Ansicht umschalten
  • Avatar von RedBlueBulls

    71 Beiträge seit 12.10.2019

    Antwort auf Re: Depression ist definitiv eine Krankheit.. von Trumpelstilzchen.

    Trumpelstilzchen schrieb am 11.03.2021 15:01:

    Wenn du dich mal mit dem medizinischem Thema mal beschäftigen würdest, wäre dir klar, dass es sich nicht nur um eine veränderte Hirnchemie handelt sondern die Erkrankung schädigt den ganzen Körper und zwar massiv.

    Und das soll nun was genau beweisen? Dass die Depression eine Krankheit ist, definieren die einen so. Andere behaupten das Gegenteil. Der TE hat doch deutlich gemacht, was es damit auf sich hat. Wieso gehst du da nicht mal drauf ein?

    Darüber hinaus lebe ich nicht in bedrückenden Verhältnissen und trotzdem hat es mich erwischt. Der Auslöser war bei mir ein anderer...

    Was war es denn, was dich depressiv gemacht hat? Beglückende Umstände vielleicht?

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Silent Service
    • Silent Service

    972 Beiträge seit 13.03.2018

    Antwort auf Re: Depression ist definitiv eine Krankheit.. von JulienAssa.

    Eine Depression, ist je nach schwere, eine absolut schwere und u.U. tödliche Krankheit!

    Wer das nicht hatte, kann sich das nie und nimmer vorstellen.
    Ein Depression kann soweit gehen, dass man nicht mehr in der Lage ist, allein vom Sofa aufzustehen.
    Es ist die absolute Dunkelheit und das Grauen.

    Viele meinen vorschnell, wenn sie mal etwas betrübt sind, sie seien depressiv. Das hat nichts mit Depression zu tun. Traurig sein oder betrübt sein, hat aber NİCHTS mit Depression zu tun.

    Es kann alles perfekt sein, die Lebensumstände können finanziell, familiär und Liebesmäßig absolut toll sein und trotzdem kann es einen erwischen, so wie z.B. Krebs.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Trumpelstilzchen
    • Trumpelstilzchen

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.12.2016

    Antwort auf Re: Depression ist definitiv eine Krankheit.. von RedBlueBulls.

    RedBlueBulls schrieb am 11.03.2021 20:35:

    Es ist schon belustigend von anderen zu hören, wie das eigene Erleben und Empfinden der Depression zu sein hat. :-D

    Was war es denn, was dich depressiv gemacht hat? Beglückende Umstände vielleicht?

    Der Auslöser war eine lange Reise mit dem Fahrrad durch Afrika während meines Studiums.
    Ich hatte vorher nie ernsthafte psychische oder soziale Probleme gehabt, war nicht übermäßig glücklich aber definitiv auch kein negativer oder schwer belasteter Mensch mit Versagensängsten.
    Während der Reise hat sich mein psychischer wie auch körperlicher Zustand massiv verändert, psychisch definitiv stark in positiver Hinsicht, und körperlich von 90kg auf 60kg runter und fit wie ein Tour de France Profi (allerdings nicht meinem natürlichen Normalzustand entsprechend). Die Reise war so ziemlich die beste aber auch anstrengendste Erfahrung meines Lebens.
    Das Problem war der Kulturschock bei der Rückkehr und damit verbunden der Unwille sich wieder an die alten Verhältnisse anzupassen. Das funktionierte ca. ein Jahr aber der Zustand aus der Reise (psychisch wie körperlich) ließ sich nicht aufrecht erhalten und dann kam im Winter in einer stressigen Phase des Studiums ein rasanter psychischer Absturz wie ich ihn noch nie erlebt habe.

