole zu erwarten.

    Na dann können die Franzosen ihr Militär ja heim holen. Warum machen die das bloß nicht...

    Politisch. War wohl mal französische Kolonie (?) und von da her leiten sie eine Verantwortung ab für die Ruhe & Stabilität im Lande.

    [code]Was ist das für ein Akku in Australien?.....

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Teslas-Riesenakku-in-Australien-macht-sich-bezahlt-4259373.html

    ok dass ist aber eine Art Lückenfüller aufgrund einer misslungenen Netzplanung. Bzw gar keine Planung wegen Liberalismus => Chaos. Strom kann man nicht wie Tomaten auf dem Wochenmarkt handeln. Negative Strompreise sind pervers. Sowas wird nicht lange halten. Strom ist ein natürliches Monopol, genauso wie Wasser und Abwasser. Da gibt es keine 5 Leitungen von 5 Firmen die in Konkurrenz stehen. Also darf man da auch kein Börsensystem draus machen.

    Wie gesagt - der Anteil der Kernkraft geht weltweit insgesamt zurück. Die Neubauten ersetzen nicht einmal die stillgelegten Kapazitäten. Bestes Beispiel ist doch Frankreich. Gerade den Fuhrpark um 10 Jahre verlängert, bauen gerade mal ein einziges AKW nach zur Zeit. Selbst wenn die jetzt anfangen mit einem zweiten und in fünf Jahren mit einem dritten und alles auf einmal voll super funktioniert werden die es nicht schaffen, ihren Fuhrpark rechtzeitig zu ersetzen. Da wird ein ganzer Batzen abgeschaltet.

    F steigt wohl langsam aus, dagegen China, Russland, Finnland steigen ein. In FIN wird Kern=>60% hochgefahren mit den 2 neuen KKW. Solar-PV ist nur für die Sommerhäuschen, nicht relevant. Wind haben wir 7% aufgrund von Druck der EU. Zu jedem Windrad gibt es eine Anti-Initiative. Die Stimmung ist schlecht. Und der Preisdruck zwingt ins Dumping oder zu PPA-Verträgen. Das rettet momentan die finnischen Windparks. Google zieht sich ein grünes Jäckchen an indem sie die Rechenzentren mit Windstrom betreiben zu höheren Preisen als die Börse zahlt.

    Ich habe 40 Jahre Windkraft gemacht. 2 als kleiner grüner Ökofreak, Aktivist, 1978 bis 80, dann 1981 bis 2019 in der Windkraft"industrie". Wenn man das klägliche Häufchen Elend so nennen kann.

    Ja, ich habe bereits Kommentare von dir zur Windkraft gelesen und fand sie sehr erleuchtend. Gerade dieser Run auf Dumpingpreise etc. - da bin ich voll bei dir. Ich verstehe auch nicht, was das soll. Solange Strom bezahlbar ist ist doch alles super. To-Cheap-to-meter muss nicht um jeden Preis (also auf Kosten der Arbeiter bspw.) erlangt werden.
    Mehr noch: Die Anlagen die ich konzipiere haben seltenst einen Vergleich mit Netzstrom zur Kalkulationsgrundlage sondern immer "kann ich damit autark zu einem Festpreis für die nächsten X-Jahre leben?". Ich kalkulier das nur für mich so aus Interesse obendrauf. Da kommt auch gerne noch ein Dieselgenerator dazu, damit der im bösen Winter (bzw. mancherorts sogar eher im Sommer) nach dem dritten Wolkentag angeschmissen wird für ein paar Stunden und dann wieder drei Tage bis zur nächsten Sonne ausgeharrt werden kann. DIY statt Konzernen etwas überlassen.
    Eine PV-Anlage aufzubauen ist kein Hexenwerk und die muss oft nicht einmal auf dem Dach stehen - Autounterstand bspw. eignet sich prima. Auto ist im Schatten, Pannele laden auf. Über ein Auto passen rund 3-4kwp.

    ja, ok, das ist grundsätzlich lobenswert. In der Anfangsphase der ganzen grünen Bewegung war ja auch so um 1977-1980 der Schwerpunkt auf "Eigenversorgung, unabhängig werden von der möglichen Erpressung durch Konzerne" und heute ist dieser Gesichtspunkt weg. Weil zB ein offshore-Windpark so typisch 500 mio E kosten kann und nur von Grosskonzernen mit staatlicher Absicherung machbar ist. Was die Ur-Ökofreaks zu diesen Ansichten getrieben hat war u.A. die Ölkrise mit Fahrverboten 1973. Da hatte ich einen VW Käfer und musste mit dem Fahrrad fahren, hat mir aber gut getan, etwas Bewegung.

    Nicht Wiederaufbereitung. Umsetzung der problematischen langlebigen Elemente in kurzlebige. MOX-Beimischung zum "Brenn"-Material. Der Flüssigbett-Brutreaktor auf Thorium-Basis kann das.

    Ja, klar. Dieser Wunderreaktor. Warum der nur nach 40 Jahren Versprechen immer noch nicht weltweit längst gebaut ist und Atommüll vernichtet...

    Die Chinesen haben den schon im Labormasstab und Russland baut bereits ähnliche Reaktoren, die den Atommüll vorhandener AKW umsetzen. Der kommt in wenigen Jahren. Als erstes vermutlich als reiner Heiz-Reaktor, weil drucklos. Helsinki hätte wirklich gerne ein paar davon gekauft aber sie waren nicht gut genug verfügbar. Ein Bedarf besteht also.

    ... Bedanken dafür kannste dich bei den Generationen vor mir, die das seit 40 Jahren wissen und schön ignoriert haben.
    Es muss schnell gehen, sonst wirds teuer.

    Ich sehe die Ursache des ganzen Problems im Liberalismus/Kapitalismus. Alles, aber auch das letzte bischen Markt, wird privatisiert und der Staat hält sich völlig raus aus allen notwendigen Grundsatzentscheidungen. Wenn D die Netze ausbauen will kann D das gar nicht entscheiden! Die Netze gehören internationalen Investoren. ZB mit Sitz in den Niederlanden aber uA mit japanischem Kapital drin.
    Oder die Post oder Bahn. Chaos durch Privatisierung. Zu Adenauer & Ehrhard's Zeiten hatten wir eine Bundesbahn und Bundespost, das lief.
    Man weiss ja was gegen den Klimawandel gemacht werden muss, aber der freie Markt treibt es ins Chaos. Ich habe als Dipl-Ing in der Windkraft 8 mal meinen Arbeitsplatz durch Firmenpleite verloren. Jetzt bringen uns Absturz der Branche und Konzentrationsprozess durch Überhitzung 70'000 Arbeitslose. Derweil macht DK staatlich subventioniertes Dumping um sich zum Windkraftland der Welt aufzuschwingen. Erzählt man das einem deutschen Politiker sagt der "uns sind die Hände gebunden, wir können nicht in die freie Marktwirtschaft eingreifen".

    Nun ist es aber so dass ausgerechnet wo das Ding ans Netz gehen sollte, durch Corona und durch Abwanderung mehrerer grosser Zellulosefabriken (nach Uruguay) Stromüberschuss entstand. Die Nordpool-Börse ging mit den Strompreisen derart runter dass jegliches Einspeisen unsinnig war.......

    Oha. Was machen die denn dann, wenn die Leute PV installieren wie blöd und die Nachfrage im Sommer zusammenbricht?

    Passiert in FIN nicht. PV ist problematisch. Im Winter keine Sonne und im Sommer läuft die Sonne 330 Grad rum und beleuchtet die Panels grösstenteils von hinten. Ausserdem lebt hier die grosse Masse Mensch in Betonklötzen wo die Dachfläche pro Person oder pro Verbrauch sehr gering ist.

    Das AKW für 4 Monate stilllegen? Das hört sich ja nach hart auf Kante genäht an, wenn das reicht um das Kernkraftwerk ein weiteres Jahr stillstehen zu lassen. Und das, wo das AKW schon zu drei-viertel von den französischen Steuerzahlern subventioniert wurde. Also eigentlich müsste der Preis ja um einiges höher sein...

    Also der französische Steuerzahler zahlt die Fehler von Areva, die Finnen bekommen aber nichts geschenkt, sie zahlen den vereinbarten Kaufpreis. O-3 geht ans Netz wenn der Verbrauch an Strom sich verdoppelt hat durch E-Mobilität und Wärmepumpen. Die Wärmepumpen werden im Moment wie wild verkauft, die Netze ausgebaut. Die Heizperiode ist lang, etwa Oktober bis Mai. Alte Omas mit Dackel heizen das ganze Jahr über. E-Autos hinken hinterher wegen den fehlenden Ladestationen. Finnland
    ist sehr weitläufig, 5,5 mio Einwohner auf einer Fläche wie Deutschland, das macht eine E-Auto-Infrastruktur schwieriger.

    Schuld an der Misere ist der Liberalismus

    Ach so. Nicht, dass einfach zu knapp kalkuliert wurde und dann die Kosten halt doch viermal so hoch waren. Und - wer hätte das gedacht - in Frankreich und England passiert ihnen das gleiche. Diese verdammten Kalkulationen auch. Komischerweise passiert das bei Großprojekten immer. Hätte man auch vorher wissen und einpreisen können.

    Vielleicht hat Areva auch zu knapp kalkuliert. Aber die Finnen haben um jeden Groschen zu sparen sich die ganzen Arbeitspakete verteilt in hunderte von Portionen und dann aus Billigländern die Arbeiter rangeholt zu Dumpingpreisen. Die haben viele Fehler gemacht die dann korrigiert werden mussten.

    Nein-nein. Da tust du ihm Unrecht
    ......
    Glaube ich nicht. Eine Starter-Batterie + Umwandler ist keine gute Idee, um in einem winterlichen Blackout Strom zur Verfügung zu haben und da kommst du auch nach 5 Minuten Nachdenken drauf. 45Ah Akku sind wie gesagt nicht einmal 300Wh real - eher so 200Wh minus Selbstentladung des Akkus bis zum Zeitpunkt der Nutzung. Das heißt für einen Rechner (Laptop) wären das 2-3 Stunden oder sogar noch weniger, wenn er die Batterie nicht noch am selben Tag geladen hatte.

