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  • asale

55 Beiträge seit 13.07.2016

Nein, wir haben uns nicht geirrt!

Jede Person, die die geopolitische Entwicklung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht nur in der Echokammer der NATO-Strategen erlebt hat, konnte live miterleben, dass es die NATO unter Leitung der USA waren, die den Konflikt ganz systematisch und offenkundig vorsätzlich soweit zugespitzt haben, dass die Regierung Russlands glaubte, nur noch militärisch handeln zu können.

Und Russland hat bis zuletzt in einer beispiellosen Offenheit und Klarheit davor gewarnt, dass es "mit dem Rücken zur Wand" steht, und dass das von ihm vorgeschlagenen Sicherheitsabkommen aus seiner Sicht existenziell für sein Überleben und den gesamten Frieden in Europa ist.

Also ganz im Gegenteil zu der bedingungslosen Kapitulation der Anstalt oder nur z.B. auch dem Eingeständnis von Frau Wagenknecht, sie habe sich geirrt: Gerade und nur eine Politik des Auseinanderzugehens hätte den jetzigen in der gesamten Ukraine stattfindenden Krieg verhindern können, während es ausschließlich die hirntote Politik der Stärke war, die ihn ausgelöst hat!

Anders als uns jetzt unseren eigenen Propagandisten weismachen wollen, hat Russland, haben Putin und Lawrow die Wahrheit gesagt, dass sie (lieber) nicht in die Ukraine einmarschieren wollten. Und die Entscheidung fiel erst Münchner Sicherheitskonferenz, als Selenski unter anderem ankündigte, die Ukraine werde sich von dem Budapester Memorandum verabschieden und Atomwaffen beschaffen - und niemand aus dem dabei versammelten Westen hat auch nur ein kritisches Wort dagegen erhoben. Das und die trotz Russlands Anerkennung der Separatistengebiete aufflammenden Angriffe seitens Kiew waren die Steilvorlage, die den Kreml dazu veranlasste, auf den Plan B umzuschalten.

Dass Russland in die Ukraine einmarschiert ist, ist offenkundig und die Konsequenzen sind furchtbar, und zwar auch für Russland! Wenn man Putin 2001 beim Wort genommen hätte, hätten wir heute so ziemlich das genaue Gegenteil von dem was wir jetzt bekommen haben. Dann aber hätten die USA neben China einen zweiten übermächtigen Konkurrenten, und "America first" kann man auch übersetzen als "the winner takes it all", was letztlich auch die Linie aller US-Regierungen ist.

Von daher sollten wir, die wir uns immer für ein friedfertiges Europa und eine gute Nachbarschaft unter den Völkern eingetreten sind, nicht durch den Schock der jetzigen militärischen Eskalation und die nun noch intensivere Propaganda der NATO-Apologeten verwirren lassen, sondern umso mehr auf echte Diplomatie bauen!

Und echte Diplomatie beruht eben auf dem Anerkennen der anderen Position und ist nicht nur eine Wiederholung der ebenso phrasenhaften wie hohlen "diplomatischen" Angebote der NATO an Russland, die in Wahrheit nie etwas anderes als die Forderung waren, vor dem entgrenzten Marktliberalismus des Westens zu kapitulieren!

Denn das ist de facto die Konfliktlinie: Nach den Erfahrungen der Jelzin Ära will Russland sich - anders als Merkel mit ihrer "marktgerechten Demokratie" - einfach nicht bereit erklären, das Primat der Politik aufzugeben und sich erneut den Konzernen, Plutokraten und Oligarchen zu unterwerfen.

Und gerade jetzt, wo es schon so weit eskaliert ist, müssen wir uns endlich aufraffen, ein Volk der guten Nachbarn für alle unsere Nachbarn zu werden!

ASALE

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (13.03.2022 12:53).

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  • Avatar von kleinrudi
    • kleinrudi

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.05.2017

    Antwort auf Nein, wir haben uns nicht geirrt! von asale.

    Und die Entscheidung fiel erst Münchner Sicherheitskonferenz, als Selenski unter anderem ankündigte, die Ukraine werde sich von dem Budapester Memorandum verabschieden und Atomwaffen beschaffen - und niemand aus dem dabei versammelten Westen hat auch nur ein kritisches Wort dagegen erhoben.

    Das glaube ich nicht. Das "Manöver" fand schon lange voher statt. Ich denke, daß dies wieder so eine Propagandalüge wie beim Panzerausflug 1968 in die CSSR ist.

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    • arnulfo

    75 Beiträge seit 22.09.2018

    Antwort auf Nein, wir haben uns nicht geirrt! von asale.

    ich kann ihnen nur zustimmen. sie haben recht.

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    • asale

    55 Beiträge seit 13.07.2016

    Antwort auf Re: Nein, wir haben uns nicht geirrt! von kleinrudi.

    Das war eben das, was ich mit Plan B meinte. (Na ja, genau genommen war es C)

    Wenn man strategisch vorgeht, gilt es wie beim Schach verschiedene Züge des Gegners zu antizipieren und sich darauf vorzubereiten, auf alle denkbaren Eventualitäten reagieren zu können. Die Strategie hinter den Truppenaufmärschen war also dreierlei.

    1. sollte diplomatischer Druck aufgebaut werden, um der Ukraine und der NATO zu zeigen, dass Russland es ernst meint. Wenn der Westen daraufhin deeskaliert hätte, wäre die russische Armee auch nicht einmarschiert, denn ein Krieg ist nie gut für die Völkerverständigung. Hat der Westen aber nicht.

    2. ging es taktisch gesehen darum, ukrainische Truppen und Material im Norden zu binden, damit sie nicht die über 100.000 Mann vor dem Donezk verstärken, weil dort ein massiver Angriff befürchtet wurde. Das sollte also einen großen Krieg unwahrscheinlicher machen und die Russischen Truppen hätten nur in ihren Stellungen bleiben müssen.

    De facto ist der Angriff auf Donezk dann aber sogar trotz der vorherigen Anerkennung der Unabhängigkeit durch Russland und das gleichzeitige Beistandsabkommen eingetreten.

    3. Nur für den Fall, dass die ersten beiden Strategiezüge nicht zum Ziel führen, also im worst case hat sich Russland darauf vorbereitet, in der Ukraine ein zu marschieren. Was es mit absoluter Sicherheit lieber vermieden hätte, denn man macht sich einfach keine Freunde und zerschlägt viele Beziehungen, wenn man mit Gewalt vorgeht.

    Diese drei Punkte erklären hinreichend den ganzen Zeitplan des Truppenaufmarsches, und sind für jeden, der sich mit Strategie beschäftigt, so offensichtlich, dass es nach Ockhams Rasiermesser die beste Erklärung für den zeitlichen Ablauf darstellt.

    Ergo entkräftet Ihr Einwand nicht meine ursprüngliche Aussage und die Annahme, dass es erst die Aussage Selenskis zum Budapester Memorandum war, das Case 3. aktivierte. Das bleibt schlicht die plausibelste Erklärung, denn die einzige Alternative wäre, dass Putin wahnsinnig ist. Und das soll uns jetzt zwar eingeredet werden, entbehrt aber bei genauer Betrachtung der Lage und jahrelangen Entwicklung jeder plausiblen Begründung.

    Andererseits sollen wir im Westen das aber natürlich nicht so sehen, weil es den Defätismus fördert. Und den kann die EU im Moment gar nicht gebrauchen. Anders als Borell behauptet, ist die EU nämlich sowohl wirtschaftlich wie auch militär-strategisch (via Waffenlieferungen) sehr wohl eine Kriegspartei, weil sie einfach schon zu viele Milliarden investiert hat, um die Verbindungen zwischen der Ukraine und Russland zu zerbrechen und selbst den wirtschaftlichen Nutzen aus der Ukraine ziehen zu können (z.B. bzgl. der Schwarzerde).

    ASALE

    kleinrudi schrieb am 13.03.2022 18:24:

    Und die Entscheidung fiel erst Münchner Sicherheitskonferenz, als Selenski unter anderem ankündigte, die Ukraine werde sich von dem Budapester Memorandum verabschieden und Atomwaffen beschaffen - und niemand aus dem dabei versammelten Westen hat auch nur ein kritisches Wort dagegen erhoben.

    Das glaube ich nicht. Das "Manöver" fand schon lange voher statt. Ich denke, daß dies wieder so eine Propagandalüge wie beim Panzerausflug 1968 in die CSSR ist.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 10.05.2017

    Antwort auf Re: Nein, wir haben uns nicht geirrt! von asale.

    Nein es ist ganz einfach. Putin erkennt das Existenzrecht der Ukraine nicht an.

    Siehe hier:

    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/existenzrecht-unabhaengiger-staat-ukraine-krieg-russland-100.html#xtor=CS5-282

    Oder ist das nur "böse westliche Propaganda"? Putin ist nach meiner Meinung wie viele ehemaligen Kommunisten verlogen bis auf die Knochen.

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    55 Beiträge seit 13.07.2016

    Antwort auf Re: Nein, wir haben uns nicht geirrt! von kleinrudi.

    Nun ja,

    wenn Sie es sich so einfach machen und schlicht die Aussagen der Presse reproduzieren, lohnt es auch nicht, mit Ihnen zu diskutieren. Menschen die meinen, dass die Gegenseite ohnehin nur lügt, kann man mit Argumenten ohnehin nicht erreichen.

    ASALE

    kleinrudi schrieb am 14.03.2022 12:12:

    Nein es ist ganz einfach. Putin erkennt das Existenzrecht der Ukraine nicht an.

    Siehe hier:

    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/existenzrecht-unabhaengiger-staat-ukraine-krieg-russland-100.html#xtor=CS5-282

    Oder ist das nur "böse westliche Propaganda"? Putin ist nach meiner Meinung wie viele ehemaligen Kommunisten verlogen bis auf die Knochen.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 10.05.2017

    Antwort auf Re: Nein, wir haben uns nicht geirrt! von asale.

    Menschen die meinen, dass die Gegenseite ohnehin nur lügt, kann man mit Argumenten ohnehin nicht erreichen.

    Die russischen Soldaten wurden ja über den Einsatz belogen, weil man ihnen erzählte, daß dies nur ein Manöver sei. Auch die Gründe, die Putin angab (Befreiung der Ostukraine) war eine Lüge.

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    Antwort auf Nein, wir haben uns nicht geirrt! von asale.

    asale schrieb am 13.03.2022 12:52:

    Also ganz im Gegenteil zu der bedingungslosen Kapitulation der Anstalt oder nur z.B. auch dem Eingeständnis von Frau Wagenknecht, sie habe sich geirrt: Gerade und nur eine Politik des Auseinanderzugehens hätte den jetzigen in der gesamten Ukraine stattfindenden Krieg verhindern können,

    Ja, eine Politik des aufeinanderzugehen-und-putin-fest-zwischen-die-beine-tretens. Wirtschaftlich natürlich. Vielleicht auch physisch.
    Die restlichen Lügen muss ich nicht weiter kommentieren, die habt ihr schließlich alle in Form von Karteikarten neben euch liegen.

    Grüße nach Moskau,
    NR

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