    Der rasante Absturz ereignete sich also ausgehend von einer Hochphase meines Lebens. Das es so gekommen ist hat körperliche und mentale Gründe, die aus dem Lebensumfeld resultieren waren aber auch eine Frage der inneren Ausrichtung. Das alles zusammen hat den Zusammenbruch bewirkt.
    Die Qualität dieses Zusammenbruchs lässt sich mit Worten für dritte nicht nachvollziehbar beschreiben. Jeder einzelne Tag war unerträglich, es war die pure Hölle und die mit weitem Abstand schlimmste Zeit meines Lebens. Selbst nach Abklingen der schlimmsten Symptome hab ich noch mehrere Jahre Nachwirkungen gespürt.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (11.03.2021 22:30).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Trumpelstilzchen
    • Trumpelstilzchen

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.12.2016

    Antwort auf Re: Depression ist definitiv eine Krankheit.. von BureauTiger.

    BureauTiger schrieb am 11.03.2021 18:07:

    Trumpelstilzchen schrieb am 11.03.2021 14:45:

    Depression ist definitiv eine Krankheit wie ich dir aus eigenem elendigem Erleben versichern kann und kann abhängig vom Schweregrad auch zum Tod führen (und damit ist nicht Selbstmord gemeint). die körperlichen Folgen sind mindestens so ernst wie die psychischen.

    Der erste Satz trifft zu: Depression ist per Definition eine Krankheit, aber doch nicht wegen deines Erlebens. Deine Depression hat doch nichts damit zu tun, dass sie als Krankheit eingestuft wird. Schau dir doch nur mal die Liste im ICD-10 an, was da alles als Krankheit bezeichnet wird, sogar das Altern ist da eine Krankheit, oder dass Kinder nicht stillsitzen, wenn man es ihnen befiehlt. Krankheiten werden oft von den Pharmafirmen erfunden, um den Profit zu steigern. Die Diabetesrate wird ständig heruntergeschraubt, um noch mehr Diabetesmedikamente absetzen zu können. Durchschaust du das etwa nicht?

    Das schließt nicht aus, das ein Depression durch ein belastendes und bedrückendes Lebensumfeld ausgelöst wird. Die Lebensumstände sind sicherlich ein signifikanter Treiber, aber sicher nicht der alleinige.

    Was denn sonst noch? Du willst ernsthaft erzählen, frohe, unbeschwerte und glückliche Menschen verfallen plötzich in Depression? Woran liegt das deiner Meinung nach?

    Ich wünsche niemanden, dass er mal mit einer schweren Depression Bekanntschaft macht. Allerdings hätte das den Vorteil, das denenigen aus eigener Anschauung dann klar wäre um was es sich handelt. Wer eine Depression nicht selbst durchgemacht hat, hat keine Ahnung wovon er redet.

    Ich kenne niemanden, der noch nie depressiv war. Jeder weiss heute, was es im eigenen Erleben bedeutet, längere Zeit bedrückt zu sein. Was war denn bei dir deiner Meinung oder der Diagnose nach der Auslöser?

    Du wünschst es niemandem, aber dann wieder doch, nur damit derjenige dann angeblich weiss, wovon er redet?

    Ich denk der Austausch hier macht keinen großen Sinn.

    Nochmal meine Kurzzusammenfassung:
    Eine schwere Depression wie ich sie vor 25 Jahren hatte ist eine völlig andere Qualität des Erlebens und die pure Hölle auf Erden, jeder einzelne Tag davon unerträglich, psychisch wie körperlich. Das Elend willst du niemals auch nur einen Tag durchmachen müssen.
    Eine Depression hat mit den sonstigen Hochs- und Tiefs im Lebens nichts mehr zu tun.

    Um dir das Thema näher zu bringen sei dir dieses Buch empfohlen..

    https://www.buch7.de/produkt/seelenfinsternis-piet-c-kuiper/10567075?ean=9783596127641

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Lutz Ifer
    • Lutz Ifer

    794 Beiträge seit 23.05.2002

    Einfach mal: Danke!

    Antwort auf Depression soll eine Krankheit sein? von Irwisch.

    Sehr bewegend und aufschlussreich.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Lutz Ifer
    • Lutz Ifer

    794 Beiträge seit 23.05.2002

    und noch eine Frage:

    Antwort auf Depression soll eine Krankheit sein? von Irwisch.

    Aus welchem seiner Bücher stammt das Fromm-Zitat?