    Aber es geht doch nur um das Ausprobieren des Inverters. Er kann sich jederzeit einen grösseren Akku holen. Kernpunkt ist NUR die Schilderung der äusseren Umstände die beim Aufbau einer Energiewende in die Nähe des Blackouts geführt haben. Die Politik ist das interessante, nicht der Inverter.

    Und daher, was willst du da mit 1,5kw, wenn du das nichtmal 10min nutzen kannst?

    Vermutlich will er damit auch die Möglichkeit haben was grösseres zu betreiben.Ich habe so einen Inverter der schafft 600W, an einer 100Ah Autobatterie, damit heize ich mein Auto vor wenn ich weg muss und es sind unter -10C. Die Ölwannen-Heizung schluckt 500W. Am Parkplatz ist kein Stromanschluss.

    Das ganze zeugt einfach nur von Überhaupt-keine-Ahnung, keine Recherche betrieben, einfach in den Laden gegangen und was gekauft. Aber anderen was von Strom erzählen wollen und über Sinus-Kurve philosophieren. Ich weiß was das bedeutet und ich weiß aber auch, dass das den allermeisten Geräten scheiß egal ist ob das ne gehackte Sinuskurve oder ne simulierte (kostet 40€ mehr) oder gar ne echte (ausm Netz) ist. Das ist einfach ein totaler Nebenaspekt, der nur für seeehr wenige Leute (für ihn auch nicht) überhaupt interessant ist in dieser Frage.

    das ist billig. Geht so dass man erstmal mit einem Gegentakt-wandler und Ferritkern mit rund 20-40kHz eine plusminus 325V-Gleichspannung macht. Die wird dann mit Mosfets im 50Hz Rhytmus durchgeschaltet auf den Verbraucher. Man taktet also nicht um sich einen Sinus zu machen. Geringe Verluste und Kosten.
    Will man reinen Sinus geht das mit höheren Verlusten. Ich habe da mehrere Schaltpläne.
    Der erwähnte Elektrofreak ist sehr fähig. Guck dir nur seine Computer-Hardware Sachen an. Der kann da Dinger wo ich mich nie rantrauen würde.

    Genau. Du musst einen Akku haben, den du dir leisten kannst. Momentan Zellpreise in Deutschland habe ich mir sagen lassen 300€/kwh-Kapazität, in den USA 120€/kwh Kapazität. Wieviel kannst du dir leisten? Ein normaler Haushalt braucht 12kwh/Tag (noch ohne Heizung) - also 2000€/Tag in den USA momentan. Tendenz fallend.
    Ab wann lohnt es sich nicht mehr und nimmst lieber doch den teuren Strom aus dem Netz - das muss jeder für sich selbst ausrechnen. Vielen ist solche Autarkie auch einiges Wert.

    ja, das Argument der Autarkie ist viel wert. Gerade jetzt wo die Menschen verunsichert sind durch Turbulenzen in Politik und Wirtschaft. PV und Speicher passt aber nur für Eigenheime, denn im Hochhaus ist das Dach nicht gross genug pro Person bzw Energieverbrauch. Speicher wären dann nur gegen Netzausfall aber das haben wir nie in Helsinki.
    In meiner Sommerwohnung in Karelien da ist oft Netzausfall, macht aber nichts, dann ist eben mal kein Strom, ich brauche ja nicht pausenlos Strom. Kann ja die Elektrosäge weglegen und mit der Motorsäge weiterarbeiten.

    Regelenergie ist verdammt lukrativ. Spitzenlast bedienen, Überschuss kaufen. Auch Windparks werden evtl in diese Richtung gehen um Teile ihres Stroms zu anderen (lukrativeren) Zeiten zu verkaufen.
    Aber das sind alles Sachen außerhalb meines Wirkbereichs - da gehts immer nur um Geld. Und es scheint sich zu lohnen.

    Ich halte solche Situationen für einen Systemfehler, Eigentore der liberalistischen freien Marktwirtschaft. Sowas wie Überangebot sollte gar nicht vorkommen wenn die Netze sinnvoll ausgebaut sind. Denn das Überangebot ist stets nur lokal. Du hast gleichzeitig irgendwo anders Bedarf.

    Aber man kann mit Kernkraft wunderbar alle Integrationsprobleme lösen........

    Grundlast ist mit einem volatilen Netz nicht vereinbar - es wird aber auf ein volatiles Netz hinauslaufen.

    E-Autos mit einer gewissen Fern-Steuerung der Ladung, sowie Stromheizungen mit Wärmespeichern können Grundlast erzeugen. Darauf zielen unsere neuen 2 KKW hin. Diese Verbraucher werden viel stärker ins Gewicht fallen als die volatilen PV-anlagen.

    ...Ich rate inzwischen dazu, keinen Strom mehr ins Netz einzuspeisen sondern direkt nur noch auf Selbstverbrauch zu bauen. Das lohnt nicht, der riesen Aufwand (und Mehrkosten, der Wandler kostet um einiges mehr als für Inselbetrieb!) zu betreiben, um dann 30€ im Jahr zurück zu bekommen...

    Was gut ginge wäre PV und dann die Kühltruhe dran betreiben mit einem Tag/Nacht-Akku. Wenn der leer ist dann die Kühltruhe ans Netz. Würde zB 1kWh/Tag sparen an eingekauftem Strom. Die PV-Anlage wäre galvanisch getrennt vom Netz, keine Verbindung. Und eine autarke Kühltruhe wird man wohl kaum verbieten oder dafür Steuern einfordern.

    ....großzügiges Geschenk der Franzosen an die Finnen. Gut für die Völkerverständigung. Ist doch schön, wenn Atom-Fanboys zusammen halten.

    Naja, sie haben sich böse zerstritten und sind vor Gericht gezogen. So richtig freundlich ist das nicht ausgegangen.

    Weil aber die Regierung nun mit Macht den Stromverbrauch ankurbelt durch E-Autos und Wärmepumpenheizungen, wird der Strombedarf rapide steigen, die Strompreise ebenso und dann kann O3 mit Gewinn ans Netz....

    Oder auch nicht, weil Solar das Grundlastkonzept im Sommer kaputt macht und die Leute das E-Auto mit Solar laden weils billiger ist. Parkplätze von großen Firmen mit Solar auszustatten ist jetzt nicht so kompliziert und teuer. Und Solar wird immer billiger.

    ok für Süddeutschland oder Kalahari, Serengeti, Masai-Mara......
    Da ist's heiss, bei uns ist Eis. In FIN wird keine PV kommen ausser für Sommerhäuschen.

    Solar wird das Netz stärker verändern als alles, was du bisher gesehen hast - davon bin ich fest überzeugt weil alle Parameter in diese Richtung deuten. Kernenergie ist viel zu langlebig und unflexibel um da wirklich mithalten zu können. Und wir stehen da erst am Anfang der Entwicklung - es gibt noch viele Dächer Platz.....

    naja, mal sehen....
    Im Moment stehen in FIN alle Weichen auf Kernkraft. Gilt als sicher, sauber, CO2-frei, einheimisch (der Urananteil ist nur bei 5% der Stromkosten), kernig. Und eine verdoppelte Grundlast wird kommen. Dafür sorgt die Regierung. E-Autos und Stromheizungen (Wärmepumpen). O3 ist bald fertig und PH ist im Bau. Vielleicht kommt solar mal später. Aber dann 40-60 Jahre später, denn solage halten die KKW.

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    • Abtrünniger Zauberer

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.01.2012

    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von joribo.

    Kernenergie in Grosskraftwerken mit Leistungen von 1200 bis 1600 MW (zB der EPR in O-3) passen schlecht in ein Szenario wo viel PV ist

    Dann sind wir uns doch einig. Da Solar immer billiger wird und nicht vom Energieversorger sondern von den Verbrauchern installiert wird wird sich Solar immer weiter durchsetzen - ergo das Netz immer volatiler. Egal ob die einspeisen oder nicht.

    Erstens rechnest du "Speicher" ohne die Grösse zu korrelieren

    Wir bauen für Deutschland Speicher von 80Mio*40-60kwh nur für die E-Autos. Ich glaube, was Speichergrößen angeht vertust du dich gerade. Die Dimensionen für Speicherbau sind gigantisch.

    wenn wir die E-Mobilität bekommen dann haben wir einen Verbrauch der die Grundlast soweit anhebt dass allein O-3 und PH nur für die Autos durchlaufen können.

    Aber auch nur, wenn die E-Mobilität dementsprechend ausgleichsgesteuert geladen wird. Die meiste E-Mobilität wird aber tagsüber geladen werden und nicht nachts - bspw. auf dem Firmenparkplatz oder zuhause in der Garage durch Solarenergie in Eigenheimen.

    Wenn man aber den Bedarf eines Eigenheims nur für wenige Tage decken will muss man hunderte von kWh speichern und der Keller ist voll

    Das stimmt doch nicht. Mehr als drei Tage Speicher lohnt sich wirtschaftlich meist nicht, weil länger seltenst keine Sonne ist. D.h. nur Autarkie-Fetischisten kaufen dort noch mehr. 3*12kwh sind 36kwh, also noch nicht einmal die Größe eines zukünftigen E-Autos vom Speicher her. (Heizung brauchst du im Sommer eher weniger und kannst ja tags heizen) Für die meisten wird aber sogar ein 12kwh Speicher reichen um von März bis Oktober autark zu sein.

    Zweitens, wenn jetzt plötzlich ein grosser Bedarf entsteht werden die Li-Preise, ggfs auch Kobalt, in die Höhe schnellen.

    Lithium ist in Massen weltweit vorhanden, da wirds schwer einen Mangel zu produzieren. Kobalt wird momentan für Li-Ionen Akkus und Verbrenner-Motoren gebraucht. Aber selbst Tesla will wohl auf LiFePo4 wechseln (frag mich wie das energie-dichte-mäßig funktionieren soll, aber bin ja kein Tesla-CEO) und LiFePo4 braucht kein Cobalt und hat auch sonst keine wirklich seltenen Rohstoffe. Knappheit ist da nicht zu erwarten.
    Die Preise sind momentan künstlich hoch (obwohl sie so niedrig sind), weil die Fabriken mit der Produktion nicht hinterher kommen - nicht, weil Rohstoffe knapp geworden sind.
    Schau mal - wenn wir einen Laptop haben und der war bisher das Maximum an Li-Ionen-Batterien was wir brauchten - und dann haben wir ein E-Auto... Mit einem E-Auto könntest du bald alle Laptop-Batterien der Welt bestücken. Solch einen Sprung machen wir da. Siehe oben - wir bauen nur für Deutschland 80Mio*50kwh in Lithium.
    Kein Wunder, dass "Knappheit am Markt" vorherrscht.

