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Avatar von galeano
  • galeano

143 Beiträge seit 11.08.2017

Ohne Neomarxismus und richtigen linken Zorn (Mouffe) wird-s zu wenig ....

Great , daß Sahra Wagenknecht trotz ihrer Linkenkritik in NRW dennoch als wichtigtste Kandidatin bestätigt wurde. D.h. für mich, daß eine Mehrheit der NRW-Linken erkannt hat, eine in sozialistischen Zielsetzungen bewußtere und rhetorisch brilliantere Frau als S.W. zur Beförderung dieser Ziele findet sie nicht. Und erfreulich der linkstolerante Umgang mit den dabei eingegangenen Widersprüchen bezüglich S.W.
Dennoch möchte ich hier eine gewiss subjektive Kritik an einigen manifesten oder latenten Auffassungen von S.W. vorbringen, soweit sie sich mir bisher erschließen. Leider kann ich als Mini-Rentner ihr neues Buch nicht erwerben.Daher basieren meine Kritikpunkte auf berichteten Zitaten daraus u n d auf mir davor medial (TV) bekannt gewordenen Ansichten von S.W. Diese Kritik betrifft gewisse bei S.W. mangelnde theoretische Grundlagen- deren Beibringung m.E. die soziale Akzeptanz von S.W. u n d der Partei die Linke erhöhen könnten.
Und um es vorweg zu sagen- mir schiene ein weibliches linkes Führungsteam von Wagenknecht, Wissler und auch Hennig W. (die kürzlich auf FRo einen mich überzeugend herzenssozialistisch leidenschaflichen Text mit dem Titel "Wir lassen die Armen im Stich" -(in der Coronakrise )veröffentlichte . am besten BRD-geeignet, w e n n gewisse theoretische Grundlagen noch erkennbar vom Trio angeeignet , erworben?
würden.

Also zu S.W. :
Eine wissenschaftlich-neomarxistische Kapitalismus k r i s e n analyse fehlt bei S.W-anscheinend auch in diesem Buch.(ich konnte es als Kleinrentner nicht erwerben) Die unaufhaltsame Abnahme der globalen Mehrwertmasse mit ihren sich auch politisch auswirkenden Krisenfolgen (Massenarmut Faschisierungen verschiedenen Grades in Staatsapparat ebenso wie in der BRD-Bevölkerung) gibt es bei ihr schon früher nicht. Das hat natürlich auch Fehlerfolgen, die ich in einem eher kleinen Kommentar hier nur andeuten kann.

Seit S.W- in VWL, sich in vielem dieser anpassend, promovierte,(L.Erhard-Lob u.a.) hat sie den zentralen Kern des Marxismus ,die Mehrwerttheorie und die Frage der absoluten "inneren Schranke" der Profitmaschinerie ,also die K r i t i k der Politischen Ökonomie m.W. nirgendwo thematisiert..

Das unterscheidet sie vom großen belgischen Trotzkisten E.Mandel, der trotz glänzender VWL-Promotion in Frankfurt seiner "marxistischen Wirtschaftstheorie" treu blieb. Bei S.W. kommt Marx selbst als Name , geschweige seine kapitalismus -tiefenkritische materialistische Methode nicht vor.

Diese Marxlosigkeit bei S. W. das Marx schon als Name draußen Halten, führe ich in erster Linie auf die geradezu unheimliche und bedrohliche Tabuisierung seines Namens, erst recht seiner Theorie durch BRD-Machtkartell und -Medien zurück samt der faschistischen Mobilmachung schon gegen bloß "linke" Medienschaffende, oft und oft linkeFrauen- offensichtlich bis in die staatlichen Kapitalherrschaftsicherungsapparate hinein!

. Das konnte man gerade wieder bei der Wahl der hessischen Power-Linken Wissler beobachten, die zeitweise Angehörige der s t a l i n i s m u s f e i n d l i c h e n Trotzkisten gewesen ist , Anhängerin also des vom frühen Bolschwismus befreiten eher linkssozialdemokratischen späten Trotzki und seinen sich bis heute daran haltenden trotzkistischen "followern". .

