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Avatar von Mathematiker
  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Ihr Kind ist behindert!

Irgendwie ist der ganze Artikel doch reichlich kraus.

Bei der Feststellung von ADHS geht es um ein Leiden und nicht eine Art fehlende Angepasstheit. In der schweren Form sind die Kinder und ggf. auch Erwachsenen nicht in der Lage sich längere Zeit auf etwas zu konzentrieren und zu Ende zu bringen. Gepart oft mit einem Bewegungsdrang.
Im Kindergarten fällt so etwas oft weniger auf, denn das Kind von einem Spielzeug zum Nächsten rennt. In der Schule fängt das dann an Problematisch zu werden.
Nicht nur für das Personal, sondern auch für das Kind selbst.
Nach meiner Erkenntnis ist das auch nicht heilbar, sondern läßt sich maximal auf die ein oder andere Weise einhegen. Also mit Pillen oder auch Techniken.
Aber im Grunde unterscheidet sich das nicht viel von einem trockenen Alkoholiker, der ja auch nie wieder normal wird.

Stellen wir uns eine Bevölkerungsgruppe vor, der guter Leseunterricht angeboten wird. Dann werden die Unterschiede bei den Lesefähigkeiten, die es dann noch gibt, vor allem erblich bedingt sein. Und dann ist die Erblichkeitsschätzung der Lesefähigkeiten hoch. Das bedeutet aber nicht, dass der Leseunterricht keinen Effekt auf die Lesefähigkeiten hat. Im Gegenteil: Der Unterricht – also ein Umgebungsfaktor – hat sehr wohl Einfluss gehabt, wodurch die erblichen Faktoren eine größere Chance bekommen, sich auszudrücken.

Was für ein Quatsch. Gerade bei Familien ziehen sich oft problematische Verhaltensweisen, die sehr viel Leid erzeugen durch die Generationen, ohne das dies im engeren Sinne mit Genetik zu tun hat.
Der Klassiker ist der Schläger und die Koschlägerin.
Oder auch Vernachlässigung in der frühen Kindheitsphase.
D.h. obwohl die Eltern als Kinder selber darunter gelitten haben, sind die aufgrund ihres Leides und auch der fehlenden Selbsterkenntnis nicht in der Lage, das eigene Verhalten gegenüber den Kindern zu ändern.

Schwierige soziale und familiäre Umstände wie niedrige Bildung der Eltern, soziale Klasse, Armut, Mobbing, schlechte Erziehung, Misshandlung und Zerwürfnisse in Familien hängen mit ADHS zusammen. Allerdings haben die verwendeten Studiendesigns bisher nicht zeigen können, dass dies die definitiven Ursachen von ADHS sind.

Wie war das nochmal mit Kausalität und Korrelation?
Wer in unserer Gesellschaft Probleme hat, der steigt i.d.R. sozial ab.
Wer Probleme hat, neigt auch eher dazu seine Kinder zu vernachlässigen und zu mishandeln.
Es besteht als ein kausaler Zusammenhang zwischen Problemen und Armut, der aber nicht reflexiv ist. D.h. das Problem läßt sich in keinster Weise dadurch lösen, dass man die Leute mit Geld bewirft.

Der größte bekannte Faktor ist laut dem niederländischen Gremium aber das Alter bei der Einschulung. Über viele Länder hinweg sei inzwischen bestätigt, dass die jüngsten Kinder in Schulklassen mit höchster Wahrscheinlichkeit die Diagnose ADHS bekommen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür sei bis zu doppelt so hoch.

Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch und höchste Wahrscheinlichkeit sind zwei paar Schuhe. Nein, nicht der halbe, jüngere Teil einer Klasse bekommt ADHS.
Aber die Frühkindliche Erziehung ist ein wesentlicher Faktor.
Was dort verbockt wird, bekommt man später kaum noch gerade gezogen.

Mir gruselt schon vor der Generation "Tagesmutter", wo die kleinsten fast ihren ganzen wachen Tag, zur Professionellen auf die Gruppe abgeschoben werden.
Damit werden wir noch viel "Spaß" haben.

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  • Avatar von fiesematente
    • fiesematente

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.07.2019

    Antwort auf Ihr Kind ist behindert! von Mathematiker.

    Mir gruselt schon vor der Generation "Tagesmutter", wo die kleinsten fast ihren ganzen wachen Tag, zur Professionellen auf die Gruppe abgeschoben werden.
    Damit werden wir noch viel "Spaß" haben.

    Wird doch staatlich voran getrieben, um maximale Auslastung des Menschenmaterials zu gewährleisten. Wo kommen wir denn hin, wenn Frauen steuerfrei und ohne dem Kapital Mehrwert zu erwirtschaften, ihre eigenen Kinder betreuen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (10.07.2021 03:48).

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  • Avatar von slsFlocke
    • slsFlocke

    112 Beiträge seit 01.02.2021

    Antwort auf Ihr Kind ist behindert! von Mathematiker.

    Ihr Beitrag scheint mit eher kraus zu sein.