    Bewerten
    - +
  • Avatar von marie-sofie
    • marie-sofie

    mehr als 1000 Beiträge seit 07.12.2017

    Antwort auf Bravo! von Watchcat.

    +++ und danke.

    Ja und außerdem sollte man, nicht von der Corona-Krise sprechen; diese Depressionen werden durch die geplanten Maßnahmen der Eliten des militärisch-industriellen Komplexes hervorgerufen und dass so viele blindlings glauben und folgen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (11.03.2021 23:43).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von schwer depressiv
    • schwer depressiv

    419 Beiträge seit 19.02.2020

    Antwort auf Depression soll eine Krankheit sein? von Irwisch.

    Im Juni 2020 hatte ich bereits darüber geschrieben, daß Psychische Störungen keine Fehlfunktion des Gehirns darstellen. (1)

    Ich bin seit 7 Jahren schwer psychisch krank und habe die Diagnose einer therapieresistenten Depression. Ich kann nichts fühlen, spüre eine ständige Leere in meinem Kopf und habe kognitive Probleme. Das fühlt sich so an, als wäre ich im Wachkoma, aber bei vollem Bewusstsein. Und das soll keine Fehlfunktion des Gehirns sein?

    Leute wie du, die derart schwere Erkrankungen leugnen und die Betroffenen für ihre eigene politische Agenda ausnutzen wollen, sind meiner Meinung nach das allerletzte, die absolute Widerlichkeit in Person. Du bist weitaus schlimmer als die "Neoliberalen", die du als Feindbild aufwirfst.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Irwisch
    • Irwisch

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.03.2005

    Antwort auf Re: Depression ist definitiv eine Krankheit.. von BureauTiger.

    BureauTiger schrieb am 11.03.2021 18:07:

    Trumpelstilzchen schrieb am 11.03.2021 14:45:
    Depression ist definitiv eine Krankheit wie ich dir aus eigenem elendigem Erleben versichern kann und kann abhängig vom Schweregrad auch zum Tod führen (und damit ist nicht Selbstmord gemeint). die körperlichen Folgen sind mindestens so ernst wie die psychischen.

    Der erste Satz trifft zu: Depression ist per Definition eine Krankheit, aber doch nicht wegen deines Erlebens. Deine Depression hat doch nichts damit zu tun, dass sie als Krankheit eingestuft wird. Schau dir doch nur mal die Liste im ICD-10 an, was da alles als Krankheit bezeichnet wird, sogar das Altern ist da eine Krankheit, oder dass Kinder nicht stillsitzen, wenn man es ihnen befiehlt. Krankheiten werden oft von den Pharmafirmen erfunden, um den Profit zu steigern. Die Diabetesrate wird ständig heruntergeschraubt, um noch mehr Diabetesmedikamente absetzen zu können. Durchschaust du das etwa nicht?

    Ich glaube nicht, daß er das durchschaut. Es geht ja auch nicht darum, wie und warum ein einzelnes Individuum über einen längeren Zeitraum eine sogenannte schwere Depression erfährt und dann darauf besteht, daß das eine Krankheit sei. Überhaupt ist der Krankheitsbegriff ein problematischer, denn eine Krankheit existiert nicht, es handelt sich bei diesem Begriff um eine Kategorie, und Kategorien besitzen bekanntlich kein materiellen oder phänomenologischen Anteile, sie sind geistige Modelle, verstandesmäßige Schubladen, die in der Wirklichkeit nicht existieren. Solcherlei Ordnung der Dinge scheint den meisten Menschen zu hoch, um sie auch nur ansatzweise zu begreifen, sie scheinen nichts davon zu wissen, daß und wie sie tagtäglich alles, was ihre Aufmerksamkeit erregt, in Schubladen stecken – auf, rein damit, zu und vergessen. Noch weniger wissen sie, daß es nur sehr sehr selten ihre eigenen Ordnungskriterien sind, die sie hierbei anwenden, sondern in der Regel von außen befohlene: Dies und das hat man so und so zu verstehen, zu beurteilen, einzuordnen und abzulegen. Und wer das nicht glaubt: Setzen, Sechs!