S.W. immer wieder durchschlagende Verständnisbemühungen für an-faschisierte Mentalitäten (bei S.W.. durchaus ein Stück weit auf so etwas wie Klassenanalyse rekurrierend) bringen mir ein besonderes Manko bei S.W. - die m.E. weitgehend mangelnde aktualisierte Faschismus- bzw. Faschisierungsanalyse. Da käme als ein Anregungspunkt durchaus die von Trotzki in Frage- ebenso wie die von Dimitroff.! Die - kritische- Rezeption deren Faschismusanalyse täte S.W. , ja den gesamten linken BRD-Gruppierungen gut. Aber viele Ex-DDR-Linke wie S.W. sind m.E. durch die bis heute vom BRD-Machtkartell(und viele ihm servile MedienarbeiterInnen) betriebene Hexenjagd auf alles wirklich marxistische Denken so eingeschüchtert, daß sie ihre praktisch-politische intellektuelle und sozialethische Beeinflussung durch solches Denken glauben verschweigen zu müssen,bloß um "gewählt" zuwerden. Dieses Motiv sehe ich auch bei S.W. -ein langfristig selbstschädigendes wie ich meine!

Ohne Mut zu g l a u b w ü r d i g e r marxistischer Gesellschaftstheorie" und zu motivationaler linkskämpferischer Radikalität -gegen die marktradikal-neoliberale,plus neuerdings nationalegoistisch-protektionistische zum Faschismus hin sich immer mehr entwickelnde Radikalität besonders in der BRD-Mittelklasse -haben linke Selbstzensur wie die bei Wissler und auch bei S.W. (im Interview : "Kommunismus" das ist ja schon lange vorbei!")keine großen Chancen , gewählt zu werden. Vor allem , wenn die schon vor Corona schwelende globale Kapitalismuskrise nach Corona zu gewaltigem Faschisierungswucherung führt und damit letztendlich zu grauenhaften Nato-Nuklearkriegen gegen die östlichen Konkurrenten.

Der schwankende Umgang von S.W. in Reden und jetzt in ihrem Buch mit teils oder ganz rechtslastigen Ideologemen ,Mentalitäten zeigt ,daß sie weder über eine Analyse der Entstehung dieser Faschisierungen aus dem europäischen, letztlich globalen"unaufhaltsamen Fall der Profitrate"(Knut Hüller, Exit !) verfügt, noch überhaupt über eine zeitgemäße Faschismusanalyse . Die aber wäre für gute linkePolitik dringend als Orientierungshilfe notwendig im laufenden Gesamt von Corona-, Gesundheitssystem-,Faschisierungs- und Klimazerstörungskrise!

Und für S.W. wäre- wie angedeutet- dringend nötig eine gründliche neomarxistische Kapitalismuskrisenanalyse .Die könnte sie finden in den späten Schriften von Robert Kurz, Claus Peter Ortlieb,Texte im Internet auf "Exit! Krise und Kritik der Warengesellschaft"

Auf einen m.E. selbstschädigenden Widerspruch bei S.W. möchte ich noch hinweis tritt S.W. , die ein bissel arg herablassend von den "Lifestyle-Linken" spricht.Wo sie doch selber oft genug damenhaft lifegestylt-kostümiert etwa in Talkshows auftritt!
Ob das bei den Armen, aber auch . bei der Mehrheit der Präkarier ,Proletarier vertrauenserweckend wirkt.? Vom Wohlleben mit Hummer in der saarländischen Villa mal ganz zu schweigen.

Insofern scheint mir Wagenknechts Geißeln linken Lifestyles in dem neuen Buch fast etwas von undurchschautem Selbstzweifel anzudeuten., nagt evtl. an der linken Glaubwürdigkeit.

Zum Ende Nnoch etwas sehr Positives bei S.W. :
Ihre Kapitalismus-immanenten Kritiken sind meistens unprätentiös, daher masenwirksam sehr gut verständlich.- M.E. auf der Phänomenebene oft zutreffend.

Wenn die Corona- und Nach-Corona-Krisen in der Bildung von Polit Mentalitäten voll durchschlagen , wird sich zeigen, ob eine dann radikal an Armen- Prekarier- und LohnarbeiterInnen-Interessen orientierte BRD-Linke , die sich bis dahin hoffentlich auf ihren kosttbaren Marxismus besonnen hat,doch
viel mehr Wahlchancen haben wird, als Marx-los wie heute!

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