    Auch die PV-Zellen muss man langfristig als made in Germany rechnen denn wenn der Handelskrieg eskaliert bekommen wir keine billige PV mehr aus China.

    Wie gesagt, das können wir dann immer noch sehen. In Germany ist die PV-Produktion gerade erst von der Regierung abgewürgt worden. Daher gibts halt nur noch China. Ist aber kein Hexenwerk, PV-Fabriken herzustellen. Dauert 1-2 Jahre.

    Drittens nützt der Speicher nichts wenn er lokal am falschen Platz ist. Er spart dann nicht die Netzintegrationskosten.

    Dezentrale Speicher sparen Netzintegrationskosten weil sie lokal ausgleichen können. Offshore-Wind hat dieselben Probleme der Netzintegration wie alle Großkraftwerke - zuviel Strom an einer Stelle, der dann erstmal verteilt werden muss. Nicht mein Gebiet.

    Aber deine 12kWh/Tag sind vor der Energiewende, denn wir wollen ja auch alle Häuser elektrisch heizen mit Wärmepumpen und alle Autos elektrisch fahren. Dann werden aus den 12 leicht 50-70. Die PV-Fläche reicht dann nicht, man muss ans Netz. Kann ggfs aber fluktuierende Stromlieferungen ausgleichen.

    Die Rechnung stimmt nicht. 12kwh sind nur der Akku für den Heimverbrauch - die Solaranlage liefert aber mehr. Die ist nicht nur für den 12kwh Akku ausgelegt, sondern soll auch noch die 60kwh Autobatterie täglich aufladen und die Heizung tagsüber befeuern. Beispiele aus meiner Bekanntschaft zeigen, dass mit 6kwp nicht nur der 12kwh Akku, sondern auch ein Großteil der Autobatterie tagsüber aufgeladen wird. Da die Autobatterie nicht täglich mehr beansprucht wird als aufgeladen lädt sie so wieder sukkzessive voll nach einem längeren Ausflug. Meist 2-3 Tage.

    Das wundert mich masslos. Das erzeugt doch keine Energie sondern verteilt sie nur zeitlich. Wenn sich das so gut rentiert dann muss da ein satter Aufpreis auf den Strom drauf für die Speicherung.

    Das ist halt so. Früher haben die Schweizer mit ihren Pumpkraftwerken auch sich eine goldene Nase an den Spitzenverbrauchen in Deutschland verdient - seit Solar diese Mittagsspitze abfedert ists dort vorbei. Gibt dafür aber andere Verbrauchsspitzen wo Solar nicht liefern kann - Früh morgens und abends.

    Strom ist ein natürliches Monopol, genauso wie Wasser und Abwasser.

    Falsch. Strom war ein natürliches Monopol. Netzstrom ist ein natürliches Monopol. Inzwischen kann jeder Verbaucher seinen eigenen Strom zu konkurrenzfähigen Preisen herstellen und braucht dafür nicht einmal Rohstoffe nachzukaufen.

    F steigt wohl langsam aus, dagegen China, Russland, Finnland steigen ein.

    China und Russland sind Autokratien, die mag ich nicht in den Vergleich reinpacken. Iran will auch in die Atomkraft. Das hat aber keine wirtschaftlichen Gründe. Alleine Finnland würde ich gelten lassen. Finnland baut also 2 AKWs während alleine Deutschland in den nächsten 2 Jahren wieviele abstellt? Belgien steigt aus und Frankreich, das AKW-Land schlechthin, wird gezwungenermaßen aussteigen. Meinst du, die bauen keine AKWs weil die den Atomausstieg wollen?
    Wenn nicht einmal Frankreich bei Atom bleibt siehts schlecht aus für Atomkraft. Und du hast ja auch vorgerechnet, dass sich das AKW in Finnland kaum lohnen wird wenn auch nur ein paar Stellschrauben sich falsch verändern und bspw. doch ein mittlerer Solarboom ausbricht.

    In der Anfangsphase der ganzen grünen Bewegung war ja auch so um 1977-1980 der Schwerpunkt auf "Eigenversorgung

    Damals war die Technik aber längst nicht so weit und längst nicht so erschwinglich wie heute. Ich habe vor 8 Jahren mir meinen Bus mit Panels ausgestattet. Hat alles in allem 1000€ gekostet für mikrige 200Wpk und 200Ah-Gel-Batterie. Und das war noch billig für damalige Verhältnisse. Heute kriegst du für denselben Preis bereits ein vielfaches. Für die 200€ für die Panels kriegst du heute 500Wpk, für die 500€-Gel-Batterie kriegst du bald 3,2kwh LiFePo4. Oder anders gesagt: für das doppelte des damaligen Preises kannst du heute bereits ein ganzes Haus versorgen inklusive Kühlschrank etc. und nicht nur 300W-maximal Verbraucher.

    Also der französische Steuerzahler zahlt die Fehler von Areva, die Finnen bekommen aber nichts geschenkt, sie zahlen den vereinbarten Kaufpreis.

    Der aber nicht ausreicht um damit ein AKW zu bauen. Egal warum Areva diesen Vertrag damals abgeschlossen hat - für 3 Milliarden kriegst du solch ein Großprojekt nie gebaut. Und komischerweise verkalkulieren die sich immer. Der französische Steuerzahler darfs dann zahlen. Aber nicht über seine Stromrechnung, sonst könnten die ja sauer auf AKWs werden...

    Im Winter keine Sonne und im Sommer läuft die Sonne 330 Grad rum und beleuchtet die Panels grösstenteils von hinten.

    Panels flach hinlegen und sie liefern solange Sonne am Himmel ist. Oder halt 330° ausrichten. Weiß nicht, was da effizienter ist. Aber bei flach hast du einen Verlust in der Mittagszeit von 30%. Das klingt viel, ists aber nicht wenn du es direkt mit einplanst. Dafür hast du den Tag über verteilt mehr Strom. Ist zwar insgesamt weniger als Mittagsausrichtung, aber gerade bei extrem langen Tagen weiß ich nicht wie da die Rechnung ist. Vielleicht hast du ja Lust, das mal experimentell auszuprobieren? Hast du eine kleine Solaranlage? Wär doch mal interessant.

    Aber es geht doch nur um das Ausprobieren des Inverters.

    Nein, er wollte ein Blackout-System damit aufbauen. Was willst du denn am Inverter ausprobieren? 1,5kw heißt 1,5kw kann der liefern. Meist bis zum Doppelten für kurze Zeit (Einschaltspannungen etc). Du verteidigst da einen Vollhonk. Hast du doch garnicht nötig.

    PV und Speicher passt aber nur für Eigenheime, denn im Hochhaus ist das Dach nicht gross genug pro Person bzw Energieverbrauch.

    Rechnerisch wäre ich mir da garnicht so sicher. Aber egal - Hochhaus ist auch wieder ein Extrembeispiel. Damit kriegst du alles klein. Es leben aber nicht alle in Hochhäusern noch müssen alle aus der eigenen PV-Anlage bedient werden. Aber es werden viele aus der eigenen PV-Anlage bedienen.

    E-Autos mit einer gewissen Fern-Steuerung der Ladung, sowie Stromheizungen mit Wärmespeichern können Grundlast erzeugen. Darauf zielen unsere neuen 2 KKW hin. Diese Verbraucher werden viel stärker ins Gewicht fallen als die volatilen PV-anlagen.

    Aber nur im Winter. Im Sommer laden E-Autos tagsüber durch Solarenergie auf den Parkplätzen/Garagendach etc. und Stromheizungen laufen garnicht. Unterschätze nicht die Solarenergie und den Geiz der Menschen. Gerade beim E-Auto macht es einen Unterschied, ob ich 3-6c/kwh zahle oder 14-16c/kwh bzw. in Dland sogar 28ckwh.
    Schlimmer noch fürs Netz: Solaranlagenbesitzer rechnen das sogar nichtmal so sondern die rechnen "Mit Solarenergie ist umsonst". Also 0c/kwh gegenüber 28c/kwh. Stimmt zwar nicht - machen die aber trotzdem so. Ich sprech da aus Erfahrung.

    Was gut ginge wäre PV und dann die Kühltruhe dran betreiben mit einem Tag/Nacht-Akku. Wenn der leer ist dann die Kühltruhe ans Netz. Würde zB 1kWh/Tag sparen an eingekauftem Strom. Die PV-Anlage wäre galvanisch getrennt vom Netz, keine Verbindung. Und eine autarke Kühltruhe wird man wohl kaum verbieten oder dafür Steuern einfordern.

    Was geht ist einfach ein PV-Insel-Wandler. Der hat drei Eingänge (PV, Batterie, 220V) und einen Ausgang (220V) und kann wie gewünscht programmiert werden.
    Das wird auch kaum zu Verbieten sein. Netzstrom in den 220V Eingang rein (bei echter Insel käme hier der Dieselgenerator dran) und schon bist du von März-Oktober autark und in den anderen Monaten schrumpft deine Rechnung auch prächtig aufgrun von eigenverbrauchtem Strom. Einziger Nachteil: Wenn Batterie voll ist wirst du den Solarstrom den du produzieren könntest einfach nicht produzieren. Für die Eigenheimbesitzer kein Problem - für das Netz ist das natürlich schade weil da so viel mögliche PV "verloren" geht. Aber wenn die Gesellschaft es durch Bürokratie erschwert, einem den Strom zu schenken - dann halt nicht.

    ok für Süddeutschland oder Kalahari, Serengeti, Masai-Mara......

    Ach komm... Ernsthaft? Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet du mit solchen angestaubten Argumenten kommst. Solarenergie lohnt sich nicht nur in der Wüste und auch nicht nur im Weltall sondern sogar in der Arktis. Halt nur im Sommer, aber da tut sie es.

    naja, mal sehen....
    Im Moment stehen in FIN alle Weichen auf Kernkraft. Gilt als sicher, sauber, CO2-frei, einheimisch (der Urananteil ist nur bei 5% der Stromkosten), kernig. Und eine verdoppelte Grundlast wird kommen. Dafür sorgt die Regierung. E-Autos und Stromheizungen (Wärmepumpen). O3 ist bald fertig und PH ist im Bau. Vielleicht kommt solar mal später. Aber dann 40-60 Jahre später, denn solage halten die KKW.