    Es geht tatsächlich darum, daß die Umstände zunehmend bedrückender werden, und das für eine zunehmende Anzahl von Menschen. Eine Psyche, die da nicht in Depression verfallen würde, wäre als krank zu bezeichnen, denn sie würde nicht wie vorgesehen funktionieren. Wenn wir gewohnt sind, im Wohlstand zu leben, und dieser Wohlstand plötzlich wegbricht, fehlen uns Gelegenheiten für das Ausschütten belohnender Endorphine. Ergo werden wir etwas trübsinniger, bei anhaltender Enthaltsamkeit bedrückt bzw. depressiv. Menschen allerdings, die bereits weitgehend von ihrer Gefühlswelt getrennt leben, empfinden das anders, sie leiden vermutlich auch ein wenig unter abnehmendem Wohlstand, sind aber jederzeit bereit, die fehlenden Eigendrogen mittels Macht- und Kontrollverhalten zu kompensieren: Solche eher entfremdeten Menschen schwingen sich dann häufig zu selbsternannten Anführern auf, versuchen den anderen ihre eigenen Sichtweisen reinzudrücken und scheuen im Ernstfall auch nicht vor Gewalt zurück. Der Maskenbefürworter, der in der S-Bahn einen Mitmenschen zusammenschlägt, weil der seine Maske nicht richtig trägt, ist ein gutes Beispiel dafür.

    https://www.youtube.com/watch?v=2z6HNmTv6Sg
    https://www.youtube.com/watch?v=P_PUyNI3Ypo
    https://www.youtube.com/watch?v=JnvosUHPI8c

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Irwisch
    • Irwisch

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.03.2005

    Antwort auf Re: Depression soll eine Krankheit sein? von schwer depressiv.

    schwer depressiv schrieb am 11.03.2021 23:51:
    Ich bin seit 7 Jahren schwer psychisch krank und habe die Diagnose einer therapieresistenten Depression. Ich kann nichts fühlen, spüre eine ständige Leere in meinem Kopf und habe kognitive Probleme. Das fühlt sich so an, als wäre ich im Wachkoma, aber bei vollem Bewusstsein. Und das soll keine Fehlfunktion des Gehirns sein?

    Davon, daß einerseits Situationen wie Ihre als »therapieresistenten Depression« sozusagen festgenagelt werden, habe ich nirgendwo geschrieben. Im Artikel geht es auch nicht um diese schweren Beeinträchtigungen, sondern um das, was gemeinhin als »Krankheit Depression«, sozusagen als Volkskrankheit verstanden wird. Für Ihre Probleme kann ich nichts und übernehme daher auch keinerlei Verantwortung dafür.

    schwer depressiv schrieb am 11.03.2021 23:51:
    Leute wie du, die derart schwere Erkrankungen leugnen und die Betroffenen für ihre eigene politische Agenda ausnutzen wollen, sind meiner Meinung nach das allerletzte, die absolute Widerlichkeit in Person. Du bist weitaus schlimmer als die "Neoliberalen", die du als Feindbild aufwirfst.

    Erstens: Ich leugne hier gar nichts, sondern weise auf problematische Begrifflichkeiten hin.

    Zweitens: Ich folge keiner politischen Agenda.

    Drittens denke ich, Sie vergreifen sich hier gewaltig im Ton. Beleidigungen und Herabsetzungen tragen nichts zur Aufklärung bei, im Gegenteil. Was Ihre Meinung über mich, den Sie nicht kennen, betrifft, interessiert sie mich nicht wirklich.

    Viertens: Wenn Sie so schwer beeinträchtigt sind, wie Sie behaupten, zudem kognitive Probleme benennen, sollten Sie besser nicht in Internetforen posten und dort an Diskussionen teilnehmen, die eine mehr oder weniger funktionierende Denkfähigkeit erfordert. Es gibt in Diskussionsforen nichts für Sie, wenn Sie wirklich so schwer beeinträchtigt sind.

    Fünftens wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen gute Besserung.

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten