Will man jetzt Mobilität oder ein Recht darauf?
Man kennt das von der Reisefreiheit. Jahrzehnte lang wurde immer wieder und mit wachsender Begeisterung vom Völkergefängnis DDR gesprochen, und darauf hingewiesen, dass DDR Bürger nicht reisen dürften. Das hat zwar noch nie gestimmt, richtig ist aber, dass der Staat dort in anderer Weise festgelegt hat, wer wohin reisen darf. Hierzulande darf übrigens auch nicht jeder Menschen reisen.
Jetzt dürfen ehemalige DDR Bürger zwar reisen, können es aber offenbar nicht, ihnen fehlen die Mittel. Das ist aber i9m Kapitalismus keinesfalls ein Einwand, sondern wird zynisch als das individuelle Problem der Leute abgehandelt.
Das 9 € Ticket ermöglicht etlichen Menschen erstmals zu reisen. Zwar unbequem in überfüllten Zügen, und auch nur Tagesausflüge, denn wer hat schon das Geld für eine Übernachtung auf Sylt, wenn er auf ein 9€ Ticket angewiesen ist, aber immerhin. Ich finde das armselig. In einer der reichsten Nationen der Welt sind offenbar Millionen Menschen von so schlichten Bedürfnissen ausgeschlossen. Das wäre für mich der Grund ganz grundsätzlich über den Reichtum der Gesellschaft nachzudenken. Warum es den gibt, wofür es den gibt, und warum man von dem ausgeschlossen ist, wenn er doch offensichtlich vorhanden ist, oder geschaffen werden könnte.