    Warum sollten Verbraucher 40-60 Jahre warten um auf ihrer Garage Solar zu installieren, damit die "Tankkosten" im Sommer sich dritteln?
    Der Grundfehler von solchen Denkmodellen ist der, dass Solar eben nicht mehr auf Energieversorger angewiesen ist sondern von Privatleuten finanziert und ausgebaut wird. Aus Eigennutz.
    Willst du es verzögern hilft nur, den Markt kaputt zu machen durch Sondersteuern auf Panels, auf selbsterzeugten Strom, unsinnige Auflagen etc.
    Oder aber, KKW würde den Netzstrom so billig machen, dass sich Solarpanels einfach nicht lohnen. Danach siehts aber eben nicht aus.

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    • joribo

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.09.2013

    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von Abtrünniger Zauberer.

    Kernenergie in Grosskraftwerken mit Leistungen von 1200 bis 1600 MW (zB der EPR in O-3) passen schlecht in ein Szenario wo viel PV ist............

    ......Dann sind wir uns doch einig. Da Solar immer billiger wird und nicht vom Energieversorger sondern von den Verbrauchern installiert wird wird sich Solar immer weiter durchsetzen - ergo das Netz immer volatiler. Egal ob die einspeisen oder nicht.

    Vielleicht in D aber sicher nicht in FIN. Die Leute wohnen hier in Betonklötzen weil das einfacher zu heizen ist. Im Winter ist keine Sonne und im Sommer läuft sie im Kreise. FIN ist kein gutes Solarland. Botswana ist da besser. D wohl irgendwo zwischen.

    Wir bauen für Deutschland Speicher von 80Mio*40-60kwh nur für die E-Autos. Ich glaube, was Speichergrößen angeht vertust du dich gerade. Die Dimensionen für Speicherbau sind gigantisch.

    Aber wo soll denn dafür das ganze Li herkommen? Vermutlich geht das Ver-Speichern von D nur so dass man viele Technologien kombiniert. Li fürs Auto, Vanadium-Redox für was grosses, ggfs noch Zebras dazu, und der Hoch/Gabelstapler bekommt Blei-Schwefelsäure weil ihm das Gewicht hinten gut tut.
    Ansonsten würde ich für die Schlüssel-Rohstoffe dasselbe sehen wie 2011 für Neodym und in den letzten Jahren für Kupfer.

    wenn wir die E-Mobilität bekommen dann haben wir einen Verbrauch der die Grundlast soweit anhebt dass allein O-3 und PH nur für die Autos durchlaufen können.
    ...............Aber auch nur, wenn die E-Mobilität dementsprechend ausgleichsgesteuert geladen wird. Die meiste E-Mobilität wird aber tagsüber geladen werden und nicht nachts - bspw. auf dem Firmenparkplatz oder zuhause in der Garage durch Solarenergie in Eigenheimen.

    nö, andersum. Nachts laden, tags fahren. E-Autos fördern Nachtstrom und Nachtstrom fördert Kernkraft.

    Wenn man aber den Bedarf eines Eigenheims nur für wenige Tage decken will muss man hunderte von kWh speichern und der Keller ist voll....................
    Das stimmt doch nicht. Mehr als drei Tage Speicher lohnt sich wirtschaftlich meist nicht, weil länger seltenst keine Sonne ist. D.h. nur Autarkie-Fetischisten kaufen dort noch mehr. 3*12kwh sind 36kwh, also noch nicht einmal die Größe eines zukünftigen E-Autos vom Speicher her. (Heizung brauchst du im Sommer eher weniger und kannst ja tags heizen) Für die meisten wird aber sogar ein 12kwh Speicher reichen um von März bis Oktober autark zu sein.

    naja, ok, wenn man nur etwa Tag/Nacht-Ausgleich haben will für seine eigene PV-Anlage dann reichen ca 10-20 kWh Speicher. Aber wenn man privat das ausgleichen muss was die Energieversorger an Zappeligkeit dem Verbraucher weiterreichen, dann wird man mehr installieren müssen. Etwa Sturm/Flaute, Bereich von Wochen.

    Zweitens, wenn jetzt plötzlich ein grosser Bedarf entsteht werden die Li-Preise, ggfs auch Kobalt, in die Höhe schnellen............................
    Lithium ist in Massen weltweit vorhanden, da wirds schwer einen Mangel zu produzieren. Kobalt wird momentan für Li-Ionen Akkus und Verbrenner-Motoren gebraucht. Aber selbst Tesla will wohl auf LiFePo4 wechseln (frag mich wie das energie-dichte-mäßig funktionieren soll, aber bin ja kein Tesla-CEO) und LiFePo4 braucht kein Cobalt und hat auch sonst keine wirklich seltenen Rohstoffe. Knappheit ist da nicht zu erwarten.

    Schwer zu glauben. Aber ich habe mich da nicht eingearbeitet. Ein Bekannter von mir ist Geologe und sucht gerade nach Kobalt, das scheint jetzt schon knapp und teuer zu werden.

    Die Preise sind momentan künstlich hoch (obwohl sie so niedrig sind), weil die Fabriken mit der Produktion nicht hinterher kommen - nicht, weil Rohstoffe knapp geworden sind.
    Schau mal - wenn wir einen Laptop haben und der war bisher das Maximum an Li-Ionen-Batterien was wir brauchten - und dann haben wir ein E-Auto... Mit einem E-Auto könntest du bald alle Laptop-Batterien der Welt bestücken. Solch einen Sprung machen wir da. Siehe oben - wir bauen nur für Deutschland 80Mio*50kwh in Lithium.
    Kein Wunder, dass "Knappheit am Markt" vorherrscht.

    Man muss auch bedenken dass diese Rohstoffe unter politischen Umständen stehen. Etwa, in bestimmten Ländern gefördert werden. Die Neodym-Krise war dass China auf den Export von Nd einen massiven Zoll erhoben hat, weil sie lieber Magnete exportieren als Nd, weil die Wertschöpfungskette da grösser ist.
    Ähnlich wie Finnland was Holz importiert, aber Möbel, Spanplatten, Papier etc exportiert.
    Und dann kommen die Investoren und kaufen alles auf und verknappen künstlich um die Preise hochzutreiben.
    Und dann kommen Kartelle und Monopole.
    Und dann kommt die USA, erklärt alle zu bösen Kommunisten und macht Krieg um sich die Rohstoffe zu sichern.
    Kann noch viel Chaos um die Rohstoffe von Speichern geben.

    Auch die PV-Zellen muss man langfristig als made in Germany rechnen denn wenn der Handelskrieg eskaliert bekommen wir keine billige PV mehr aus China.........
    ..........Wie gesagt, das können wir dann immer noch sehen. In Germany ist die PV-Produktion gerade erst von der Regierung abgewürgt worden. Daher gibts halt nur noch China. Ist aber kein Hexenwerk, PV-Fabriken herzustellen. Dauert 1-2 Jahre.

    Die Firme bei der ich 3 Jahre in China war, hatte auch eine Division für Solar und hatte eine Fertigungsstrasse für Solarpanels aufgebaut. Hab ich besichtigt und mir alles erklären lassen, waren ja meine Kollegen. Basierte auf Cd-Te. Argument dafür war dass man befürchtete dass das Rohsilizium bald verknappt oder künstlich verknappt wird. Nach dem Preisniveau von PV generell gefragt, sagte der oberste Solar-Chinese mir: "also, das ist kein Dumping, aber es ist schon alles sehr knapp kalkuliert unter grossem Konkurrenzdruck innerhalb Chinas. Das kommt Europa nun zugute. Das Währungsgefälle und unsere internen Kampfpreise. Ihr kriegt wirklich billige PV "

    12kwh sind nur der Akku für den Heimverbrauch - die Solaranlage liefert aber mehr. Die ist nicht nur für den 12kwh Akku ausgelegt, sondern soll auch noch die 60kwh Autobatterie täglich aufladen und die Heizung tagsüber befeuern. Beispiele aus meiner Bekanntschaft zeigen, dass mit 6kwp nicht nur der 12kwh Akku, sondern auch ein Großteil der Autobatterie tagsüber aufgeladen wird. Da die Autobatterie nicht täglich mehr beansprucht wird als aufgeladen lädt sie so wieder sukkzessive voll nach einem längeren Ausflug. Meist 2-3 Tage.

    Faustformel ist, im Sommer 3h Nennleistung pro Tag und ansonsten 2.
    6kWp gäbe uns also rund 18kWh täglich im Sommer und 12 im Mittel sonst. Typischer Stromverbrauch einer Familie dürfte so um die 12 kWh/Tag sein in einem eigenen Haus, aber ohne den Brennstoff der Heizung (den Brenner elektrisch betreiben wäre solar). Die Anlage würde also nicht die "Energiewende" schaffen, dh inklusive Hausheizung und E-Auto etwa zum Berufs-Pendeln.

    Strom war ein natürliches Monopol. Netzstrom ist ein natürliches Monopol. Inzwischen kann jeder Verbaucher seinen eigenen Strom zu konkurrenzfähigen Preisen herstellen und braucht dafür nicht einmal Rohstoffe nachzukaufen.

    Wo ich jetzt gerade im Winter wohne habe ich keine Chance eigenen Strom zu machen. Vielleicht ein Body-Building-Trainingsgerät kaufen was beim Ziehen an den Seilen dann Strom macht ;) Habe reichlich Genertorfahrräder gebaut damals in den 80ern.

    F steigt wohl langsam aus, dagegen China, Russland, Finnland steigen ein.
    China und Russland sind Autokratien, die mag ich nicht in den Vergleich reinpacken. Iran will auch in die Atomkraft. Das hat aber keine wirtschaftlichen Gründe. Alleine Finnland würde ich gelten lassen. Finnland baut also 2 AKWs während alleine Deutschland in den nächsten 2 Jahren wieviele abstellt? Belgien steigt aus und Frankreich, das AKW-Land schlechthin, wird gezwungenermaßen aussteigen. Meinst du, die bauen keine AKWs weil die den Atomausstieg wollen?
    Wenn nicht einmal Frankreich bei Atom bleibt siehts schlecht aus für Atomkraft. Und du hast ja auch vorgerechnet, dass sich das AKW in Finnland kaum lohnen wird wenn auch nur ein paar Stellschrauben sich falsch verändern und bspw. doch ein mittlerer Solarboom ausbricht.

