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  • Bartträger

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Re: "emissionsfreie Batteriefertigung"

c.renée schrieb am 04.04.2021 19:23:

Auf was aus meinem Beitrag beziehen Sie sich da?

Zitat: "Letztendlich wird sich aber an dem Irrsinn nichts ändern, so lange es ein profitorientiertes Wirtschaftssystem gibt und "Umwelt" darin auch noch zu billig ist."

Aber es stimmt schon. Beim zweiten Lesen erschloss sich mir auch nicht wirklich, was die Beweggründe für die Zeilen sind.

Wenn man sich die Wirtschaft der Sowjetunion anschaut, ging die auch nicht pfleglicher mit der Umwelt um, als wir in Deutschland bis in die 70er.

Wenn man irgendwas von der Natur wollte, holte man es sich, und wenn man irgendwas nicht mehr gebrauchen konnte, kippte man es in die Flüsse, ins Meer, auf die Deponie oder blies es in die Luft.

Erst als in Deutschland ein gewisser Wohlstand erreicht war, begannen die Bewegungen Breite zu gewinnen, die mehr Rücksicht für die Natur einforderten.

Diese Plattitüde mit dem "profitorientiertes Wirtschaftssystem" wird häufig von Leuten vorgebracht, die auf zwangsweise Konsumverzicht abzielen.

Dazu gehören übrigens auch die Grünen, die nicht den Produzenten auf die Pelle rücken wollen, wie das ab den 70er erfolgreich gemacht wurde, sondern indem sie bspw. CO2-Emmissionen künstlich verteuern, so dass sich die Menschen mit Knappen Kassen, merklich im Konsum einschränken müssen und der bei ihnen knappe Wohlstand nochmal geschmälert wird.

Das eigentliche Problem sind aber die Produktionsbedingungen. Auch die angedachten künstlichen Abgaben für Fleischprodukte, die dann genutzt werden sollen, um umbauwilligen Landwirten zielen in die Richtung, dass der Landwirtschaft keine Vorschriften gemacht werden sollen, sonder der Endverbraucher, das schwächste Glied in der Produkt-Konsum-Kette Lasten bekommt, die bei den ärmeren den Konsum und damit auch den Wohlstand schmälern.

Wer sich einen anderen Umgang mit der Umwelt wünscht, sollte konkret an der Stelle die Modalitäten festlegen. Wer nicht will, dass Dreck in die Flüsse geleitet wird, sollte das exakt so im Gesetz formulieren. Wer trotzdem Dreck einleitete, bekam den Betrieb geschlossen.

Wenn heute ein Bauer seine Tierhalteerlaubnis verliert, lässt er den Betrieb über die Frau weiter laufen. Kraftwerkbetreiber die unerwünschte Techniken nutzten, werden mit Milliarden entschädigt.

Unser politisches Personal und die darüber berichtenden Medien kranken daran, dass sie meinen, wenn sie konsummindernd ins Angebot-Nachfrage-System eingreifen, könnten sie Produktionsbedingungen ändern. Damit verändern sie aber nicht wirklich die Betriebs- und Konkurrenzbedingungen, sondern täuschen nur Verbesserungswillen vor.

Beispiel:
Kläranlagen sorgen ebensowenig für direkten Profit, wie Speicher für erneuerbare Energie. Trotzdem wurden sie ab den 70ern breitflächig gebaut, weil ein politischer Wille da war, der von den Regierenden auch ernsthaft verfolgt wurde. Heutige Parlamente sorgen sich darum, dass sie mit Produktionsmethodenvorschriften einem Spender auf die Zehen treten könnten. Darum wird staatliches Geld an Energieerzeuger verschenkt, die lange abgeschrieben Kraftwerke stilllegen.

Das hat nichts mit profitorientiertem Wirtschaftssystem zu tun, sondern mit flächiger und mittelmäßig verdeckter Korruption.

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