    Einerseits soll es quasi eine Behinderung sein, wo man maximal etwas mit Pillen und Techniken machen kann. Wenn man die Ursache nicht ändert, ist klar, dass sich auch beim Kind nichts ändert. Das kann man mit Pillen aber übertünchen. Sieht dann nach Erfolg aus. Ist es aber nicht.

    Dann kommt was von wegen Schläger und Coschlägerin mit quasi-Vererbung. Womit Sie Traumata beschreiben.

    Ja nun, so was sind Hintergründe, ja. Nicht aber, dass das Kind behindert wäre. Ich kannte mal einen Jungen, der medikamentös auf ADHS behandelt wurde. Prekäre Verhältnisse, allein erziehende Mutter, die manisch war, nicht manisch-depressiv, wie 95% aller Maniker, sondern nur manisch.Klar wurde der Sohn auffällig und der jüngere Bruder auch zunehmend. Aber nicht, weil das vererblich ist, auch nicht, weil die behindert sind, sondern weil Manie heftig ist. Wo soll ein Kind das hinpacken? Und es hat keiner kapiert, dass die Mutter manisch ist.

    Dann kommt was über Fremdbetreuung. Ja, ist ein Irrweg, wäre ja auch doof, wenn Frauen nicht die Löhne drückten, aber deswegen sind die Kinder nicht behindert. Sondern es wird eher auch wieder nur falsch mit ihnen umgegangen und trägt vielleicht auch dazu bei, dass es angeblich mehrheitlich Jungen trifft. Das dürfte aber auch wieder eher daran liegen, dass zu wenig Mann an der Erziehung beteiligt ist.

    Und was von wegen Bewegungsdrang. Hatte mein Sohn, ein irres Energiebündel als Kind. Da sprach auch manch einer schon von ADHS. Blödsin. Der musste das nur ausleben können und es gab kein Problem, außer, dass ich fitt wurde und viel Muskelkater hatte. Später traf ich meinen Stiefvater wieder und konnte einiges über mich aus dem Dunkel zerren. Ich war auch so ein Energiebündel und er im Gegensatz zu anderen der Meinung, ein Kind müsse nicht still sitzen. Das war zur Einschulung dann auch weder bei mir noch bei meinem Sohn überhaupt noch ein Thema. Aber klar, wenn man so jemanden dann "erzieherisch" und/oder medimentakös ruhig stellt, schafft man ein Problem.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (10.07.2021 04:27).

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  • Avatar von Nützy
    • Nützy

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.06.2010

    Antwort auf Ihr Kind ist behindert! von Mathematiker.

    Mathematiker schrieb am 10.07.2021 02:27:

    Mir gruselt schon vor der Generation "Tagesmutter", wo die kleinsten fast ihren ganzen wachen Tag, zur Professionellen auf die Gruppe abgeschoben werden.

    Schönes Schlusswort, dass seinen empirischen Test in 10 oder 20 Jahren selbst provoziert.

    Wärst du bereit, deine Ansichten zu revidierend, wenn sich diese Kinder normal entwickeln?

    Btw, dass es psychische Auswirkungen haben wird, wenn Mami durch eine nicht-verwandte Person (m/w/d) ersetzt wird, deren Aufmerksamkeit begrenzt ist, daran besteht kein Zweifel. Nur wie hoch das sein wird.

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  • Avatar von Nützy
    • Nützy

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.06.2010

    Antwort auf Re: Ihr Kind ist behindert! von slsFlocke.

    Unipolare Manie ist meines Wissens umstritten.

    Abgesehen davon, was garantiert dir, dass Manie nicht auch erblich ist?

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  • Avatar von slsFlocke
    • slsFlocke

    112 Beiträge seit 01.02.2021

    Antwort auf Re: Ihr Kind ist behindert! von Nützy.

    Der Sohn wurde nicht auf Manie behandelt und war auch nicht manisch. Grundsätzlich gilt ja, dass die Veranlagung dazu durchaus vererblich sein kann. Aber nur die Veranlagung, quasi ein erhöhtes Risiko dafür, dass die Gehirnchemie in Unordnung gerät. Hier lagen die Probleme wie beschrieben anders.

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  • Avatar von Stephan Schleim
    • Stephan Schleim

    mehr als 1000 Beiträge seit 27.01.2005

    ADHS & Leiden

    Antwort auf Ihr Kind ist behindert! von Mathematiker.

    Mathematiker schrieb am 10.07.2021 02:27:

    Bei der Feststellung von ADHS geht es um ein Leiden und nicht eine Art fehlende Angepasstheit.

    Nein, schauen Sie sich doch die Kriterien von ADHS an; Leiden ist gar nicht dabei.

    Es geht um fehlende Konzentration bzw. zu viel Impulsivität (d.h. zu wenig Stillsitzen). Das sind soziale Konventionen. Die Kinder leiden wahrscheinlich gar nicht direkt, sondern allenfalls darunter, dass man ihnen weismacht, sie seien Störenfriede bzw. ein Problem für die Klasse/Gesellschaft.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (10.07.2021 15:53).

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