    Ist nicht nur China und Russland, die E-Auto-Kratien, sondern in Europa auch Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Tschechien.

    Zitat aus https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Kernkraftwerks-neubauten+weltweit :

    Anfang 2020 umfasste der zivile Kernkraftwerkspark der Welt 442 Reaktoren in 31 Ländern. Von den weltweit 54 laufenden Neubauprojekten befinden sich 12 in China. Sechs Einheiten haben 2019 den Betrieb aufgenommen: drei in Russland, zwei in China und eine in Südkorea.
    Ende Zitat.

    Dabei muss man sehen, dass die Kernkraft noch mehrere Trumpf-Karten auf der Hand hat, die noch nicht ausgespielt sind. Nukleare Heizwerke mit Thorium-Kugeln, schwimmende Versorgungseinheiten wie Akademik Lomonossow, Die Reaktoren der 4ten Generation, der Flüssigbett-Brüter der Atommüll vernichtet, die Ausrüstung von Schiffen mit Reaktoren. (Was da zwischen Murmansk und Anadyr unterwegs ist hat schon grösstenteils Kernkraftantrieb).
    Ok, zugegeben, was rückläufig ist, sind Köllns Echte Kernige Haferflocken.

    .....Vielleicht hast du ja Lust, das mal experimentell auszuprobieren? Hast du eine kleine Solaranlage? Wär doch mal interessant.

    Ich habe noch in D im Keller 4 Panels a 25W macht 100Wp. Die sind von AEG-Telefunken, als Zivilprodukt, die hatten damals Satelliten-PV gemacht. Diese Panels von 1986 sind aber nach Meinung eines Experten tot weil inwendig die Kontaktierungen korrodiert sein sollen. Muss ich nachmessen. Habe ein Luxmeter und könnte die Kennlinien aufnehmen. Muss ich mal nach FIN holen. Reparatur ist praktisch unmöglich.
    Gegenfrage: Hast du etwas U235 für mich?

    ..... autarke Kühltruhe........
    Was geht ist einfach ein PV-Insel-Wandler.

    Kann ich selber bauen, würde aber da keinen Mikroprozessor reintun sondern das simpel und robust halten. Hartverdrahtet. Oder vielleicht noch ein Arduino, maximal.

    Warum sollten Verbraucher 40-60 Jahre warten um auf ihrer Garage Solar zu installieren, damit die "Tankkosten" im Sommer sich dritteln?
    Der Grundfehler von solchen Denkmodellen ist der, dass Solar eben nicht mehr auf Energieversorger angewiesen ist sondern von Privatleuten finanziert und ausgebaut wird. Aus Eigennutz.

    Das wäre eine interessante Wende der missglückten offiziellen Energiewende. Wenn sie sozusagen der Politik aus der Hand genommen und von Privatleuten im Eigeninteresse durchgeführt wird. Beschränkt sich dann aber auf PV, denn einen Offshore-Windpark kriegt man nicht auf Basis einer Energie-Genossenschaft von Idealisten. Aber gerade da kommt die dicke Energie her.

    Willst du es verzögern hilft nur, den Markt kaputt zu machen durch Sondersteuern auf Panels, auf selbsterzeugten Strom, unsinnige Auflagen etc.

    So war es in Spanien.

    Oder aber, KKW würde den Netzstrom so billig machen, dass sich Solarpanels einfach nicht lohnen. Danach siehts aber eben nicht aus.

    In FIN wird das so kommen. Aber es werden sich ein paar Unabhängigkeitsfreaks die PV und Speicher kaufen. Einfach aus Prinzip. Die Ökofreaks akzeptieren Kernkraft weil CO2-frei. Die sitzen im Sumpf und zählen schräge Vögel, machen Naturschutz.

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    • Abtrünniger Zauberer

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.01.2012

    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von joribo.

    Vielleicht in D aber sicher nicht in FIN. Die Leute wohnen hier in Betonklötzen weil das einfacher zu heizen ist. Im Winter ist keine Sonne und im Sommer läuft sie im Kreise. FIN ist kein gutes Solarland. Botswana ist da besser. D wohl irgendwo zwischen.

    Auch in Finnland bin ich davon überzeugt, dass es bereits jetzt im Sommer billiger ist, sich seinen Strom aus PV zu generieren. Kreis ist kein Problem - wenn du dafür mehr Stunden Tageslicht hast ist das doch ebenfalls positiv.

    Aber wo soll denn dafür das ganze Li herkommen?

    Lithium ist massig auf der Welt vorhanden. In leicht abbaubarer Form alleine so geschätzte 18 Millionen Tonnen in Argentinien, Bolivien und Chile hat auch noch mal so 8 Millionen Tonnen oder so. Und dann ist da noch das riesige Meer...
    Lithium wird uns später ausgehen als Bausand für Beton.

    nö, andersum. Nachts laden, tags fahren. E-Autos fördern Nachtstrom und Nachtstrom fördert Kernkraft.

    So denken die Energieversorger. Die Realität sieht aber so aus, dass ganz schön viele E-Autos "auf der Straße" parken. Täglich fahren sie gerade mal 30km. Und stehen eben die Hälfte auf der Straße und die andere Hälfte auf einem Firmenparkplatz. Warum soll der auf dem Firmenparkplatz nicht laden, auf der Straße aber schon?
    Und der Eigenheimbesitzer mit Garage wird den Teufel tun und nachts laden, wenn er das tagsüber zu einem Drittel des Preises kann. Klar, Faulheit obsiegt bei so manchen, aber eben nicht bei allen.
    Viele fahren bspw. mit ihren E-Autos extra zu Supermärkten, wo das Auto kostenlos geladen wird während sie einkaufen und es gibt sogar Einkaufspassagen, die das inzwischen anbieten. Wieder bei anderen kostets 5-10€ im Parkhaus. Das heißt für mich auch in Zukunft werden viele ihre Autos tags laden und nicht primär nachts.

    naja, ok, wenn man nur etwa Tag/Nacht-Ausgleich haben will für seine eigene PV-Anlage dann reichen ca 10-20 kWh Speicher. Aber wenn man privat das ausgleichen muss was die Energieversorger an Zappeligkeit dem Verbraucher weiterreichen, dann wird man mehr installieren müssen. Etwa Sturm/Flaute, Bereich von Wochen.

    Nein, muss man nicht. Denn da geht es um Netzstrom und das ist Sache des Energieversorgers. Die Privatleute wollen nur günstig Strom. Wenn den die PV-Anlage hergibt nehmen die auch die - der Komfort des Netzes bleibts ja. Und die Problematik des volatilen Netzes ist ihm egal, denn das sind gesellschaftliche Kosten, keine Privaten.
    Deswegen schrieb ich ja extra von Supermärkten und Co - für die zählt nur der Preis. Und der ist günstiger, wenn ich ein halbes Jahr mit PV nichts an Netzstrom zahlen muss außer dem Grundpreis. Was juckt den Supermarkt, wo der Strom im Winter herkommt - er nimmt halt das, was er kriegt. Dadurch wird das Netz immer volatiler, das ist ein Selbstläufer und hat nichts damit zu tun, ob ich das gut finde oder nicht.
    Und da ist halt die Frage - kann Kernenergie das? zwei-drei Monate im Jahr nichts liefern, weil da dank PV die Nachfrage ans Netz zusammenbricht? Bzw. drei Monate pro Jahr Dumping-Preise?

    Schwer zu glauben. Aber ich habe mich da nicht eingearbeitet. Ein Bekannter von mir ist Geologe und sucht gerade nach Kobalt, das scheint jetzt schon knapp und teuer zu werden.

    Selbst Tesla will ja in China LiFePo4 einsetzen - eben um auf Kobalt zu verzichten. Das ist tatsächlich sehr teuer (Verbrenner brauchen das aber auch - ohne Kobalt kein Katalysator).

    Man muss auch bedenken dass diese Rohstoffe unter politischen Umständen stehen.

    Argentinien, Bolivien und Chile sind dahingehend sehr stabil und es ist kaum anzunehmen, dass sie ihre Exporte zukünftig einstellen werden. Selbst bei etwaigen Regierungswechseln, die es hier in der letzten Zeit sehr häufig hatte.
    Und dann gibts da immer noch das Meer, wenn alle Stricke reißen. Länder mit Meereszugang gibt es nun wirklich viele.

    Faustformel ist, im Sommer 3h Nennleistung pro Tag und ansonsten 2.
    6kWp gäbe uns also rund 18kWh täglich im Sommer und 12 im Mittel sonst. Typischer Stromverbrauch einer Familie dürfte so um die 12 kWh/Tag sein in einem eigenen Haus, aber ohne den Brennstoff der Heizung (den Brenner elektrisch betreiben wäre solar). Die Anlage würde also nicht die "Energiewende" schaffen, dh inklusive Hausheizung und E-Auto etwa zum Berufs-Pendeln.

    "Die Herstellerangaben für E-Autos liegen hier pro 100 km in einem Bereich von 5,8 kWh für den Renault Twizy 45 über den e-Golf mit 12,7 kWh, das Tesla Model S mit 18,5 kWh bis zu 21,1-24,2 kWh beim Jaguar I-PACE. Dadurch ergibt sich ein mittlerer Durchschnittswert um circa 15 kWh/100 km."

    Bei 30km Durchschnitt des Pendelns wären das ca. ein Drittel, also gerundet 5kwh pro Tag. (Tatsächlich dürfte es ja eher weniger sein da mehr Renault bis Golf als Tesla bis Jaguar gefahren wird.) Im Sommer hast du also 18 - 5 fürs auto -12 fürs haus... bleibt sogar noch 1kwh zuviel über. Heizung ist ja aus im Sommer. Reicht also zum Pendeln. Ansonsten packst du halt noch mal 2-3kwp fürs Auto oben drauf. Kost ja nicht mehr die Welt. Selbst ein Pufferakku von 5kwh um nachts die 30km tanken zu können die du tags nicht laden konntest weil auswärts wären ja nur ein Aufpreis von ca. 2-6c/kwh zu Anfangsinvestition von 1500€. Das wäre zwar nicht wirklich wirtschaftlich, aber so wie ich die Leute kenne - wenn die sehen, dass ihre Anlage mehr abwirft als sie selbst verbrauchen können drehen die immer durch. Und die 5kwh extra können ja auch für anderes gebraucht werden wenn das Auto voll ist.

    Bei meinen Bekannten ists ein kleines Auto, also eher richtung Renault als Golf... da reichen die 6kwp auch mehr als nur im Sommer. Von März bis Oktober sind die Autark.
    Langstrecke tanken die aber unterwegs nach. Also Auto ist nur für Nahgebrauch autark.

    Wo ich jetzt gerade im Winter wohne habe ich keine Chance eigenen Strom zu machen. Vielleicht ein Body-Building-Trainingsgerät kaufen was beim Ziehen an den Seilen dann Strom macht ;) Habe reichlich Genertorfahrräder gebaut damals in den 80ern.


    :)
    Ich will auch nicht sagen, dass es bereits ein Allheilmittel gibt oder so. Aber ich bin halt in Regionen unterwegs wo eine stabile Stromversorgung eher die Ausnahme denn die Regel ist. Und wenn Bolivien bspw. damals unter Morales AKWs bauen wollte dann ist das einfach nur schräg. Solar + Batterien - am besten mit eigener, staatlicher Batteriefabrik - würde nicht nur billiger, sondern auch nachhaltiger und vor allem schneller das ganze Land endlich elektrifizieren. Ganz ohne Netzausbau. Die sitzen auf einem Haufen Lithium, was man sich nicht vorstellen kann.

    Oder wie die Freunde in Chile, die auf dem Land keinen Stromanschluss bis zu ihrem Haus haben und daher für einen Netzanschluss ca. 1500€ zahlen sollen. Für Strom aus dem Netz, der pro Jahr gerne mal länger ausfällt als nur ein paar Stunden. Erdbeben sind halt für ein Netz scheiße.
    Und für diese Leute gibt es echte Alternativen: Miniwasserkraftwerke und Solar. Das ist mit den bisherigen Batteriepreisen noch recht prekär, wird aber inzwischen echt bezahlbar. Für meine Freunde hat es sich jetzt schon gelohnt, weil sie einfach seit einem Jahr "kostenlos" Strom haben. 24/7. In zwei bis drei Jahren spätestens sind leider die Batterien fratze, weil Gel. Hoffentlich sind bis dahin die LiFePo4-Preise auch in Chile angekommen (was ironischerweise auch auf einem Haufen Lithium sitzt).

    Ist nicht nur China und Russland, die E-Auto-Kratien, sondern in Europa auch Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Tschechien.

    Wann sind die fertig, wieviel sollen die Kosten, gibt es überhaupt schon einen Spatenstich?

    Vor Hinkley-Point-C haben auch alle gesagt - das wird jetzt der Startschuss. Und dann sind die Finanzierer abgesprungen. Siemens zieht sich fast komplett aus dem Geschäft zurück. Meinst du die machen das, weil die Atomkraft auf einmal doof finden?
    Sorry, die Rennaissance der Atomkraft soll seit 20 Jahren da sein - sie ist aber nirgendwo zu sehen.

    Die sind von AEG-Telefunken, als Zivilprodukt, die hatten damals Satelliten-PV gemacht. Diese Panels von 1986 sind aber nach Meinung eines Experten tot weil inwendig die Kontaktierungen korrodiert sein sollen. Muss ich nachmessen. Habe ein Luxmeter und könnte die Kennlinien aufnehmen. Muss ich mal nach FIN holen. Reparatur ist praktisch unmöglich.
    Gegenfrage: Hast du etwas U235 für mich?

    Bin weit von Kohlekraftwerken entfernt, daher nein ;)
    Das Panel ist ja eh kein Vergleichsmaßstab und darf nach 35 Jahren auch mal ruhig nicht mehr funktionieren. Aber coole Geschichte - so richtig Pionier :)

    Das wäre eine interessante Wende der missglückten offiziellen Energiewende. Wenn sie sozusagen der Politik aus der Hand genommen und von Privatleuten im Eigeninteresse durchgeführt wird. Beschränkt sich dann aber auf PV, denn einen Offshore-Windpark kriegt man nicht auf Basis einer Energie-Genossenschaft von Idealisten. Aber gerade da kommt die dicke Energie her.

    Darauf will ich ja hinaus. Solar läutet gerade tatsächlich eine Energiewende von unten ein, weil es keiner Förderung mehr bedarf damit sie sich lohnen. Solange das so bleibt oder sogar noch billiger wird wird es zu mehr Solar kommen. Das Netz wird volatil - und zwar ziemlich ungeplant weil es nicht mehr große Firmen sind, die riesige Solarparks bauen. Das heißt zukünftig auch, dass die Grundlast eben nicht mehr so da ist und damit sind alle Grundlastkraftwerke zusehends unwirtschaftlich. Speicherkraftwerke dagegen haben die Anforderung, möglichst keinen Unterhalt zu kosten und somit Strom günstig einkaufen und teuer verkaufen zu können. Strombörse sei Dank. Die Energiekonzerne verschlafen das aber und dann kommt Tesla und baut da so ein Ding hin. Ohne Förderung, nach bischen mehr als 2 Jahren bereits in schwarzen Zahlen. Erwartete Lebenszeit 10-15 Jahre...
    Die haben in Australien auch auf einmal gemerkt: Huch, unser Netz ist ja voll volatil... Und die Energiekonzerne: Das sind die bösen EE... aber sonst nix gemacht. Weil Kohle sei ja viel besser. Da kam dann ein Investor von außen. Alle denken: PR-Gag, aber nein, rentiert sich schneller als alle geglaubt haben. Und das Netz ist seit dem stabiler als es zu reinen Kohlezeiten war.

    Energiekonzerne ist Mafia: Wirtschaft mit Politik verbunden, Pöstchen hier, Gefälligkeit da. Ist überall gleich.

    So war es in Spanien.

    Hat nicht lang gehalten. Und wäre heute noch schwieriger durchzusetzen und zu vermitteln als damals. Für Deutschland oder Schweden - vergiss es.

    In FIN wird das so kommen. Aber es werden sich ein paar Unabhängigkeitsfreaks die PV und Speicher kaufen. Einfach aus Prinzip. Die Ökofreaks akzeptieren Kernkraft weil CO2-frei. Die sitzen im Sumpf und zählen schräge Vögel, machen Naturschutz.

    Bin mir da nicht so sicher - gerade wenn du sagst, dass die aus Kostengründen jetzt den Start verzögern wegen Dumpingpreisen... 40 Jahre ist ne verdammt lange Zeit. Da können die Preise für EE und Speicher noch sehr weit runter gehen. Und wenn es Solar nur für den Sommer ist. Ab wieviel Ersparnis glaubst du denn würden es die Leute in Finnland auch anfangen? Also bspw. Parkplätze mit PV zu überdachen etc.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 06.09.2013

    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von Abtrünniger Zauberer.

    ok ist aber jetzt schon ziemlich lange geworden und langweilt die anderen und kostet bei Heise Speicherplatz, ich hol mal nur die dicksten Punkte raus, ok?

    Man muss auch bedenken dass diese Rohstoffe unter politischen Umständen stehen.

    Argentinien, Bolivien und Chile sind dahingehend sehr stabil und es ist kaum anzunehmen, dass sie ihre Exporte zukünftig einstellen werden. Selbst bei etwaigen Regierungswechseln, die es hier in der letzten Zeit sehr häufig hatte.
    Und dann gibts da immer noch das Meer, wenn alle Stricke reißen. Länder mit Meereszugang gibt es nun wirklich viele.

    Ausgerechnet Argentinien und Chile sind so mit die instabilsten Staaten von Südamerika. Guck nur mal die Geschichte an.
    Und das Meer hat den Nachteil dass dort die gesuchten Elemente so dünn drin sind dass man enorme Energien aufbringen muss um die da rauszuholen. Das wird teuer. Es ist ja gerade das besondere am Bergwerk dass da was konzentriert ist aufgrund von geologischen Vorgängen vor Urzeiten.

    Oder wie die Freunde in Chile, die auf dem Land keinen Stromanschluss bis zu ihrem Haus haben und daher für einen Netzanschluss ca. 1500€ zahlen sollen. Für Strom aus dem Netz, der pro Jahr gerne mal länger ausfällt als nur ein paar Stunden. Erdbeben sind halt für ein Netz scheiße. Und für diese Leute gibt es echte Alternativen: Miniwasserkraftwerke und Solar.

    Guck dir mal diese Heimseite an. Chile (wohl mit deutscher Vergangenheit) Funkamateur, eigene Kleinwasserkraft (bei forestalis) Solar hat er wohl nicht.
    http://ludens.cl/index.html

    In zwei bis drei Jahren spätestens sind leider die Batterien fratze, weil Gel.

    Blei-Gel-Batterien habe ich beruflich genau untersucht, weil sie in den Pitch-Antrieben drin sind für die Notstromfahrt.
    Die sterben an drei Efffekten. Erstens und sehr häufig ist Wasserverlust bei Ladung. Man kann sie mit einem Stethoskop leise blubbern oder knacken hören. Aber das Wasser ist sehr knapp bemessen. Katalysatoren die das H2 und O2 rekombinieren sollen, scheinen nicht vollständig zu funktionieren. Ich habe durch Injektion von Wasser solche Batteriesätze wieder topfit machen können.
    Zweitens Überladung, weil oft auf 14,0 V bei Raumtemperatur gepuffert wird weil das die nassen Batterien so haben. Aber Gel braucht 13,6V .
    Drittens, keine Temperatur-geführte Ladung/Entladung. Wenn sie kalt sind und man läd sie auf 13,6V dann sind sie nur halb voll und umgekehrt.
    Viertens, da das Gel nur leicht feucht ist, verursacht eine Deformation des Gehäuses eine Trennung der Platten. Ich habe da mal mit einer Schraubzwinge die Gelbatterie leicht gepresst und siehda, Innenwiderstand fiel drastisch runter auf den normalen Wert. Das Plastik hatte sich über die Zeit verzogen.

