Narendra Modi war, bevor er in die Politik kam, ein "Hauptamtlicher der RSS". Das ist die Dachorganisation aller "Hindutva"-Organisationen, zu der auch die Partei BJP und die VHP (eine religiös orientierte Organisation mit dem Anspruch, für alle Hindus sprechen zu wollen). Ihre Gründer und Ideologen machten keinen Hehl aus ihren Sympathien für den europäischen Faschismus.
An den Pogromen nach der Unabhängigkeit gegen Moslems, denen sehr viele Menschen zum Opfer fielen, war sie maßgeblich beteiligt und aus ihren Reihen ging der Mörder Gandhis hervor.
Die Ideologie dieser Organisation würde man im europäischen Kontext als "völkisch" betrachten. Das Ziel: Moslems zu bekämpfen und aus dem Land zu entfernen. Die Frage "Wie?" ist der Phantasie überantwortet.
Die Politik Modis ist allerdings geschickt: Soviel "Hindutva" wie politisch durchsetzbar ist. Gepaart wird das ganze mit einem ziemlich kompromisslosen Neoliberalismus. Der Preis für Indiens Rolle als "Apotheke der Welt" ist ein Raubbau an der Natur und die Kontaminierung von Luft, Erde und Wasser mit den Rückständen. Der Kurs bringt aber (im Moment noch) Wirtschaftswachstum. Und das Wachstum bringt Wähler. Und beides zusammen bringt den ungeteilten Beifall der westlichen Wertgegemeinschaft - solange man deren Interessen nicht im Wege steht.
Ich denke, es wird wieder Wellen eruptiver Gewalt gegen Moslems geben. Sobald die Gelegenheit dazu da ist.
Nachlesen kann man das alles auch in der hervorragenden Darstellung in "Khaki Shorts and Saffron Flags: A Critique of the Hindu Right" von Tapan Basu, Sumit Sarkar und, Tanika Sarkar" ich weiß aber nicht mehr, wann und bei wem das erschienen ist.