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  • _Peter_

mehr als 1000 Beiträge seit 18.12.2016

Wie die Diplomatie versagt und wie die Nato wortbrüchig wurde

Was am meisten irritiert in der aktuellen Diskussion ist die Weigerung, auch nur zu versuchen, die Position der Gegenseite zu verstehen. Geschweige denn zu akzeptieren.

Es ist völlig egal, was nach dem Zusammenbruch der Blöcke im Kalten Krieg tatsächlich gesagt und vereinbart wurde. Es ist völlig egal, was das Völkerrecht besagt oder auch nicht.

Wenn Russland glaubt, im Recht zu sein, dann wird es keine Einigung geben, bevor wir nicht wenigstens akzeptiert haben, dass es verschiedene Interpretationen der damaligen Vereinbarungen und des Völkerrechts geben könnte.

Wir können RT.com weg zu zensieren und bei Anne Will zu spekulieren, ob Putin wahnsinnig ist oder nur irre.

Wer den Krieg beenden will, bevor wir ausprobiert haben, wie gut Deutschland ohne Kohle, Gas und Öl, funktioniert, wer den Krieg beenden will, bevor irgendein Idiot noch mehr Drohnen in EU-Hauptstädten landen läßt (Zagred, vorgestern) und damit den dritten (und letzten?) Weltkrieg einen Schritt näher bringt:

Wer den Krieg beenden will, der wird sich möglichst schnell an die Vorstellung gewöhnen müssen, das wir akzeptieren müssen, dass Russland ein Recht auf eine eigene Meinung hat zur Interpretation von Verträgen und vom Völkerrecht. Egal, wie richtig oder falsch die sein mag.

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  • Avatar von DasWoelfchen
    • DasWoelfchen

    mehr als 1000 Beiträge seit 21.01.2003

    Antwort auf Wie die Diplomatie versagt und wie die Nato wortbrüchig wurde von _Peter_ .

    _Peter_ schrieb am 13.03.2022 11:43:

    Wer den Krieg beenden will, der wird sich möglichst schnell an die Vorstellung gewöhnen müssen, das wir akzeptieren müssen, dass Russland ein Recht auf eine eigene Meinung hat zur Interpretation von Verträgen und vom Völkerrecht. Egal, wie richtig oder falsch die sein mag.

    Da stimme ich dir zu. Alleine die Kubakrise erlaubt uns schon einen ersten Einblick in die Befindlichkeiten einer Atommacht. Wem das aber zu weit weg ist, dem empfehle ich folgendes Gedankenspiel:
    1. 1990 hat die Sowjetunion überlebt und die USA sind zusammengebrochen
    2. Die NATO wurde aufgelöst, der Warschauer Pakt besteht weiter
    3. Nachdem etliche südamerikanische Länder bereits Mitglied im Warschauer Pakt wurden, wird nun der Beitritt Mexikos verhandelt

    Was würden die USA tun?

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    • kulinux

    mehr als 1000 Beiträge seit 29.01.2001

    Antwort auf Re: Wie die Diplomatie versagt und wie die Nato wortbrüchig wurde von DasWoelfchen.

    Schon wer "Kuba-Krise" sagt, ist der Propaganda auf den Leim gegangen.
    Es war eine Türkei-Krise, die mittels ein paar Soldaten und Rakegen auf Kuba gerade noch friedlich gelöst wurde.

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    • sys3

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.07.2000

    Antwort auf Wie die Diplomatie versagt und wie die Nato wortbrüchig wurde von _Peter_ .

    _Peter_ schrieb am 13.03.2022 11:43:

    Was am meisten irritiert in der aktuellen Diskussion ist die Weigerung, auch nur zu versuchen, die Position der Gegenseite zu verstehen. Geschweige denn zu akzeptieren.

    Die transatlantische Einheitspropaganda hat es ja beinahe flächendeckend geschafft, das Verständnis an sich als negativ zu erklären ("Putin-Versteher"). Im Kalten Krieg 1.0 wäre jeder _schallend_ ausgelacht worden, der den Kreml-Astrologen der CIA eine politische Nähe zur Sowjetunion unterstellt hätte, nur weil die der Meinung waren, niemand anderes als die Gegner des Kremls hätten es nötig, den Kreml zu verstehen. Was damals abgrundtief lächerlich war, ist jetzt offizielle Politik der "westlichen Wertegemeinschaft"; und den US-Bücklingen bleibt dann eben auch nichts anderes übrig, als den Kriegsfürsten im Kreml für "verrückt" zu erklären, wenn dessen verbrecherische Reaktion auf die in der "freien" westlichen Journaille zum Friedens- und Freiheitsprojekt umdeklarierte US-Machtausdehnung mit der selbst gestrickten Märchenwelt so gar nicht kongruent ist.

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