    Sorry, die Rennaissance der Atomkraft soll seit 20 Jahren da sein - sie ist aber nirgendwo zu sehen.

    Das ist wie ein Stabhochspringer bei Olympia. Der nimmt erstmal Anlauf. Da kann man nicht sagen "Wo isser denn, ich seh ihn nicht oben".

    Das Panel ist ja eh kein Vergleichsmaßstab und darf nach 35 Jahren auch mal ruhig nicht mehr funktionieren. Aber coole Geschichte - so richtig Pionier :)

    Ja, wir waren Pioniere und tauchen nun auch in solchen Büchern auf.
    Aber es ist nicht so gelaufen wie wir alternativen fahrradfahrenden Müslifresser mit dem selbstgestrickten Wollpullover uns das gewünscht hätten.
    Die Windenergie ging durch drei Phasen: Idealismus, Startups im Chaos, Politpoker. Was ich da erlebt habe an Versicherungsbetrug, Steuerbetrug, Vertragsbrüche, Intrigen, Rufmord, Industrie-Spionage....und die ständigen Pleiten. Es gab ja nur Startups und die hielten eben nur 2-3 Jahre. Und die Geschäftsführer waren 90% Psychopaten, reif für die Klapsmühle, und sie trieben ihre Firmen dann auch entsprechend in die Pleiten.
    Und jetzt ist Windkraft fest in der Hand Dänemarks. Die dänischen Politiker reisen rund um die Welt und preisen ihre Produkte an. Die Entwicklungshilfe gibt dänische WKA. Die Infrastruktur bei Windparks wird oft komplett vom Staat bezahlt. DTU forscht im Auftrag der Industrie für umsonst. Politpoker. DK will das Windland Nr. 1 werden, und zwar das alleinige! Gegen D wird Dumping und Blockade gemacht.

    Energiekonzerne ist Mafia: Wirtschaft mit Politik verbunden, Pöstchen hier, Gefälligkeit da. Ist überall gleich.

    Bei Windkraft schlimmer. ECHTE Mafia nicht nur so als Negativwort benutzt. Wir haben Geschäfte gemacht mit Leuten die mit Satellitentelefon im Busch von Thailand sassen weil sie von der deutschen Polizei gesucht wurden. Und mein erster Chef landete im Knast wegen Schneeballfirma-Betrug. Oder einer der GEGEN Windkraft war und eine Windkraftfirma aufbaute um sich die Taschen als Geschäftsführer mit Fördergeldern vollzustopfen. Der ging dann mit vollen Taschen, Firma im Konkurs, hohnlachend davon. Oder die Grossfirmen MAN, MBB, SAMSUNG .....viele mehr, die sich alle die Finger verbrannten an Windkraft, die Bereiche für immer schlossen und nie wieder was mit Wind zu tun haben wollten. Und viele hunderte von Ingenieuren arbeitslos machten.

    Ab wieviel Ersparnis glaubst du denn würden es die Leute in Finnland auch anfangen? Also bspw. Parkplätze mit PV zu überdachen etc.

    Gar nicht, weil die Politik das schon so regeln wird dass O-3 seinen Strom los wird. etwa Nachtstrom billig. Oder eine Steuer auf Solarstrom. Oder die Energieversorger sichern sich die Plätze und bauen selber Solar und verkaufen uns das dann doppelt teuer als "sauber-grün-eko-Zukunft-Klima-hurra-hurra"-Strom.

    Es kommt ja jetzt schon eine Schadensteuer auf Öl für Ölheizungen weil man unbeedingt eine Verstromung des Landes haben will. Alle sollen sie abhängig werden. CARUNA, (Monopol-Netzbetreiber in weiten Bereichen) bringt derweil jedes Jahr 10 mio E auf die Seychellen(!) . Eigentlich Steuerbetrug aber von der Regierung so wohlwollend geduldet.

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  • Avatar von Abtrünniger Zauberer
    • Abtrünniger Zauberer

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.01.2012

    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von joribo.

    Ausgerechnet Argentinien und Chile sind so mit die instabilsten Staaten von Südamerika. Guck nur mal die Geschichte an.

    Ich glaube, ich kann das ganz gut beurteilen, wie stabil oder instabil Chile und Argentinien sind. Und den Export hätten die Militärdiktaturen nicht eingestellt, eher im Gegenteil.
    Weltgrößter Lithiumliferant ist übrigens Australien.

    Und das Meer hat den Nachteil dass dort die gesuchten Elemente so dünn drin sind dass man enorme Energien aufbringen muss um die da rauszuholen. Das wird teuer.

    Das stimmt so nicht. Lithium aus dem Meer und Lithium an Land werden beide über Verdunstung gewonnen. D.h. die Energie liefert die Sonne. Der Prozess unterscheidet sich nicht wirklich stark. Die Konzentration an Land ist aber höher, dadurch wird auf selber m²-Fläche mehr Lithium gewonnen - wenn auch nur ein Bruchteil des tatsächlich vorhandenen Lithiums, aber das ist ne andere Geschichte. Das macht es eben kostengünstiger weil weniger Flächenverbrauch. Die "Salinas" sind riesige Flächen, in denen Salzwasser verdunstet.
    Wie gesagt - bevor uns Lithium ausgeht geht uns eher der Bausand für Beton aus. Das ist ein viel gravierenderes Problem für die Weltwirtschaft. Das war schon ernst gemeint und nicht als Scherz.

    Guck dir mal diese Heimseite an. Chile (wohl mit deutscher Vergangenheit) Funkamateur, eigene Kleinwasserkraft (bei forestalis) Solar hat er wohl nicht.

    Kleinwasserkraft schlägt Solar fast immer, weil du eine durchgehende Elektrizität hast. Also wenn du bspw. 500W ziehst sind das am Tag eben bereits 12Kwh und solange du unter 500W ziehst beanspruchst du die Batterie garnicht. Wenn du keine großen Verbraucher hast brauchst du sogar garkeine Batterie. Und wenn doch kann es sogar eine einfache Bleibatterie tun, weil du die konstant immer wieder auflädst. (puffert nur für Verbrauch über 500W)
    Kosten: ne alte Waschmaschine, deren Motor noch funktioniert. Kann prima umgebaut werden. Und Rohre um Wasser zu- und abzuführen. Hält bei manchen schon über 10 Jahre und liefert und liefert und liefert. Nur ab und zu den Zufluss säubern (das Sieb).
    Billiger gehts natürlich nicht.
    Aber dafür brauchts halt die gelogische Voraussetzung, die ist nicht überall gegeben.
    Wo es das gibt empfehle ich das immer.

    Blei-Gel-Batterien habe ich beruflich genau untersucht, weil sie in den Pitch-Antrieben drin sind für die Notstromfahrt.
    Die sterben an drei Efffekte

    Die sind auf lange Sicht auch einfach viel zu teuer. Die waren für ihre Zeit gut und super, aber die Zeit läuft halt gerade ab. Die Preise von Gel-Batterien sind zwar auch gesunken, aber längst nicht so stark und haben sich auf einem relativ hohen Niveau eingependelt. Da LiFePo4 langsam an deren Preisniveau herankommen, dafür aber 10-15 Jahre halten, werden die wohl nur noch für wenige Nischen interessant sein.

    Bei Windkraft schlimmer. ECHTE Mafia nicht nur so als Negativwort benutzt.

    Du weißt schon, dass viele Braunkohle inzwischen aus Kolumbien kommt oder? Und dass da regelmäßig Gewerkschafter erschossen werden? Wie bei AKWs Störfälle vertuscht werden? Und welche Schmiergelder da fließen?
    Ich nutze das nicht nur als Negativwort, ich meine das auch so. Mafia.
    Meinst du, die wussten nicht was passiert, wenn man hochradioaktive Abfälle ins Meer wirft? Hast du die Videos vergessen, wie die auf Greenpeace-Schlauchboote fallen?
    Wie das größte Greenpeace-Schiff vom französischen Geheimdienst Leck gesprengt wurde während Leute auf dem Schiff schliefen?
    In Australien schau dir den Uranabbau an und die vielen Störfälle.
    Energieversorgung ist überall Mafia. Mit dem Staat eng verwobene organisierte Kriminalität. Die gehen über Leichen ohne mit der Wimper zu zucken.

    Gar nicht, weil die Politik das schon so regeln wird dass O-3 seinen Strom los wird. etwa Nachtstrom billig. Oder eine Steuer auf Solarstrom. Oder die Energieversorger sichern sich die Plätze und bauen selber Solar und verkaufen uns das dann doppelt teuer als "sauber-grün-eko-Zukunft-Klima-hurra-hurra"-Strom.

    Es kommt ja jetzt schon eine Schadensteuer auf Öl für Ölheizungen weil man unbeedingt eine Verstromung des Landes haben will. Alle sollen sie abhängig werden. CARUNA, (Monopol-Netzbetreiber in weiten Bereichen) bringt derweil jedes Jahr 10 mio E auf die Seychellen(!) . Eigentlich Steuerbetrug aber von der Regierung so wohlwollend geduldet.

    Da magst du Recht haben. Mafia halt.

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  • Avatar von joribo
    • joribo

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.09.2013

    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von Abtrünniger Zauberer.

    Ausgerechnet Argentinien und Chile sind so mit die instabilsten Staaten von Südamerika. Guck nur mal die Geschichte an..............................
    Ich glaube, ich kann das ganz gut beurteilen, wie stabil oder instabil Chile und Argentinien sind. Und den Export hätten die Militärdiktaturen nicht eingestellt, eher im Gegenteil. Weltgrößter Lithiumliferant ist übrigens Australien.

    In Argentinien und Chile ist soviel politische Unruhe dass eine neue Militärdiktatur durchaus denkbar ist. Die liefern dann ihre Rohstoffe NUR an die USA, die als Drahtzieher, siehe Chile 1973, den Umsturz arrangieren. Schon hätten wir Lieferengpässe in anderen Ländern aus DIESEN Ländern.

    Und das Meer hat den Nachteil dass dort die gesuchten Elemente so dünn drin sind dass man enorme Energien aufbringen muss um die da rauszuholen. Das wird teuer..................................................
    Die "Salinas" sind riesige Flächen, in denen Salzwasser verdunstet.
    Wie gesagt - bevor uns Lithium ausgeht geht uns eher der Bausand für Beton aus. Das ist ein viel gravierenderes Problem für die Weltwirtschaft. Das war schon ernst gemeint und nicht als Scherz.

