Ich sehe das momentan wirklich anders. Die Zukunft ist doch längst da. Erneuerbare Energien sind billig und Speicher werden bezahlbar und konkurrenzfähig.
Kohle und noch mehr die Kernenergie ist doch nur noch konkurrenzfähig in abgeschriebenen Anlagen (bei Kernenergie nicht einmal dann wenn ein großteil der Kosten nicht vergesellschaftet würde).
Der Autor des verlinkten Artikels hat nicht viel Ahnung und fängt dann an zu Basteln. (behauptet "Li-Ion-Batterien lassen sich nicht recyclen") Der bastelt mit einer Starterbatterie(!) von 45Ah(!) und einem 1,5kw Wandler, schwadronierend über echte und unechte Sinus-Kurve (fazit: ist bei ihm egal)... Und damit will der in einen Blackout! Das sind nicht einmal 300wh die du da hast, wenn die Batterie zum Start 100% voll ist. Viel Spaß. Das reicht höchstens für LED Licht für wenige Tage.
Netzausbau: Je mehr dezentrale Speicher aufgebaut werden, desto weniger Netzausbau ist tatsächlich nötig. Nur Speicher sind in der Lage eine Netzstabilität aufzubauen, die sowohl volatile Einspeisung als auch volativen Verbrauch berücksichtigt.
Gucken wir nach Preisen:
LiFePo4 eignet sich gut und liegt momentan auf dem Weltmarkt bei 100-200€/kwh Kapazität, in Deutschland hab ich mir sagen lassen bei 300€/kwh Kapazität.
LiFePo4 kann max. 10.000 Zyklen, das wären also 1-3c/kwh Aufpreis für die Zellen. Verdoppeln wir es auf 2-6c/kwh für etwaige sonstige Kosten (die waren bisher immer viel kleiner als für die Zellen, aber je weiter Zellenkosten sinken desto mehr fallen die natürlich ins Gewicht.) und für Kleinverbraucher, die keine 10.000 Zyklen in der Lebenszeit der Batterie schaffen.
PV liegt bei 3-6c/kwh. Umwandlungsverluste von 10% kommst du auf 3,3-6,6 c/kwh für den Herstellungspreis der gespeicherten kwh. Gesamtpreis liegt also bei 5,3-12,6c/kwh für die gespeicherte kwh Strom mit LiFePo4.
Vorteil:
Kann absolut dezentral (ab 1kwh kapazität) verbaut werden, niedrige Anschaffungskosten, ideal für interne Hausversorgung und gleichzeitig Quelle für Notstromversorgung bei Ausfall des Netzes. Nachteil:
Markt für Lithium-Batterien wird gerade leer gesaugt von Elektro-autos. Braucht also ein paar Jahre Anlaufzeit bis neue Fabriken (dezentraler als alles in China) gebaut sind.
Dual-Fluid-Batterien /Redox-Flow Batterie:
Angebot hat Hermes_ix rausgesucht, um Redox-Flow-Batterien madig zu machen. Aber rechnen wir doch mal:
https://www.energie-experten.org/news/redox-flow-speicher-smart-mit-68-kwh-fuer-6999-euro-erhaeltlich
68kwh * 2000 Zyklen für 7000€ = 136000 kwh für 7000€ = 5,2c/kwh.
Umwandlungsverluste und Speicherverluste für die Batterie habe ich nicht herausgefunden. Wikipedia schreibt was von 90%, also auch 10% Aufpreis für die Herstellung der kwh gespeicherten Stroms kommst du auf 8,5-11,8c/kwh.
Das sind Preise von heute. Wikipedia schreibt zur Erforschung von neuen Dual-Fluid-Batterien:
Es wird für möglich gehalten, dass Flowzellen auf Ligninbasis zukünftig bei einem Speicherwirkungsgrad von 90 % Speicherkosten von ca. 3 ct/kWh aufweisen werden.
Vorteil von Redox-Flow:
Konkurriert (noch) nicht mit Elektroautos und ist daher bereits beschaffbar in größeren Mengen.
Nachteil:
Ist nicht beliebig skalierbar sondern rechnet sich eher für Großspeicher.
Kernkraft kostet zukünftig nach Neubau (Hinkley Point c) ca. 12-15c/kwh - liegt also deutlich über gespeicherter Energie. Von Forschung, die das billiger machen könnte lese ich auch nichts.
Darüber hinaus sind Kohle und Atom Grundlastkraftwerke - das bedeutet, die sind auf das Konzept Grundlast angewiesen. Grundlast ist der statistisch ermittelte Mindestverbrauch im Netz. Der aber wird aufgrund dezentraler PV-Anlagen immer weniger werden. Stattdessen gibt es für das Netz neue Anforderungen: im Winter mehr Strom, im Sommer weniger.
Ein Kohlekraftwerk, welches nur 30-40% im Jahr wirklich läuft rechnet sich für die Betreiber nicht.