Wie im Forum ja immer wieder betont wird, besteht kein Grund zu Ängsten à lá "Der Russe steht vor der Tür" (und bringt den Chinesen gleich mit...).
Stattdessen muss bzw. will sich der Wertewesten gegen Konkurrenten wehren, die global immer mehr Einfluss (z. B. auf ressourcenreiche Länder) gewinnen, während der Westen eine Krise nach der anderen produziert und seine Strahlkraft zunehmend verliert.
(Man muss sich nur mal anschauen, wie in Ländern des globalen Südens der fluchtartige Afghanistan-Rückzug oder auch die Gaspreis-Krise der EU kommentiert werden...)
In der kommenden Zeit wird es nicht nur zunehmende Konkurrenz um abnehmende Ressourcen (Rohstoffe, fruchtbares Ackerland usw.), sondern vermutlich auch eine neue "Systemkonkurrenz" geben.
Es wird sich zeigen, welche Länder sich besser an veränderte Bedingungen anpassen können und dazu vielleicht ein entsprechendes Gesellschaftsmodell entwickeln.
Das westliche Modell des als "Liberalismus" getarnten entfesselten Kapitalismus, der immer mehr Wachstum braucht und alles kommerzialisiert, auch den Menschen an sich und seine privaten Lebensbereiche, zeigt wenig Anpassungsfähigkeit.
Vielleicht soll er durch aggressive Außenpolitik "gerettet" bzw. der Kollaps, auf den er zusteuert, aufgeschoben werden.
Der Begriff "Multipolarität" wird inzwischen nicht nur in den "Think Tanks" der US-Falken und ihrer europäischen Ableger benutzt, sondern ist nun auch in der "Denk(vermeidungs)fabrik" der deutschen Regierung angekommen.
Die SWP (Stiftung Wissenschaft und Politik) hat eine umfangreiche Studie für die Außenpolitik der zukünftigen Bundesregierung erstellt, in der Obiges klar benannt wird (natürlich mit einem recht "einseitigen" Framing).
https://www.swp-berlin.org/publikation/deutsche-aussenpolitik-im-wandel
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.10.2021 20:04).