    Neeeeeiiiiin, guck doch mal, Li ist im Meerwasser nur 0,1 bis 0,2 PPM.
    https://www.cell.com/joule/pdf/S2542-4351(18)30292-7.pdf
    Selbst wenn du rein solar trocknest bekommst du erstmal normales Salz in Massen und musst dann relativ mühsam das Li raustrennen. DA liegt dann der Energieaufwand.
    Aber was man zugute halten könnte wäre dass dieser Folgeprozess dann ggfs mit solar-PV betrieben werden könnte und das Li kommt dann indirekt einem Ausbau von solar-PV zugute.
    Das mit dem Beton-Sand stimmt wohl. Den Laien verwundert es warum man nicht in die Sahara geht oder die Wüste Gobi und sich da den Sand holt. Grund dafür sei dass dieser Wüstensand von seiner Kornstruktur her nicht geeignet ist für Beton.

    Guck dir mal diese Heimseite an. Chile (wohl mit deutscher Vergangenheit) Funkamateur, eigene Kleinwasserkraft (bei forestalis) Solar hat er wohl nicht................

    Kleinwasserkraft schlägt Solar fast immer.....dafür brauchts halt die gelogische Voraussetzung, die ist nicht überall gegeben.

    Ist ideal. Leider ist FIN relativ flach und hat nicht die Regenmassen wie Norwegen, der Anteil der Wasserkraft ist nur um 10% und nicht mehr ausbaubar. Kleinst-Wasserkraft privat wäre noch in Einzelfällen möglich, ist dann aber eher Hobby.

    Du weißt schon, dass viele Braunkohle inzwischen aus Kolumbien kommt oder? Und dass da regelmäßig Gewerkschafter erschossen werden? Wie bei AKWs Störfälle vertuscht werden? Und welche Schmiergelder da fließen?
    Ich nutze das nicht nur als Negativwort, ich meine das auch so. Mafia.
    Meinst du, die wussten nicht was passiert, wenn man hochradioaktive Abfälle ins Meer wirft? Hast du die Videos vergessen, wie die auf Greenpeace-Schlauchboote fallen?
    Wie das größte Greenpeace-Schiff vom französischen Geheimdienst Leck gesprengt wurde während Leute auf dem Schiff schliefen?
    In Australien schau dir den Uranabbau an und die vielen Störfälle.
    Energieversorgung ist überall Mafia. Mit dem Staat eng verwobene organisierte Kriminalität. Die gehen über Leichen ohne mit der Wimper zu zucken.

    Na gut, dann ist das AUCH eine Mafia. Ich kenne Schmiergelder und Erpressung und Betrug etc alles nur von der Windkraftbranche weil ich da 38 Jahre beruflich war. Dort war es aber reichlich und kombiniert mit Konkurs jeder Firma in wenigen Jahren.

    Gar nicht, weil die Politik das schon so regeln wird dass O-3 seinen Strom los wird. etwa Nachtstrom billig. Oder......Eigentlich Steuerbetrug aber von der Regierung so wohlwollend geduldet...........................

    Da magst du Recht haben. Mafia halt.

    Ja, und deren Wirkbereich erweitert sich nun auch auf EE. Etwa HELEN (denen ich aber nichts unseriöses vorwerfen kann), bietet an, Solar-PV zu finanzieren und zu installieren auf den Hausdächern der Bewohner. Und ihnen dann den Solarstrom in Rechnung zu stellen. Dh das Monopol nicht aufweichen lassen durch Eigenverbrauch. Wenn schon solar dann bitteschön durch unsere Hände, unsere Kontrolle und ggfs sind das dann unsere Gewinnmargen, so ist die Denke. Das vorpreschen kommt einer Eigennutzung der Privatpersonen zuvor, vor der man Angst hat. Das ist die Idee an der Sache. Oder dass Stromversorger, die 95% konventionelle Energien handeln, sich jetzt einen ganzen Windpark kaufen.

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    • Abtrünniger Zauberer

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    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von joribo.

    Wie gesagt - ich glaube die politische Lage in Chile, Argentinien und Bolivien kann ich ganz gut beurteilen. Immerhin befinde ich mich da. Da ist nix gefährliches zu sehen. Der Putschversuch in Bolivien ist grandios gescheitert. Und größter Liferant ist zur Zeit Australien. (ca 50% allen Lithiums weltweit) Gut, bei den Aussies weiß man natürlich nie. Ich traue Kängurus einfach nicht ;)

    Selbst wenn du rein solar trocknest bekommst du erstmal normales Salz in Massen und musst dann relativ mühsam das Li raustrennen.

    Also genau den Grundstoff wie in allen anderen Verfahren auch - und dann wirds wieder mit Grundwasser gemischt, ausgefahren in riesige Becken und an der Sonne getrocknet. Ich bin schon an solchen Lithium-Feldern vorbei gefahren und habe die in echt gesehen.
    Lithium-Gewinnung ist momentan vor allem eines: Langsam. (ca. 4-5 Jahre)
    Die große Verseuchung ist auch ein Witz - wenn wir es vergleichen mit Öl- oder Goldgewinnung ist es geradezu umweltschonend. Dazu meist in Wüstenregionen, in denen eh sehr wenige Menschen leben.

    Grund dafür sei dass dieser Wüstensand von seiner Kornstruktur her nicht geeignet ist für Beton.

    Richtig. Daher wird der inzwischen schon von weit her herangeholt. Kann aber auch künstlich hergestellt werden. Wüstensand zu Glas schmelzen und dann das Glas zerschreddern. Ob sich das lohnt ist ne andere Frage.

    Ich kenne Schmiergelder und Erpressung und Betrug etc alles nur von der Windkraftbranche weil ich da 38 Jahre beruflich war.

    Und warum meinst du, dass es ausgerechnet bei Atomkraft anders verlaufen sollte? Zumal da noch ganz andere Player mit drinne stecken und es um viel mehr Geld geht. Wie gesagt - Mord und Vergiftung ist für die kein Problem, das haben die des öfteren gezeigt. Auch die Petrol-Mafia ist da nicht anders. In Ecuador kenne ich alleine in den letzten 10 Jahren mehr als 8 "ungelöste Fälle" von Menschen, die ermordet wurden, nachdem sie sich gegen Ölabbau in ihrer Region wehren wollten. (Die Chinesen haben das da übrigens fest in der Hand.)
    Ich glaube, Windkraft ist da noch relativ harmlos gegen. Von Privatarmeen wie sie in der Ölindustrie zur "Sicherung" von Ölplattformen, Schiffen, etc. verwendet werden, hab ich in der Windkraftindustrie jedenfalls noch nichts gehört.

    Ja, und deren Wirkbereich erweitert sich nun auch auf EE. Etwa HELEN (denen ich aber nichts unseriöses vorwerfen kann), bietet an, Solar-PV zu finanzieren und zu installieren auf den Hausdächern der Bewohner. Und ihnen dann den Solarstrom in Rechnung zu stellen.

    Wie nett von denen. Nein, ehrlich. Das ist natürlich in deren Interesse, aber garantiert nicht im Interesse der Hausbewohner. War hier früher auch mal im Gespräch, hat sich aber erledigt, weil die Investitionskosten für Hausbesitzer meist überschaubar sind.

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    • joribo

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.09.2013

    Antwort auf Re: Ist das so? ok gute Diskussionspunkte von Abtrünniger Zauberer.

    Lithium-Gewinnung ist momentan vor allem eines: Langsam. (ca. 4-5 Jahre)
    Die große Verseuchung ist auch ein Witz - wenn wir es vergleichen mit Öl- oder Goldgewinnung ist es geradezu umweltschonend. Dazu meist in Wüstenregionen, in denen eh sehr wenige Menschen leben.

    Langsam ist schlecht bei dem Boom der jetzt einsetzt.

    Ich kenne Schmiergelder und Erpressung und Betrug etc alles nur von der Windkraftbranche weil ich da 38 Jahre beruflich war.
    ................

    Ich glaube, Windkraft ist da noch relativ harmlos gegen. Von Privatarmeen wie sie in der Ölindustrie zur "Sicherung" von Ölplattformen, Schiffen, etc. verwendet werden, hab ich in der Windkraftindustrie jedenfalls noch nichts gehört.

    Liegt ausschliesslich daran dass der Umsatz der Branche extrem klein ist im Vergleich zu Öl/Gas/Kohle/Uran. Prozentual ist Windkraft wahrscheinlich das korrupteste und chaotischste was es auf der Welt gibt. Durchsetzt mit Intrigen, Rufmord, Fake-news, Politpoker, Lobby, Erpressung, Bestechung, Spionage, Sabotage. Und nach 3 Jahren ist die Firma Pleite. Oder fusioniert, wobei die Hälfte rausfliegt. Oder wird vom Investor gekauft der sie dann völlig ruiniert. Alles miterlebt, am eigenen Leibe. Ich bereue zutiefst dass ich da jemals mit angefangen habe. Mein Bruder ist in der KFZ-Branche. Da ist ganz normal "Firma" ohne Bürgerkrieg & Mafia. Ich hatte vor, das alles aufzuschreiben aber man würde mit gekauften falschen Zeugen mir irgendwas anhängen und mich ins Gefängnis bringen. Falschaussagen vor Gericht habe ich genauso erlebt wie die üblichen Versicherungs- und Steuerbetrügereien.

    Ja, und deren Wirkbereich erweitert sich nun auch auf EE. Etwa HELEN (denen ich aber nichts unseriöses vorwerfen kann), bietet an, Solar-PV zu finanzieren und zu installieren auf den Hausdächern der Bewohner. Und ihnen dann den Solarstrom in Rechnung zu stellen.......................

    Wie nett von denen. Nein, ehrlich. Das ist natürlich in deren Interesse, aber garantiert nicht im Interesse der Hausbewohner. War hier früher auch mal im Gespräch, hat sich aber erledigt, weil die Investitionskosten für Hausbesitzer meist überschaubar sind.

    Auf den ersten Blick scheint es gut, dass da einer alles finanziert und organisiert, man muss ihm bloss sein Dach geben. Beim näheren Hinsehen ist das Dach die Basis einer wenigstens kleinen Unabhängigkeit. Die verliert man.

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